Die Ehrenamtlichen vor dem Schloss Bellevue mit Dr. Thomas Steg (ganz links, Leiter Außenbeziehungen) und Ines Doberanzke-Milnikel, Koordinatorin Gedenkstättenarbeit und internationale Begegnungen bei Volkswagen./ Foto: Volkswagen/Rainer Jensen

Staatsoberhaupt dankt Ehrenamtlichen und Volkswagen Mitarbeitern für ihr Engagement für die Erinnerungskultur, Demokratie, Respekt, und Toleranz
Auszubildende informieren im Schlossgarten Bellevue über 30 Jahre Projektarbeit „Auschwitz – Versöhnung und Verantwortung“ mit Internationalem Auschwitz Komitee (IAK)
Wolfsburg/Berlin (WB/Volkswagen AG) - Anerkennung vom Staatsoberhaupt: Als Dank für langjähriges ehrenamtliches Engagement haben Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender am Freitagabend 13 Ehrenamtliche sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Volkswagen Konzerns im Schlosspark von Bellevue empfangen.

Der Bundespräsident hat am Abend den Ehrenamtlichen aus dem Nachbarland Polen sowie aus Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen seine Anerkennung aussprechen. Denn er betrachtet ehrenamtliche Arbeit als eine wichtige Säule der Gesellschaft. Das deutsche Staatsoberhaupt hat rund 5.500 Gäste am Vorabend des Bürgerfestes an seinen Dienstsitz in Berlin eingeladen.

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Programm am Freitagabend / Foto: Volkswagen / Rainer Jensen

Die sieben Frauen und sechs Männer engagieren sich für die Erinnerungskultur und in der Gedenkstättenarbeit. Ihr Anliegen ist es, über Verfolgung, Verbrechen, Zwangsarbeit und Mord im Nationalsozialismus aufzuklären. Die ehrenamtlich Engagierten tragen dazu bei, damalige Tatorte, beispielsweise das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz, für nachkommende Generationen zu pflegen und zu erhalten. Sieben Auszubildende von Volkswagen informieren beim Bürgerfest über 30 Jahre „Auschwitz – Versöhnung und Verantwortung“, ein gemeinsames Gedenkstätten-Projekt des Internationalen Auschwitz Komitees (IAK) und des Volkswagen Konzerns.

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender / Foto: Volkswagen / Rainer Jensen

Gunnar Kilian, Personalvorstand, Dr. Thomas Steg, Generalbevollmächtigter des Volkswagen Konzerns für Außenbeziehungen, und Christoph Heubner, IAK-Vizepräsident, begleiteten die Ehrenamtlichen und Nachwuchskräfte.

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Personalvorstand Gunnar Kilian im Gespräch / Foto: Volkswagen  / Rainer Jensen

Gunnar Kilian sagte: „Ich freue mich und bin dankbar, dass sich viele Menschen, darunter auch zahlreiche Volkswagen Mitarbeiter, ehrenamtlich für die Gedenkstättenarbeit und Jugendbegegnung in Auschwitz engagieren. Die Erinnerung an diese Gräueltaten darf nie verblassen.“ Kilian betonte: „Ich bin überzeugt: Dieses Engagement gegen das Vergessen und für die Verständigung hat es verdient, einer großen Öffentlichkeit präsentiert zu werden. Die Arbeit beim Bürgerfest des Bundespräsidenten vorstellen zu dürfen, ist Ehre und Verpflichtung zugleich. Volkswagen unterstützt dies gern.“

Christoph Heubner sagte: „Auschwitz-Überlebende ermutigen junge Menschen immer wieder, gemeinsam mit der Erinnerung den Blick auch in die Gegenwart zu richten und allen Anwürfen und Anfeindungen gegen die Demokratie, Antisemitismus und Rassenhass zu widerstehen. Wenn es eine Botschaft gibt, die die Überlebenden jungen Menschen mit auf den Weg geben wollen, dann ist es die Botschaft gegen die Gleichgültigkeit. Deswegen sind sie den jungen deutschen und polnischen Auszubildenden von Volkswagen so dankbar, dass sie die Erinnerung an die Verfolgung und Ermordung wachhalten, der Millionen Menschen in Auschwitz zum Opfer gefallen sind.“

Seit über 30 Jahren helfen Nachwuchskräfte von Volkswagen aus Deutschland und Polen, die Gedenkstätte Auschwitz zu erhalten. Der IAK-Vizepräsident betonte, es sei eine ganz besondere Auszeichnung, wenn Auszubildende beim Bürgerfest über ihre Arbeit, Begegnungen und Erlebnisse in der Gedenkstätte informierten. Heubner sagte: „Der Bundespräsident ehrt damit die Ermordeten und die Überlebenden sowie jene über 3.300 Auszubildende von Volkswagen, die seither geholfen haben, dass über Auschwitz kein Gras wächst.“

Das Bürgerfest des Bundespräsidenten steht am Samstag ab 10.30 Uhr (Einlass) allen Besuchern offen und endet um 19 Uhr. Volkswagen gestaltet das Programm im Schlossgarten mit: Christoph Heubner und Ines Doberanzke sprechen im Talk „Menschen erinnern sich – in Auschwitz“ über bleibende Eindrücke von KZ-Überlebenden (14 Uhr: Ort der Begegnung).

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Torfrau der VfL Frauen Almut Schult in Action/ Foto: Volkswagen  / Rainer Jensen

Später tritt Gerrit Fauser vom Eishockey-Team Grizzlys Wolfsburg beim Torwandschießen an (16 Uhr: Stand 37). Die Torfrau des VfL Wolfsburg, Almuth Schult, steht bereits heute Abend am Elfmeterpunkt.

Das Bürgerfest des Bundespräsidenten gilt als Höhepunkt im gesellschaftlichen Leben der Hauptstadt. Wichtige Multiplikatoren aus Kultur, Medien, Politik und Gesellschaft sind dann am Amtssitz des deutschen Staatsoberhaupts anzutreffen. Alle Verfassungsorgane, Bundesminister, Ministerpräsidenten und Abgeordnete sind traditionell am ersten Tag zugegen, am zweiten Tag können sich dort alle Bürgerinnen und Bürger über ehrenamtliche Arbeit und Projekte informieren. Der Volkswagen Konzern unterstützt das Bürgerfest des Bundespräsidenten seit 2013.

Sieben Auszubildende informieren über die Gedenkstättenarbeit in Auschwitz (nach Standort, in alphabetischer Reihenfolge) - Braunschweig: Michelle Arth (24), Fachkraft für Lagerlogistik. Hannover: Sefkan Evin (21), Kraftfahrzeugmechatroniker. Kassel: Lukas Grede (22), Werkzeugmechaniker. Salzgitter: Ahmed Sagir (23), Mechatroniker. Wolfsburg: Mika Burghardt (20), Mechatroniker, Merve Erdogan (20) und Anna Körtje (20), beide Industriekauffrau.

Die Gäste des Bundespräsidenten (nach Staat bzw. Bundesland, in alphabetischer Reihenfolge):

Polen: Agnieszka Stefanko (Polkowice), ist Mitarbeiterin von Volkswagen Motor Polska und Begründerin des „Respekt!“-Teams. Sie ist seit 2001 in der Gedenkstättenarbeit des Internationalen Auschwitz Komitees (IAK) und des Volkswagen Konzerns aktiv und ist ehrenamtlich beim Live Festival in Oświęcim (früher: Auschwitz) engagiert.

Berlin: Ann Robertson (Berlin) engagiert sich seit langem für die Erinnerungskultur, unter anderem in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und beim IAK. Sie übersetzt Texte für Ausstellungen, Artikel und Bücher ins Englische.

Brandenburg: Peter Gardosch (Borkwalde, Landkreis Potsdam-Mittelmark) überlebte das Vernichtungslager Auschwitz und engagiert sich ehrenamtlich beim IAK, wo er die Zusammenarbeit mit noch lebenden Zeitzeugen in mehreren Ländern unterstützt. Gudrun Lehmann (Potsdam) ist Förderschullehrerin und arbeitete mit Kindern an dem Buch „Mein Hund Lola“. Das Buch erzählt die Geschichte des Auschwitz-Überlebenden Roman Kent, der seinen Hund im Ghetto zurücklassen musste. Die Kinder fertigten dazu Zeichnungen an. Thomas Lehmann (Potsdam) wiederum half bei der Übersetzung sowie der Gestaltung des Buches „Mein Hund Lola“, das beim Bürgerfest vorgestellt wird.

Niedersachsen: Felina Bodner (Wolfsburg) ist Volkswagen Mitarbeiterin, dort Vorsitzende der Jugend- und Auszubildendenvertretung) und engagiert sich für die Erinnerungskultur und die Gedenkstättenarbeit bei Volkswagen. Lutz-Werner Jordan (Wolfenbüttel) ist Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Oświęcim/Auschwitz und organisiert Fahrten in die KZ-Gedenkstätte. Sarah Nonnenmacher (Braunschweig) hat bei Volkswagen die Ausbildung zur Industriemechanikerin absolviert, war dort in der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) sowie der IG Metall Jugend in ehrenamtlichen Projekten engagiert und ist nun Jugendbeauftragte der IG Metall Wolfsburg. Malgorszata Passeier (Osloß, Landkreis Gifhorn) ist Mitbegründerin des Vereins zur Förderung der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim/Auschwitz. Sie war ehrenamtliche Begleiterin und Dolmetscherin für polnische Jugendliche sowie Übersetzerin von Ausstellungtexten zur Gedenkstättenarbeit ins Polnische. Mit ihrem Mann Axel organisiert sie Veranstaltungen zur Erinnerungskultur. Deborah Schulz (Sassenburg-Grußendorf, Landkreis Gifhorn) organisiert und begleitet Fahrten zur KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen. Sie ist in sozial- und frauenpolitischen Projekten sowie in der IG Metall aktiv, wo sie den Wohnbezirk Sassenburg leitet. Bernd Steuer (Hannover) ist bei

Volkswagen Nutzfahrzeuge in Hannover unter anderem für die Fertigung der Statuette "B" zuständig. Das IAK ehrt damit Persönlichkeiten, die sich für Demokratie, Respekt und Toleranz sowie gegen das Vergessen einsetzen. Steuer arbeitet ehrenamtlich mit der Gedenkstätte Ahlem zusammen und bringt Auszubildenden die Erinnerung an Verfolgung während des Nationalsozialimus und jüdischen Lebens in Ahlem näher. Dr. Karl Teille (Wolfenbüttel) leitet das Institut für Informatik an der AutoUni in Wolfsburg. Er ist Herausgeber eines Buchs mit Fotos des Holocaust-Mahnmals und Gedichten, unter anderem von Dichtern, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden.

Sachsen-Anhalt: Claus Hansper (Beendorf, Landkreis Börde) engagiert sich ehrenamtlich in der Gedenkstätte Morsleben/Beendorf, früher Außenlager des KZ Neuengamme.