Foto: Marcel Langthim/Pixabay

Der Bauernverband fordert die Bejagung des Wolfes, da immer mehr Nutztiere gerissen werden.
Wolfsburg (WB/ÖDP-Carsten Krehl) - Ich würde mir wünschen Bauernverband und Landvolk würden das Engagement, was sie gegen den Wolf an den Tag legen, auch gegen Qualtransporte aufbringen, bei denen unzählige Tiere verenden. Das sie auch gegen KollegInnen aus den eigene Reihen vorgehen, die ihr Vieh schlagen, misshandeln und verhungern lassen.

Mein Name ist Carsten Krehl, ich bin Landesvorsitzender der ÖDP Niedersachsen und ich schreibe diesen Beitrag, weil wir als Partei zum einen Weidetierhaltung begrüßen und auf der anderen Seite den Wolf als wertvollen Bestandteil des biologischen Naturschutzes sehen.
In einer Zeit, in der wir eines der größten Artensterben der Erdgeschichte erleben, ist die Rückkehr einer in Deutschland ausgerotteten Art zu begrüßen.

Weidetierhaltung bringt in hohem Maße Leistungen für die Gesellschaft: „Sie erzeugen besonders hochwertige Lebensmittel und Rohstoffe, gestalten Landschaften und ein reiches Landschaftsbild. Extensive Weiden gehören zu den artenreichsten Lebensräumen Europas. Schafe sichern Deiche, Weidekühe Berghänge. Gerade in meiner Heimatregion sorgen Schafe und Rinder für Landschaftsschutz in den Mooren, somit tragen Weidetiere zum Klimaschutz bei. Genauso erhalten Schafe wertvolle Heidelandschaften.

Die Probleme, die Landwirtschaft und Schäfer haben sind nicht beim Wolf zu suchen. Sie sind fast ausschließlich finanzieller Natur. Die Arbeitsleistung in der Landwirtschaft wird ohnehin nicht adäquat bezahlt.

Ein Blick in den Supermarkt reicht um zu sehen, dass mit den Fleisch-und Milchpreisen keine vernünftige Tierhaltung möglich ist.

Es ist Aufgabe der Politik, den Herdenschutz zu finanzieren. Das muss unbürokratisch und schnell passieren! Es ist dafür Sorge zu tragen, dass möglichst viele Tierhalter Schutzmaßnahmen ergreifen, da die überwiegende Zahl an Übergriffen auf nicht (ausreichend) geschützten Weiden stattfinden.

Genauso ist es Aufgabe der Politik, die Weidetierhaltung, die besonders arbeitsintensiv ist, zu fördern. Dies kann über eine Weidetierprämie oder äquivalente Maßnahmen erfolgen.

Auch der Verbraucher ist gefragt, denn Weidetierhaltung ist nicht zu Dumpingpreisen möglich.

Nun können wir uns fragen, ob der Wolf diese ganzen Investitionen wert ist?
Ganz entschieden und uneingeschränkt: JA!
Forscher im Yellowstone Nationalpark (Montana/USA) haben herausgefunden, dass sich nach Wiederansiedelung des Wolfes Baumbestände teilweise verfünfacht haben, andere Tiere wie Biber sich mit Begleittieren (Amphibien, Reptilien usw.) wieder angesiedelt haben und sich sogar Flußläufe durch geringere Erosion erweitert haben.
Auch die Zahl der Vögel ist deutlich gestiegen.
Der Wolf ist biologischer Naturschutz.
Als Gesundheitspolizei des Waldes frisst er häufig auch kranke und schwache Tiere und somit hält er den Bestand seiner Beutetiere gesund.
Er ist daher unverzichtbarer Bestandteil der Biodiversität.

Hilft uns das Wissen nun weiter? Leider nur bedingt.
Denn das Hauptproblem ist die
Angst der Menschen.
Angst vor dem Unbekannten.
Angst vor Veränderungen.
Angst die Komfortzone in einer durchgetakteten Agrarlandschaft zu verlassen.
Das alles sind irrationale Ängste.
Eltern haben Angst um ihre Kinder, Tierhalter haben Angst um ihre Pferde. Aber die Gefahren gehen nicht vom Wolf aus.