Foto: Katja Kipping (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Linken-Chefin Katja Kipping fordert die Einführung eines bundesweiten Schulfachs "Digitale Selbstverteidigung". "Die technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen erfordern es,

dass die Schule sich diesen stellt und entsprechend handelt", heißt es in einem Positionspapier der Linken-Chefin, über das die Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" (Samstagsausgaben) berichten. Gebraucht werde ein "neues flächendeckendes Unterrichtsfach – eine Art Online-Führerschein".

Kipping verweist auf den fächerüberübergreifenden Kurs Medienkunde, den es in Thüringen ab der Grundschule gebe. "Dies sollte bundesweit Schule machen", heißt es in dem Papier weiter. Deshalb fordere sie "die Einführung eines bundesweiten Schulfachs `Digitale Selbstverteidigung`", heißt es in dem Papier von Kipping.

Man bewege sich in einer "digitalisierten Welt – aber zu viele von uns in einer Art Blindflug", sagte Kipping den Zeitungen. In der Schule bestünde die Chance, ein grundlegendes Verständnis für die Digitalisierung und ihre Folgen zu entwickeln. "Wir müssen nicht alle zum Hacker werden, aber wir müssen verstehen, was Hacker tun können", so die Linken-Chefin weiter.

Es gehe auch darum zu verstehen, was digitale Marken sind und wie sie vermarktet würden. Im alltäglichen Gebrauch seien alle "einer latenten Gefahr des Datenmissbrauchs ausgesetzt", heißt es in dem Positionspapier. Phishing-Mails versuchten "Daten abzugreifen, multinationale Konzerne dringen immer weiter in die persönlichsten Bereiche des eigenen Lebens vor und sind in der Lage, detaillierte Nutzerprofile anzulegen", schreibt die Linken-Politikerin weiter.

Sie verweist darauf, dass Algorithmen zunehmend an Bedeutung gewännen und das Leben jedes Einzelnen beeinflussten – ohne dass den Menschen dies immer bewusst sei. "Fake News und Hate Speech sorgen für ein Klima der Verunsicherung. Sie vergiften das gesellschaftliche Miteinander", heißt es in dem Positionspapier von Kipping, über das die Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" berichten. Die Gesellschaft sei nur bedingt in der Lage, Kinder und Jugendliche vernünftig auf die Gefahren im digitalen Raum vorzubereiten, so Kipping. Deshalb fordere die Gesellschaft für Informatik zu Recht seit vielen Jahren, dass Schule mehr leisten müsse als die bloße Vermittlung von technischem Wissen – "und das bereits im Grundschulalter". Schule müsse ein "Bewusstsein vermitteln, dass das Internet nicht vergisst und Handlungen im Netz für viele Jahre Konsequenzen haben können", fordert die Linken-Chefin in dem Positionspapier.