Oberbürgermeister und Landräte sind sich einig
Wolfsburg/Hannover (WB/Braunschweiger Gruppe) - Die „Braunschweiger Gruppe“, Interessenvertretung der SPD-Landtagsabgeordneten aus der Region Braunschweig, hofft auf die Bereitschaft der Ostfalia, die akademische Hebammenausbildung in ihr Studienangebot aufzunehmen. Für die Region wäre ein solches Angebot von entscheidender Bedeutung, wie die Landtagsabgeordneten Annette Schütze (Braunschweig) und Immacolata Glosemeyer (Wolfsburg) betonen.

Auch die Oberbürgermeister und Landräte der Region sprechen sich dafür aus, den Ausbildungsstandort für Hebammen in der Region zu halten. In einem Brief an Minister Thümler unterstreichen sie die Bedeutung für die Region und empfehlen die Ostfalia für eine akademische Ausbildung.

„Wir begrüßen diesen Vorstoß außerordentlich. Damit zeigt sich die Bedeutung, die eine Versorgung mit Hebammen für die gesamte Region hat“, bewerten Annette Schütze und Immacolata Glosemeyer die Lage. „Auch Wissenschaftsminister Thümler hatte in seiner Unterrichtung zum Haushalt am Montag schon angedeutet, dass ein weiterer Standort im Gespräch ist. Jetzt muss nur noch die Ostfalia zusagen“, so Schütze, die im Ausschuss für Wissenschaft und Kultur sitzt. „Ein Signal der Ostfalia, ab 2021 einen Studiengang in Hebammenwissenschaften anbieten zu wollen, würde gerade zur rechten Zeit kommen. Auf diese Weise wäre ein nahtloser Übergang von der Hebammenschule zum akademischen Hebammenstudium möglich“, erörtert die Braunschweigerin.

„Durch die ersatzlose Schließung der traditionsreichen Hebammenschule in Braunschweig würde die Versorgung der gesamten Region auf dem Gebiet der Schwangerschaftsvorsorge in Schieflage geraten“, betont Glosemeyer die Konsequenzen. „Hebammen sind ein fester und wichtiger Bestandteil der gesamten Gesundheitsfürsorge. Der Erhalt der lokalen Ausbildungsmöglichkeiten ist daher von entscheidender Bedeutung für die regionale Versorgung“, so die Wolfsburgerin, die Mitglied im Sozialausschuss ist.

„Mit der Bereitschaft der Ostfalia, einen Hebammenstudiengang einzurichten, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung getan. Vorher gilt es jedoch, weitere Hürden zu beseitigen. Die Besetzung der Professuren des neuen Studiengangs wird eine weitere Herausforderung darstellen. Vorstellbar wäre daher auch eine Kooperation mit den bereits genehmigten Ausbildungsstandorten in Niedersachsen. Für den praktischen Teil des Hebammenstudiums könnten die neuen Studiengänge auf die langjährigen Erfahrungen der ansässigen Kliniken zurückgreifen“, schlagen beide Landtagsabgeordnete vor.

„Das Klinikum Braunschweig arbeitet bereits seit Jahren mit einem eigens für die Praxisanleitung der Hebammenschülerinnen entwickelten Standard. Als zweitgrößtes Level 1 Haus für die Versorgung von Frühgeborenen, ist es bereits heute Anziehungspunkt für Hebammenschülerinnen aus dem gesamten Bundesgebiet. Diese beispielhafte Zusammenarbeit muss bestehen bleiben!“, fordert Schütze, die auch Mitglied des Aufsichtsrates Klinikum ist.