Foto: Schaf (über dts Nachrichtenagentur)

Bonn (dts Nachrichtenagentur) - Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hält die derzeitigen Regelungen zum Umgang mit dem Wolf für ausreichend. "Wir haben momentan etwa 100 Wolfsrudel und -paare in Deutschland. Das ist nicht so viel, wie immer wieder behauptet wird",

sagte BfN-Präsidentin Beate Jessel der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Viele der Wölfe blieben unauffällig, Hauptnahrungsquelle seien Rehe und Wildschweine. "Aber ja, wenn sie leicht zu erbeuten sind, reißt er auch Schafe oder andere Weidetiere", so die BfN-Präsidentin weiter. Man könne es nicht genug hervorheben: "Das A und O ist ein vernünftiger Herdenschutz - auch wenn das viele Weidetierhalter nicht hören wollen", sagte Jessel.

Es gebe wirksame Schutzmaßnahmen, es brauche mindestens 1,20 Meter hohe Elektrozäune. "Kommt der Wolf damit in Kontakt, wird er künftig einen Bogen um so geschützte Schafe machen", so die BfN-Präsidentin weiter. Gelänge es einzelnen Wölfe dennoch mehrfach, solche Schutzmaßnahmen zu überwinden, "besteht jetzt schon die Ausnahmemöglichkeit, sie abzuschießen", sagte Jessel.

In Niedersachsen und Schleswig-Holstein werden seit einigen Monaten zwei solcher Problemwölfe gejagt - bislang erfolglos. Die stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Gitta Connemann (CDU), sprach sich indes für "wolfsfreie Zonen" in Deutschland aus. Dass sich das Raubtier von Zäunen aufhalten lasse, sei "ein Ammenmärchen", kritisierte die CDU-Politikerin.

Der Bestand der Raubtiere müsse durch gezielten Abschuss reguliert werden. Werde das nicht gemacht, werde die Zahl der Wölfe und der gerissenen Nutztiere weiter steigen, sagte Connemann der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die Bundesregierung hatte eine Reform des Bundesnaturschutzgesetzes beschlossen. Die geplante Reform muss allerdings noch durch den Bundestag. Connemann kündigte an, hier für weitere Verschärfungen kämpfen zu wollen. Vergangenes Jahr seien 1.664 Schafe, Ziegen und andere Nutztiere sehr wahrscheinlich oder nachweislich von Wölfen getötet worden, berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung" unter Berufung auf eine eigene Umfrage unter den Bundesländern im Juni.