Foto: Heizkraftwerk (über dts Nachrichtenagentur)

Leipzig (dts Nachrichtenagentur) - Die Energiebörse EEX sieht die mögliche Einführung einer CO2-Steuer in Deutschland kritisch. Bei einer Steuer lege man die Höhe fest und hoffe, dass diese dann die gewünschte Lenkungswirkung entfalte,

sagte EEX-Chef Peter Reitz dem "Handelsblatt". Aber es sei unwahrscheinlich, dass der CO2-Ausstoß durch eine Steuer exakt so stark sinke wie gewünscht.

"Das ist bei einem Handelssystem anders." Hier könne man durch die Menge an ausgegebenen CO2-Zertifikaten sicherstellen, dass man seine Ziele exakt erreiche. In der Politik wird derzeit intensiv über eine stärkere Bepreisung von CO2 diskutiert.

Am 20. September will das Klimakabinett der Bundesregierung dazu Entscheidungen treffen. Die EEX steht laut Reitz im intensiven Austausch mit der Politik. Über die EEX läuft seit 2005 ein großer Teil des Handels mit europäischen CO2-Zertifikaten.

Das europäische System deckt aber bisher nur ungefähr die Hälfte aller Emissionen in Europa ab – und das muss sich aus der Sicht von Reitz ändern. "Alle Sektoren müssten in den Emissionshandel miteinbezogen werden – also auch die Bereiche Wärme und Verkehr", forderte er. Falls dazu kurzfristig keine Einigung auf europäischer Ebene möglich sei, könne Deutschland allein vorangehen.

"Das Emissionshandelssystem sieht ausdrücklich nationale Ergänzungsmöglichkeiten vor", sagte Reitz. "Deutschland könnte also entscheiden, die Bereiche Verkehr und Heizung mit in das System aufzunehmen."