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Wolfsburg (WB/Haus&GrundWolfsburg) - Urlaubszeit ist Einbruchszeit. Wer in seiner Abwesenheit zu Hause von Einbrechern heimgesucht wird, muss das gegenüber seiner Hausratsversicherung beweisen. Insbesondere muss er den Nachweis führen, dass er durch einen „versicherten“ Einbruchdiebstahl geschädigt worden ist.

Kann er diesen Nachweis „durch frische Einbruchsspuren“ nicht erbringen, genügt auch die Darlegung einschließlich des Beweises von Indizien, die alle nicht versicherten Entwendungsmöglichkeiten als so unwahrscheinlich erscheinen lassen, dass nach dem Gesamtbild auf eine hinreichende Wahrscheinlichkeit für den eingetretenen Versicherungsfall (Einbruch) geschlossen werden. Darauf macht jetzt Haus & Grund Wolfsburg und Umgebung e. V. unter Bezug auf ein Urteil des OLG Hamm (OLG Hamm, Beschluss vom 15. Mai 2017 - I-6 U 30/17) aufmerksam. Geschäftsführer Adam Ciemniak erläutert: „Dazu ist ein Mindestmaß an Tatsachen nachzuweisen, die mit hinreichender Wahrscheinlichkeit den Schluss auf eine versicherte Entwendung abhandengekommener Sachen zulassen. Dazu gehört bei einem Einbruchdiebstahl, dass Einbruchsspuren vorhanden sind. Nicht erforderlich ist dagegen, dass aufgefundene Spuren zweifelsfrei auf einen Einbruch schließen lassen.“ Und weiter: „Notwendig ist zumindest eine Spurenlage, die auf einen Einbruchdiebstahl hindeuten kann, wie zum Beispiel Beschädigungen an Fenstern oder Außentüren, oder auch Spuren, die auf ein Durchsuchen der Räumlichkeiten zum Zwecke des Auffindens von Wertgegenständen schließen lassen. Keinesfalls reicht eine von der Polizei geäußerte Vermutung, wonach eine sonst unbeschädigte Türe auch durch einen geeigneten Gegenstand (Dietrich) hätte geöffnet werden können.“ „Abzugrenzen sind diese Fälle von einem sogenannten Nachschlüssel-Diebstahl“, so Ciemniak abschließend.

Damit Sie aber bei Ihrer Rückkehr nicht böse überrascht werden, sollten Sie vor der Abreise Ihr Zuhause gut sichern. Hier einige Tipps:

Türen und Fenster: Fenster und Eingangstüren nach dem Verlassen von Haus oder Wohnung immer abschließen, nur ins Schloss ziehen, reicht nicht.
Briefkasten: Achten Sie darauf, dass Ihr Briefkasten durch Jemanden regelmäßig geleert wird. Auf keinen Fall eine schriftliche Nachricht auf dem Briefkasten für den Briefträger mit einem Verweis an Ihre Nachbarn hinterlassen.
Zeitschaltuhren nutzen: Lassen Sie Rollläden, Lampen und Radio über eine Zeitschaltuhr oder von einem Nachbarn regelmäßig an- und ausschalten. So entsteht für potentielle Einbrecher der Anschein, dass Ihr Haus bewohnt ist.
Wachsame Nachbarn: Informieren Sie Ihre Nachbarn über Ihre Abwesenheit und bitten Sie, gezielt auf Ihr Zuhause achten. Teilen Sie Ihren Nachbarn Ihre Urlaubsadresse mit, dann können diese Sie im Fall der Fälle erreichen.
Anrufbeantworter ausschalten oder anpassen: Einbrecher testen durch gezielte Kontrollanrufe, ob die Bewohner zuhause sind. Ein Anrufbeantworter kann ein Signal für die Einbrecher sein, dass die Bewohner abwesend sind und bietet ihm daher ein leichtes Spiel. Deshalb: Vor dem Urlaub den Anrufbeantworter am besten ausschalten oder zumindest neutral besprechen: „Wir sind gerade nicht erreichbar“ – dies deutet auf eine kurze Abwesenheit hin und schreckt eher ab.
Soziale Netzwerke: Überlegen Sie, was Sie in den sozialen Netzwerken über Ihre Abwesenheit mitteilen. Können Sie ausschließen, dass nicht nur Ihre Freunde erfahren, dass Ihr Haus / Wohnung für längere Zeit unbewohnt ist? Für Kriminelle ist dieses Wissen wie eine Einladung zum Einbruch.

Mehr Informationen erhalten Mitglieder beim Haus & Grund Verein in Wolfsburg, das einen neuen Berater in seinem Team hat. Neben Rechts- und Bauberatung bietet Haus & Grund nun auch Hilfestellung rund um das Thema Versicherungen an. Bin ich unter- oder überversichert? Wie muss ich einen Schaden meiner Versicherung melden? Welche Versicherungen kann ich auf die Betriebskosten umlegen? Sebastian Nuss und das Team Haus & Grund beraten sie gern.