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Gifhorn (WB/Polizeiinspektion Gifhorn) - Viele Bewohner im Großraum Gifhorn haben sich wahrscheinlich gewundert, warum ihnen einige Briefe von Familie und Freunden nicht zugestellt wurden. Die Ermittlungen der Polizei Gifhorn haben einen recht simplen und zugleich erschreckenden Grund zum Vorschein gebracht: Ein angestellter Zusteller der Deutschen Post AG hat seit mindestens Sommer 2019 diverse Briefe und Postsendungen nicht ausgeliefert.

Der 32-jährige Gifhorner missbrauchte seine berufliche Position um die Sendungen abzufangen und sich möglicher enthaltener Wertgegenstände bzw. Bargeld zu bereichern. Anschließend fanden die Postsendungen ihren Weg in eine Mülltüte. Es wurde nicht nur in mehr als 100 Fällen das Briefgeheimnis verletzt, auch wurden viele Bürger um ihre Weihnachts-, Glückwunsch- und Dankeskarten und um die darin enthaltenen netten Gesten und Aufmerksamkeiten gebracht. Neben normalen Brief- und Postsendungen wurden auch diverse Pakete mit hohem enthaltenen Geldwert entwendet bzw. einbehalten, um dann wieder verkauft zu werden. Aktuell beläuft sich der entstandene Schaden auf mindestens 70.000 Euro. Die abschließende Schadenssumme ist derzeit noch nicht genau bezifferbar, da die Ermittlungen noch laufen und noch nicht alle Sendungen gesichtet und zusammengetragen wurden.

Derzeit arbeitet die Polizei auf Hochtouren daran, die Absender bzw. Empfänger der Briefsendungen zu erreichen, um zumindest einige Karten noch vor dem Fest in die Familien zu bringen. Zudem ist der Polizei auch daran gelegen zu erfahren, was und wie viel sich ggf. an Wertgegenständen in den Sendungen befunden hat. Möglicherweise wird sie also auch ein Anruf der Kollegen der Polizei Gifhorn erreichen.