v.l.: Michael Nickel und Bernd Ingelmann von der Polizei Hannover, Caroline Hackemack vom Netzwerk "Zuhause sicher", Tischler Ingo Hofmann, Mario Dedolf von der Polizei Wolfsburg / Foto: Polizei Wolfsburg

Wolfsburg (WB/Polizei Wolfsburg) - Im Rahmen einer Informationsveranstaltung des Netzwerks "Zuhause sicher" am Mittwoch in der Polizeiinspektion zeigten Polizei und Handwerk ausdrücklich die Bereitschaft, zukünftig für das Wolfsburger Stadtgebiet und den Landkreis Helmstedt innerhalb einer Schutzgemeinschaft als Netzwerkpartner zusammenzuarbeiten.

Gleich fünfzehn Unternehmen erklärten die Bereitschaft, sich dem gemeinnützigen Verein mit Sitz in Münster in einer Schutzgemeinschaft zusammenzuschließen. Olaf Gösmann als Leiter der Polizeiinspektion begrüßt diese Initiative als weiteren Baustein in der Einbruchsprävention. "Bereits seit fünf Jahren ist die Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls ein Schwerpunkt unserer Arbeit", bilanzierte der Polizeichef. "Die gute Kombination von Präventions- und Ermittlungsarbeit führte in diesem Zeitraum inspektionsweit zu einem Rückgang der Fallzahlen um gut 16 Prozent." Die Präventionsexperten Mario Dedolf (Polizei Wolfsburg) und Harald Grothe (Polizei Helmstedt) sehen durch das Netzwerk die Möglichkeit, langfristig diesem Deliktsbereich entgegenwirken zu können. Die Hauptkommissare sind sich sicher, dass durch zertifizierte Sicherheitstechnik deutlich mehr Einbrüche verhindert werden, denn 95 Prozent aller Einbrüche geschehen, wenn niemand daheim ist. Werden im Herbst die Tage kürzer, nutzen Einbrecher den Schutz der Dunkelheit. Da bieten sich den Tätern zahlreiche Gelegenheiten. Zwischen 14 und 22 Uhr sind viele Häuser und Wohnungen unbewohnt - mindestens 70 Prozent der Einbrüche passieren in diesem Zeitfenster. Aktuell bleiben knapp über 40 Prozent der Taten im Versuchsstadium stecken. Ziel des Netzwerkes ist es, diese Zahlen zu steigern, so die Polizeiexperten. Nähere Informationen auf der Homepage des Vereins unter: http://www.zuhause-sicher.de/

Caroline Hackemack vom Verein aus Münster, Polizeihauptkommissar Michael Nickel und Polizeioberkommissar Bernd Ingelmann von der Polizei Hannover informierten ausführlich über die Strukturen des Netzwerks und Tischler Ingo Hofmann, der in Hannover schon seit zehn Jahren der Initiative angehört, zeigte die Vorteile der öffentlich-privaten Partnerschaft für Unternehmen auf. Das Landeskriminalamt Niedersachsen erstellte eine Liste von zertifizierten Errichterunternehmen, um bei der Vielzahl an Produkten und Werbeversprechen auf einem unüberschaubar großen Markt für Einbruchschutz eine Orientierung zu geben. In der Region Wolfsburg-Helmstedt zählen in Helmstedt die Schlosserei Franke, Sicherheitstechnik-Hyss & Schubert und remotis Schadenbeseitigung dazu. In Wolfsburg bieten die Unternehmen Lege Sicherheitstechnik GmbH, Firma Artur Taube, König Glas + Fensterbau und B. Taube Sicherheitstechnik, Tischlerei HvM GbR sowie Schlüsseldienst Strecker Vorsfelde und Elektro Vass GmbH & Co. KG ihre Dienste an. Ebenso sind die Termath AG und die SPIE Fleischauer GmbH sind dabei. An die Firmen Tischlerei Meyer & Comp. GmbH & Co. KG und TV Bordasch können sich Interessierte in Velpke und Fischer3S in Lehre wenden.

Hintergrund zum gemeinnützigen Verein Netzwerk "Zuhause sicher"

Das Netzwerk "Zuhause sicher"; zu dem insgesamt schon über 500 Partner gehören, bietet neutrale Orientierung mit fachkundigen Informationen und der "Zuhause sicher"-Präventionsplakette. Der Weg führt von der polizeilichen Beratung über die handwerkliche Montage bis zur Vergabe der Präventionsplakette.

Konkret gemacht in drei Schritten:

Schritt 1 - Sicherheitsberatung bei der Polizei: Für alle interessierten Bürger bieten die polizeilichen Beratungsstellen bundesweit eine firmen- und produktneutrale Sicherheitsberatung an. Hier erklären die polizeilichen Präventionsexperten Täterarbeitsweisen, Schwachstellen am Gebäude und sinnvolle Sicherungen. Von der mechanischen Sicherheitstechnik über Verhaltensprävention bis zu elektronischen Sicherungen reichen die Beratungsinhalte - immer neutral und ausgerichtet an DIN oder vergleichbaren Normen.

Schritt 2 - Umsetzung der polizeilichen Empfehlungen: Die Fachbetriebe der "Zuhause sicher"-Schutzgemeinschaften können die polizeilichen Empfehlungen fachgerecht umsetzen. Als Errichter von mechanischen Nachrüstungen oder von Alarmanlagen/Videotechnik haben die Betriebe ihre Qualifikation dem Landeskriminalamt gegenüber nachgewiesen.

Schritt 3 - Übergabe der Präventionsplakette: Wenn man schließlich das eigene Zuhause mit Einbruch hemmender Sicherheitstechnik und Rauchmeldern gemäß Bauordnung ausgestattet, eine gut lesbare Hausnummer an der Hauswand angebracht und ein Telefon am Bett platziert hat, kann man die Präventionsplakette des Netzwerkes "Zuhause sicher" erhalten. Zudem gewähren die im Netzwerk "Zuhause sicher" engagierten Versicherer einen Nachlass auf die Hausratsversicherung.