Foto: Scholz, Merkel und Seehofer mit Koalitionsvertrag 2018-2021 (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - SPD-Vorsitzkandidat Norbert Walter-Borjans ist der Ansicht, dass ein Verbleib in der Großen Koalition seiner Partei mehr schaden könnte als Neuwahlen. "Ich habe auf jeden Fall Sorge, dass sie das mit einem Weiter-so

als schrumpfender Juniorpartner bei den nächsten regulären Wählen täte", sagte der frühere NRW-Finanzminister dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Montagsausgabe) als Antwort auf die Frage, ob er nicht ein desaströses Ergebnis bei Neuwahlen fürchte. Er fügte hinzu: "Die Vermeidung von Neuwahlen als oberstes Ziel verbunden mit der Inkaufnahme, die Umverteilung von unten nach oben weitergehen und wichtige Fragen weitere zwei Jahre unbeantwortet zu lassen, würde die SPD noch weiter in den Keller fahren."

Er und seine Co-Kandidatin Saskia Esken hätten deutlich gemacht, dass man CDU und CSU nicht als die Partner sehe, mit denen man die Inhalte in sozial gerechte Politik übersetzen könne. "Wir sagen beide auch, dass der Klimawandel, die heraufziehenden dunklen Wolken am Konjunkturhimmel und die zunehmende gesellschaftliche Spaltung uns nicht noch zwei Jahre Weiter-so erlauben."