Software-gesteuerte Miniatur-Fertigungsstraße: v.l.n.r.: Michelle Gabriel (Teilnehmerin Fakultät 73), Albert Kronhart (Teilnehmer Fakultät 73), Ralph Linde (Leiter Volkswagen Group Akademie), Hubertus Heil (Bundesarbeitsminister), Klaus Mohrs (Oberbürgermeister Stadt Wolfsburg), Bernd Osterloh (Konzernbetriebsratsvorsitzender), Dr. Gregor Bräunlein (Projektleiter Fakultät 73), Gunnar Kilian (Personalvorstand Volkswagen) / Foto: Volkswagen

100 Teilnehmer seit Anfang März in der Qualifizierung
Ziel: Softwareentwickler für die Automobilindustrie
Bundesarbeitsminister Heil: „Volkswagen hat als eines der größten deutschen Unternehmen die Zeichen der Zeit erkannt.“
Wolfsburg (WB/Volkswagen AG) - Die neu gegründete „Fakultät 73“, in der Volkswagen Softwareentwickler ausbildet, hat ihren Schulungsbetrieb aufgenommen.

In den vier Wochen seit Programmstart haben die 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereits erste Modellfahrzeuge entwickelt und programmiert sowie eine software-gesteuerte Miniatur-Fertigungsstraße aufgebaut. Über den erfolgreichen Start dieses konzerninternen IT-Qualifizierungsprogramms informierte sich heute Bundesarbeitsminister Hubertus Heil zusammen mit Personalvorstand Gunnar Kilian und dem Betriebsratsvorsitzenden Bernd Osterloh in der AutoUni Wolfsburg. Das neuartige Programm qualifiziert die Teilnehmer innerhalb von zwei Jahren zu Softwareentwicklern bei Volkswagen. Das Teilnehmerfeld umfasst Ausgebildete ebenso wie promovierte Akademiker.

Bundesarbeitsminister Heil betonte in seiner Rede: „Volkswagen hat als eines der größten deutschen Unternehmen die Zeichen der Zeit erkannt. Die Digitalisierung verändert unsere Arbeitswelt. Qualifikation und Weiterbildung sind dabei entscheidende Stellschrauben für Arbeit und Wohlstand in Deutschland. Ich freue mich, dass über 100 Teilnehmer bisher sehr erfolgreich am Modellprojekt Fakultät 73 teilnehmen und Volkswagen so langfristig gut ausgebildete Fachkräfte sichert.“

Personalvorstand Kilian sagte: „Ausbildungs- und Arbeitsmarkt geben derzeit nicht so viele Softwareexperten her, wie die Industrie benötigt. Deshalb handeln wir und rüsten uns mit der Fakultät 73 für die großen Herausforderungen der Zukunft. Wir wollen wichtige Anteile der Software in unseren Autos selbst entwickeln, denn sie zählt künftig zu den entscheidenden Faktoren. Digitalisierung, Elektromobilität und Vernetzung werden den Anteil weiter steil in die Höhe treiben. Bei der Auswahl der Bewerber für den ersten Jahrgang waren uns Grundkompetenzen und IT-Affinität der Bewerber besonders wichtig. Der erfolgreiche Start hat uns gezeigt: Das war richtig.“

Der Konzernbetriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh erläuterte: „Die Fakultät 73 ist eine sinnvolle Ergänzung zur Berufsausbildung, zum dualen Studium und der klassischen Weiterbildung. Die meisten Teilnehmer am ersten Jahrgang waren schon vorher bei Volkswagen beschäftigt. Das bestätigt die Überzeugung des Betriebsrats, wonach die Kolleginnen und Kollegen selbst die besten Expertinnen und Experten im Unternehmen sind. Die bisherigen Erfahrungen stimmen mich zuversichtlich, dass wir demnächst gute Verstärkung für unsere IT-Bereiche bekommen, und zwar vor allem beim Thema Programmieren.“

Das Qualifizierungsprogramm „Fakultät 73“ ist von der Volkswagen Group Academy entwickelt worden. Seit Oktober gingen rund 1.500 Bewerbungen ein, davon rund die Hälfte externe Bewerbungen. Diese kommen aus ganz Deutschland, hauptsächlich jedoch aus Niedersachsen.

Während der zweijährigen Qualifizierung erhalten die Studierenden eine hochwertige IT-Ausbildung mit intensiven Programmierschulungen und Projektanteilen. Die Qualifizierung erfolgt an der AutoUni und in Zusammenarbeit mit ausgewählten Partnern, z. B. der Bredex GmbH, der New Elements GmbH und der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften.

Das Programm bietet während der Qualifizierung eine einjährige Grundlagenausbildung mit Lerninhalten, die auf den individuellen Wissensstand abgestimmt sind. Daran schließt sich ein weiteres Jahr mit vertiefter praxisnaher Programmierung und dem Erlernen mehrerer Programmiersprachen an. Die Qualifizierungsinhalte orientieren sich unter anderem am jeweiligen Bedarf der späteren Einsatzbereiche.

Nach den ersten vier Wochen wurden am Montag bereits die ersten Schulungsprojekte präsentiert, darunter von den Teilnehmern entwickelte Fahrzeuge mit kreativen Funktionen und Designs, eine softwaregesteuerte Lego-Fertigungsstraße, bei der alle Arbeitsschritte von den Teilnehmern aufeinander abgestimmt werden mussten, sowie verschiedene Parcours, für deren exaktes Befahren Assistenzsoftware entwickelt werden musste.

Anfang 2021 sollen die ersten Teilnehmer das Programm erfolgreich abgeschlossen haben und von Volkswagen in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen werden. Die „Fakultät 73“ ist ein Gewinn für alle Beteiligten: Die Teilnehmer erhalten mit ihren Qualifikationen die Chance auf einen Arbeitsplatz in einem Zukunftsbereich von Volkswagen, und das Unternehmen gewinnt passgenau ausgebildete Softwareentwickler.

Unter www.fakultaet73.de werden wir zu gegebener Zeit Informationen zum nächsten Bewerbungsverfahren veröffentlichen.