Benjamin Leuchter im Golf GTI TCR (Rennversion) / Foto: Volkswagen Motorsport

Fünfter Saisonlauf im spektakulären Umfeld der 24h Nürburgring
Lokalmatador im Porträt: Benjamin Leuchter kennt sich bestens auf der Nordschleife aus
Wolfsburg (WB/Volkswagen AG) - Für Volkswagen Motorsport und das Team Sébastien Loeb Racing steht am Wochenende ein Highlight im WTCR – FIA Tourenwagen-Weltcup auf dem Programm: Vom 20. bis 22. Juni starten Mehdi Bennani (MA), Rob Huff (GB), Johan Kristoffersson (S) und Benjamin Leuchter (D) in ihren Volkswagen Golf GTI TCR auf der legendären Nürburgring-Nordschleife (D).

200.000 Zuschauer werden erwartet, wenn sich die WTCR-Piloten im Rahmenprogramm der 24h Nürburgring auf der 25,378 Kilometer langen Kombination aus Grand-Prix-Strecke und Nordschleife messen. Nach den ersten Podestplätzen der Saison beim vergangenen Lauf in Zandvoort (NL) geht Volkswagen beim Heimspiel selbstbewusst an den Start, allen voran Lokalmatador Leuchter. Der Duisburger kennt die Nordschleife besser als jeder andere Fahrer im 27-köpfigen Starterfeld.

Hört man sich im Fahrerlager um, dann ist der fünfte Lauf im WTCR – FIA Tourenwagen-Weltcup auf dem Nürburgring für alle Piloten ein besonderer Event im Saisonkalender. Für Volkswagen Fahrer Benjamin Leuchter ist es sein Motorsport-Highlight des Jahres. Im März 2008 machte der Duisburger zum ersten Mal Bekanntschaft mit der Rennstrecke, auf der er in einem Ford Fiesta 1600 in der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring auf Anhieb den Klassensieg feierte.

Harte Lehrjahre liegen zu diesem Zeitpunkt bereits hinter Leuchter. 2003 schaffte er über einen Sichtungslehrgang von BMW den Sprung in das Juniorteam des Münchner Autobauers. Nur acht Nachwuchstalente wurden europaweit gefördert. Einer davon ist Leuchter, ein anderer Sebastian Vettel. Doch schneller als gedacht trennten sich die Wege der beiden deutschen Youngster. Während Vettel die Karriereleiter bis zum Weltmeistertitel in der Formel 1 emporklettert, wurde Leuchter bereits in seinem ersten Jahr im Automobilrennsport klar, dass eine Formel-Karriere seine Familie finanziell überfordern würde. Er entschied sich für den Wechsel in den Tourenwagen-Sport – und hatte Erfolg.

Mit dem Start in der WTCR ging für Leuchter ein Kindheitstraum in Erfüllung. Dass der einzige deutsche Starter in der Saison 2019 diese Herausforderung mit Volkswagen angeht, ist keine Überraschung. Neben seinem Engagement als Fahrer fungiert der 31-Jährige als Markenbotschafter und Motorsportrepräsentant für Volkswagen. Und nicht nur das: In diesem Jahr feiert Leuchter sein zehnjähriges Dienstjubiläum: Im Jahr 2009 hatte er begonnen, als Instruktor im Team der Volkswagen Driving Experience zu arbeiten – und tut dies bis heute. Zudem ist er intensiv in das Test- und Entwicklungsprogramm neuer Serienfahrzeuge der Marke eingebunden.

Benjamin Leuchter Rekordrunde
Leuchter bis heute stolz auf Rekordrunde / Foto: Volkswagen

20. April 2016: Auf der Nürburgring-Nordschleife soll Leuchter einen neuen Rundenrekord für frontgetriebene Serienfahrzeuge aufstellen – mit dem Golf GTI Clubsport S. Es ist nicht irgendein Rekordversuch. Es ist der Kampf gegen die Uhr auf einer der schwersten Rennstrecken der Welt, Leuchters Lieblingsrennstrecke. Monatelang wurde bei Volkswagen an der Abstimmung des kompakten Serien-Sportwagens gearbeitet. Eine Runde. 20,832 Kilometer. Fliegender Start. Bei 7:49,21 Minuten bleibt die Uhr stehen – Mission erfüllt!

Wie viele Runden er mittlerweile auf der Nordschleife zurückgelegt hat, weiß Leuchter nicht. „Im Jahr 2013 habe ich die magische Grenze von 1.000 Runden erreicht und aufgehört zu zählen“, sagt er mit einem Augenzwinkern. „Das ist schade, denn allein durch mein Engagement im Test- und Entwicklungsprogramm für die Serienfahrzeuge von Volkswagen sind unzählige Runden dazugekommen. Es müssten mittlerweile einige Tausend sein.“ Vom 20. bis 22. Juni sollen in den drei WTCR-Rennen insgesamt neun dazukommen – und diese möchte Leuchter im Golf GTI TCR so schnell absolvieren wie niemals zuvor.