Ali Altschaffel, Billen-Pavillon, Illustration, 2019.

Möglichkeiten den Billen-Pavillon in Wolfsburg wiederzubeleben
Kultur braucht Orte
Wolfsburg (WB/Kunstverein Wolfsburg) - Wolfsburg verfügt über eine einzigartige Architektur- und Kulturlandschaft: Das phaeno von Zaha Hadid, das Theater von Hans Scharoun und das Kulturhaus von Alvar Aalto. Nicht ganz so bekannt, aber nicht weniger wichtig ist das ehemalige Geschäftsgebäude der Firma Naturstein Billen unweit der Berliner Brücke, das dieses Jahr 60jähriges Jubiläum feiert.

Inspiriert von Mies van der Rohes Barcelona-Pavillon aus dem Jahre 1929 errichtete der Architekt Rudolf Richard Gerdes 1959 einen flachen lichtdurchfluteten Bau, der im Inneren aufwendig mit Natursteinwänden ausgestattet ist. Seit 2012 steht das denkmalgeschützte Gebäude leer und wartet seitdem auf eine neue Nutzung. Der vom 18. August bis zum 8. September stattfindende und u. a. vom Forum Architektur der Stadt Wolfsburg und dem Institut Heidersberger organisierte BILLEN-PAVILLON Kultursommer möchte mit verschiedenen Ausstellungen und Veranstaltung neue Nutzungsmöglichkeiten erproben. Ziel der Initiative ist es aber auch, das Baudenkmal wieder mehr in das Gedächtnis der Bevölkerung zu rufen und auf die lebendige Kunst- und Kulturszene der Stadt aufmerksam zu machen.

Auch der Kunstverein Wolfsburg feiert in diesem Jahr sein 60jähriges Bestehen und beteiligt sich als eine der ältesten Kulturinstitutionen Wolfsburgs sehr gerne am BILLEN-PAVILLON Kultursommer. Unter dem Titel „Kultur braucht Orte“ diskutiert Justin Hoffmann, Leiter des Kunstvereins, am Sonntag, den 25. August ab 15 Uhr mit den Künstler*innen Folke Köbberling und Bernd Schulz, die während des Kultursommers im Billen-Pavillon ausstellen, über die künstlerischen und kulturellen Möglichkeiten, leer stehende Gebäude zu erhalten und wiederzubeleben.
Köbberling, die wie Schulz am Institut für Architekturbezogene Kunst der Technischen Hochschule Braunschweig beschäftigt ist, hat für den Billen-Pavillon die Arbeit „Low Tec Isolation“ entwickelt. Die installative Arbeit verkleidet mit Schaf-Rohwolle eine Innenwand, die nach dem Abriss des angrenzenden Gebäudes zur Außenwand wurde. Damit thematisiert sie die sinkenden Preise für lokale Wolle, die heute vielfach verbrannt oder untergepflügt wird, obwohl Wolle als Dämmmaterial sowie Akustik- und Schadstofffilter einen nachhaltigen und natürlichen Rohstoff darstellt. Schulz, macht mit seiner Installation „InsideOut“ mithilfe von Projektoren und Lichtimpulsen die nicht öffentlich zugängliche nördliche Werkhalle von außen erlebbar.
Ein Sommercafé vor dem Gebäude lädt vor und nach dem Künstler*innengespräch bei Musik von DJ Andi Plate und kühlen Getränken zum „Chillen bei Billen“ ein.
Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Künstler*innengespräch mit Folke Köbberling, Berlin und Bernd Schulz, Wolfsburg
Moderation: Justin Hoffmann, Kunstverein Wolfsburg
Sonntag, den 25. August 2019, 15 Uhr
Im Rahmen des BILLEN-PAVILLON Kultursommers
Billen-Pavillon, Maybachweg 7, 38446 Wolfsburg