Das Gas- und Dampfturbinenkraftwerk soll 2022 in Betrieb gehen / Foto: Volkswagen

Umbau spart rund 1 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr ein, das entspricht dem CO2-Ausstoß von 580.000 Autos
Gas- und Dampfturbinenkraftwerk soll 2022 in Betrieb gehen
Statt Steinkohleblöcke künftig mit Erdgas befeuerter Doppelblock
Wolfsburg (WB/Volkswagen AG) - Die Volkswagen AG modernisiert das Heizkraftwerk Wolfsburg-West. Die beiden Steinkohleblöcke des Heizkraftwerks West auf dem Werksgelände werden durch einen mit Erdgas befeuerten Doppelblock ersetzt.

Durch die Umrüstung werden pro Jahr eine Million Tonnen CO2 eingespart, das entspricht dem CO2-Ausstoß von 580.000 Autos. Das neue Gas- und Dampfturbinenkraftwerk soll im Herbst 2022 in Betrieb gehen. Die Gesamtleistung des Kraftwerks beläuft sich dann auf 288 Megawatt elektrischer und rund 265 Megawatt Wärmeleistung.

Ralf Pfitzner, Leiter Nachhaltigkeit des Volkswagen Konzerns, sagt: „Bei der Dekarbonisierung geht es uns darum, während des gesamten Nutzungszyklus des Automobils den CO2-Ausstoß zu vermeiden, zu reduzieren und, wenn es gar nicht anders geht, zu kompensieren. Die Dekarbonisierung betrifft nicht nur den Betrieb unserer Fahrzeuge, sondern auch unsere Lieferkette und die Produktion bei Volkswagen. Dort leisten wir jetzt mit der Umstellung von Kohlekraftwerken auf Gas einen signifikanten Beitrag zur CO2-Reduktion.“

Die mit dem Umbau beauftragte Firma (Mitsubishi Hitachi Power Systems Europe), testet in den Niederlanden außerdem, wie aus erneuerbaren Energien gewonnener Wasserstoff in einem Gaskraftwerk genutzt werden kann. Auch synthetisches Erdgas, das in so genannten „Power-to-Gas“-Anlagen produziert werden kann, ließe sich in Zukunft für die Stromerzeugung nutzen.

Wenn alle Kraftwerke am Standort Wolfsburg mit den neuen und hocheffizienten Gasturbinen ausgerüstet sind, werden die CO2-Emissionen in der Strom- und Wärmeerzeugung dann dauerhaft um rund 1,5 Millionen Tonnen pro Jahr gesenkt. Dies entspricht dem jährlichen CO2-Ausstoß von aktuell ca. 870.000 Fahrzeugen und ist ein Rückgang von fast 60 Prozent im Vergleich zu den bisherigen Emissionen der Kraftwerke am Standort Wolfsburg.

Auf dem Weg zur vollständigen Dekarbonisierung bis 2050 hat der Volkswagen Konzern in allen Bereichen Ziele festgelegt, die in den nächsten Jahren erreicht werden sollen. Bis 2025 soll sich der CO2-Ausstoß aller Werke gegenüber 2010 um die Hälfte reduzieren. Die Fertigung von Audi in Brüssel beispielsweise läuft bereits komplett CO2-neutral. Auch das Werk Zwickau wird nicht nur Leitwerk für den Modularen E-Antriebsbaukasten (MEB), der künftig hier produzierte ID. soll bilanziell CO2-neutral an den Kunden ausgeliefert werden.

Um die CO2-Bilanz der Fahrzeuge über den gesamten Lebenszyklus zu verbessern, setzt Volkswagen bereits bei den Lieferketten an. Bis 2025 soll der CO2-Fußabdruck der Fahrzeug-Flotte über den gesamten Lebenszyklus hinweg um 30 Prozent gegenüber 2015 reduziert werden. Dementsprechend wird Volkswagen das Fahrzeug-Portfolio elektrifizieren und investiert dafür allein bis 2023 mehr als 30 Milliarden Euro. Der E-Anteil in der Flotte soll bis 2030 auf mindestens 40 Prozent steigen.

* Berechnung: ∅ Fahrleistung Pkw (Otto+Diesel+CNG) von 14.100 [km/Jahr]. EU Flottenwert 122 g/km. Quelle: Mobilitätskennzahlen 2015/2016.