Foto: Fahnen von Deutschland und Großbritannien (über dts Nachrichtenagentur)

London (dts Nachrichtenagentur) - Die Brexit-Unsicherheit kommt Verbraucher und Wirtschaft teuer zu stehen: Die Preise für Überweisungen von Deutschland nach Großbritannien haben in den vergangenen Monaten deutlich angezogen. Die Kosten für eine Transaktion nach Großbritannien

bei den fünf größten Finanzinstituten in Deutschland sei in den letzten drei Monaten um durchschnittlich 17 Prozent gestiegen, berichten die Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" (Freitagsausgaben) unter Berufung auf eine Untersuchung des Marktforschungsunternehmens Consumer Intelligence im Auftrag des Finanzdienstleisters TransferWise. Demnach hätten einzelne Institute im Vergleich zum Juli dieses Jahres 25 Prozent mehr Gebühren für Geldtransfers auf die britischen Inseln verlangt.

Die Marktforscher hätten analysiert, wie viel Geld Verbraucher für eine Überweisung von 1.000 Euro bei den verschiedenen Anbietern zahlen müssen, berichten die Zeitungen weiter. Die analysierten Kosten setzten sich aus den offiziellen Überweisungsgebühren und dem versteckten Kostenaufschlag auf den Wechselkurs zusammen. Während die Grundgebühr bei den verglichenen Instituten unverändert geblieben sei, habe sich der versteckte Aufschlag auf den Wechselkurs zum Teil um mehr als 500 Prozent erhöht, heißt es in der Studie.

Die Kostenspanne für Überweisungen von 1.000 Euro nach Großbritannien hätte von 19,79 Euro bis 30,71 Euro pro Transaktion gereicht. "Im Vorfeld des Brexits haben die Banken und Finanzdienstleister ihre Preise angezogen - und dabei wollen sie unentdeckt bleiben", sagte Kristo Käärmann, Mitgründer und Geschäftsführer von TransferWise, den Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland". Während die offizielle Gebühr unverändert bleibe, "schrauben sie heimlich am Wechselkurs und schlagen beträchtliche Mehrkosten auf. Statt vom guten Kurs zu profitieren, zahlen Verbraucher nun sogar noch mehr", so Käärmann weiter.