Ulf Steinmann, Leiter der Agentur für Arbeit Helmstedt / Foto: AA HE

Wolfsburg/Helmstedt (WB/Agentur für Arbeit Helmstedt) - Im Dezember stieg die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Helmstedt leicht um 50 Personen oder 0,5 Prozent auf 9.170. Im Vergleich zum Dezember 2018 waren es 414 bzw. 4,3 Prozent weniger Arbeitslose. Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,3 % und damit 0,2 Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau.


„Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist in unserem Agenturbezirk zum Ende des Jahres insgesamt weitestgehend konstant geblieben. Sie entwickelte sich jedoch regional unterschiedlich. Während wir in der Stadt Wolfsburg einen Rückgang verzeichneten, stieg die Arbeitslosigkeit in den Landkreisen Gifhorn und Helmstedt leicht an. Die Temperaturen sind noch moderat und auch der Wunsch der Betriebe, das Personal in den Unternehmen zu halten, sorgten dafür, dass die Außenberufe noch nicht im größeren Umfang entlassen haben. Im Januar wird die Zahl der Arbeitslosen erfahrungsgemäß aber weiter ansteigen,“ erläutert Ulf Steinmann, Leiter der Agentur für Arbeit Helmstedt und blickt auf das vergangene Jahr: „Erfreulicherweise waren im Jahr 2019 durchschnittlich 755 Menschen beziehungsweise 7,2 Prozent weniger Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen als im Jahr 2018. Mit durchschnittlich 9.737 arbeitslosen Menschen im vergangenen Jahr ist das nach der Wiedervereinigung ein historischer Tiefststand. Gleichzeitig gab es auch mehr Beschäftigte. Wir gehen davon aus, dass der Arbeitsmarkt auch 2020 stabil bleiben wird, eine Rezession sehen wir nicht. Eine sich abschwächende Dynamik machte sich 2019 jedoch vor allem am Rückgang der gemeldeten Arbeitsstellen bemerkbar. Wir erwarten nicht, dass das neue Jahr viel dynamischer sein wird als 2019. Allerdings haben wir in unserer Region auch ein sehr hohes Niveau erreicht. Wir rechnen insgesamt mit einem geringen Anstieg der Beschäftigten und einer leicht sinkenden Zahl der Arbeitslosen. Die größte Herausforderung vor der wir stehen, ist immer noch der wachsende Fachkräftemangel in einigen Branchen. Unser Ziel ist es daher unter anderem, die Langzeitarbeitslosigkeit weiterhin zu senken. Vor allem das Teilhabechancengesetz, das eine Förderung von Beschäftigungsverhältnissen von Langzeitarbeitslosen ermöglicht, ist hier eines unserer wichtigsten Instrumente und wird in der Region gut angenommen. Und auch die Themen Weiterbildung und Qualifizierung sind ein deutlicher Fokus unserer Arbeit. Wir freuen uns, dass wir im Rahmen des Qualifizierungschancengesetzes nun auch Betriebe in allen Größen bei der Weiterbildung ihrer Beschäftigten unterstützen und beraten können. Ein weiterer Punkt, der das Jahr 2020 maßgeblich beeinflussen wird, ist das geplante Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das im März in Kraft treten soll. Wir werden in Zukunft auf die Zuwanderung ausländischer Fach-kräfte in verschiedenen Branchen angewiesen sein. Es ist daher begrüßenswert, dass Politik, Wirtschaft und Verwaltung hier eine Strategie schaffen werden, um mit gezielter Zuwanderung dem Personalnotstand in vielen Bereichen entgegenzuwir-ken.“
Die Unterbeschäftigung*, die neben den Arbeitslosen auch Personen erfasst, die erkrankt sind oder an Qualifizierungen oder anderen arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen, lag im Dezember insgesamt bei 12.258 Personen, das waren 268 oder 2,1 % weniger als vor einem Jahr. Die Unterbeschäftigungsquote liegt bei 5,7 %.
Die schwächer werdende Konjunktur wirkt sich weiterhin auf die gemeldeten Stellen aus. Zwar ist die Nachfrage nach Arbeitskräften vor allem nach Fachkräften weiterhin auf einem hohen Niveau, jedoch verzeichnen wir einen deutlichen Rückgang der gemeldeten Stellen gegenüber dem Vorjahr. Der Zugang seit Jahresbeginn liegt 829 Stellen oder 8,6 % unter dem Vorjahreswert und auch der Stellenbestand nimmt ge-genüber dem Vorjahr um 661 bzw. 18,9 % ab.

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den Landkreisen Gifhorn und Helmstedt und der kreisfreien Stadt Wolfsburg
In den Landkreisen Helmstedt und Gifhorn stieg die Zahl der Arbeitslosen, in der Stadt Wolfsburg sank sie im Vergleich zum Vormonat.
Im Landkreis Helmstedt waren im Dezember 2.787 Menschen arbeitslos gemeldet, das waren 33 bzw. 1,2 % mehr als im November und 62 bzw. 2,2 % weniger als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote betrug 5,6 %. Im Vorjahresmonat lag sie bei 5,7 %.
* Dazu gehören Personen in Arbeitsmarktmaßnahmen, beruflicher Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten, Gründungszuschuss, Altersteilzeit etc. Aufgrund der Vorläufigkeit der Daten zur Maßnahmeteilnahme können sich hier in den kommenden Monaten noch Änderungen ergeben. Nicht enthalten sind Beschäf-tigte in Kurzarbeit, weil diese Daten erst mit mehrmonatiger zeitlicher Verzögerung erhoben werden können

Im Landkreis Gifhorn waren im zurückliegenden Monat 3.646 Menschen arbeitslos, 80 bzw. 2,2 % mehr als im November und 120 bzw. 3,2 % weniger als im Vorjah-resmonat. Die Arbeitslosenquote beträgt 3,8 % und liegt damit 0,2 Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau.
2.737 Menschen waren im Dezember in der Stadt Wolfsburg arbeitslos und damit 63 oder 2,3 % weniger als im November. Im Vergleich zum Vorjahr waren es 232 bzw. 7,8 % weniger Arbeitslose. Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,0 % und damit 0,4 Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau.

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Die wichtigsten Daten für Dezember

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