Foto: Friedrich Merz (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Vor dem NATO-Gipfel an diesem Dienstag und Mittwoch hat der CDU-Politiker Friedrich Merz die Bedeutung des Verteidigungsbündnisses hervorgehoben. "Ich teile die Einschätzung der Bundeskanzlerin,

dass die NATO unverzichtbar ist und Europa sich heute noch nicht selbst verteidigen kann", sagte Merz dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Dienstagsausgaben). Es sei wichtig, dass auch der europäische NATO-Teil dafür sorgt, dass das Bündnis die Aufgaben erfüllen kann, die es sich vorgenommen habe, so Merz.

"Dabei geht es nicht nur um mehr Geld, sondern auch um strategische und organisatorische Fragen wie die gemeinsame Beschaffung von Rüstungsgütern." Dass Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron die NATO "hirntot" und US-Präsident Donald Trump das Bündnis "obsolet" genannt hatten, bezeichnete Merz als "Weckrufe". Die Skepsis des US-Präsidenten könne für Europa "sogar eine Chance" sein, so der CDU-Politiker.

"Er zwingt uns, diese Fragen zu beantworten. Der große Bruder richtet‘s halt nicht mehr." Die USA hätten sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert und seien "kriegsmüde", so Merz.

Das Land werde auch unter einem demokratischen Präsidenten nicht zu den alten Mustern zurückkehren, so der frühere Vorsitzende der Atlantik-Brücke: "Wir müssen also unabhängig von der Präsidentschaftswahl im nächsten Jahr unsere Hausaufgaben machen."