Kartenausschnitt aus GEOLIS / Foto über Stadt Wolfsburg/GEOLIS

Planungs- und Informationsinstrument "GEOLIS" ist online
Wolfsburg (WB/Stadt Wolfsburg) - Die Stadt Wolfsburg geht ab 2020 von einer stark steigenden Nachfrage nach Ladepunkten aus. Neben der schon jetzt wachsenden Anzahl an Elektrofahrzeugen in Wolfsburg hat die Stadt gemeinsam mit Volkswagen das strategische Ziel definiert, bis 2025 50% Elektrofahrzeuge im Fahrzeugbestand erreichen zu können.

Obwohl die Stadt Wolfsburg öffentliche Ladepunkte nicht selbst aufbaut und betreibt, hat sie ein neues Angebot zur Weiterentwicklung der Elektromobilität in der Stadt geschaffen. GEOLIS zeigt bereits seit Anfang des Jahres den Bestand an öffentlich zugänglichen Ladepunkten; derzeit über 350 Stück. Die hierfür notwendigen Daten werden von den meisten Ladesäulenbetreibern aus Wolfsburg im GEOLIS selbst gepflegt. Die Stadt hat dafür gemeinsam mit Partnern und Betreibern bestehend aus Volkswagen, Wohnungsbauunternehmen, Wirtschaftsförderern, Stadtwerke und Netzbetreiber ein Netzwerk aufgebaut, in dem sich zu Planungen für Ladeinfrastruktur und die Weiterentwicklung der Elektromobilität ausgetauscht wird. In Kürze werden im GEOLIS auch die Standorte der neuen mobilen Ladesäulen abrufbar sein.

Daneben ist im GEOLIS jetzt eine weitere Funktion freigeschaltet, die das Standortpotenzial für neue Ladepunkte angibt. Die Information soll vor allem Betreibern und Investoren als erster Hinweis für die Weiterentwicklung von Ladeinfrastruktur in Wolfsburg dienen. Derzeit zeigt das System das Potenzial für neue Schnellladepunkte, später sollen auch die Potenziale für Normalladepunkte (unter 22 kW Leistung) ergänzt werden.
"Mit der Darstellung des Bestands an Ladepunkten wollen wir ein Informationsangebot für alle Interessierten in und außerhalb Wolfsburgs schaffen. Mit der neuen Heatmap möchten wir für aktuelle und künftige Betreiber und Investoren von Ladeinfrastruktur schnell ersichtlich machen, wo Potenziale für neue Ladepunkte in der Stadt liegen. Ein solches Angebot seitens einer Kommune ist bisher neu", lädt Oberbürgermeister Klaus Mohrs alle Interessierten ein, das Angebot zu nutzen.

Die Methodik hinter GEOLIS:

GEOLIS errechnet aus Einzelwerten von Strukturdaten, die wie Schichten übereinander gelegt werden, alle 100x100 m auf der Stadtkarte einen Gesamtwert, der das Potenzial für neue Ladeinfrastruktur angibt. Aus den jeweiligen Gesamtwerten wird eine grafische Darstellung- eine sog. Heatmap- generiert, deren Farbverlauf an ein Wärmebild erinnert. Tiefrote Bereiche zeigen ein hohes Potenzial für künftige, öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur. Für die Einzelwerte greift das GEOLIS, das auf dem Geoinformationssystem der Stadt basiert, auf Strukturdaten zurück: die Bevölkerungsdichte im Geschosswohnungsbau, die Verkaufsfläche des Einzelhandels, Daten zur Anzahl von Transformatoren des Netzbetreibers, die Anzahl der Beschäftigten Personen am Arbeitsort, Parkplätze, das Verkehrsaufkommen sowie die Anschlussstellen von Autobahnen. Kommen in einer 100x100m- Zelle also zum Beispiel viele Parkplätze, eine hohe Einwohnerdichte, ein Einzelhandelsangebot und genügend Stromnetzkapazitäten zusammen, wächst der Gesamtwert (Heatwert) der Zelle und damit das Potenzial für neue Ladeinfrastruktur. Werte einer Zelle beeinflussen auch Werte von Nachbarzellen, um praxisnahe Umkreise um punktuelle Abfragen zu ermöglichen. Besteht beispielsweise ein Parkplatz in Autobahnnähe, ist dieser Wert nicht nur in einem 100x100m-Radius interessant, sondern abgeschwächt auch darüber hinaus. Bisher sind die Einzelwerte gleich gewichtet, ein Parkplatz also für den Gesamtwert je Zelle genauso bedeutend wie ein Einzelhandelsangebot. Ob eine andere Gewichtung nötig wird, sollen Erfahrungen mit dem System zeigen.
NutzerInnen erhalten die Ergebnisse mittels Klick auf den gewünschten Standort in der Kartenansicht. Diese Abfrage in der Heatmap des GELOS ermöglicht es jedem Nutzer nachzuvollziehen, welches Standortpotenzial vorliegt und auf welcher Grundlage die Bewertung erfolgt ist.
Abrufbar ist GEOLIS im Geoportal der Stadt Wolfsburg unter https://geoportal.stadt.wolfsburg.de/ und dort neben den anderen Angeboten des Portals in der Themenkarte "Elektromobilität" zu finden.
Gemeinsam Abteilung für Geoinformationssysteme des Geschäftsbereichs Informationstechnologie wurde GEOLIS vom Referat Strategische Planung, Stadtentwicklung, Statistik der Stadt Wolfsburg entwickelt. Im kommenden Jahr sollen weitere Funktionen ergänzt werden. Denkbar ist beispielsweise eine Darstellung in Echtzeit, ob ein Ladepunkt belegt oder frei ist.