Der Vorstandsvorsitzende der Konzern Komponente Thomas Schmall, die Konzernvorstände Dr. Stefan Sommer und Gunnar Kilian, der Konzernbetriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh, der Betriebsratsvorsitzende in Salzgitter Dirk Windmüller und Werkleiter Christian Bleiel im Gespräch mit Mitarbeiter Marvin Schoske in der Stator-/Rotorfertigung (v.r.) für den E-Antrieb im MEB. / Foto: Volkswagen AG

Flexibilität: Belegschaft bewältigt umfangreichen Umbau von Diesel- zu mehr Ottomotoren
E-Mobilität: Vorserienfertigung für Stator und Rotor im E-Antrieb des MEB angelaufen
Produktivität: Großserien-Know-how trägt zur Kostensenkung in der E-Technologie bei
CEO Schmall: Salzgitter stemmt Transformation mit E-Bauteilen und neuesten Verbrennern
Salzgitter (WB/Volkswagen AG) - Der Einstieg in die E-Mobilität, der Wandel von Fertigungskapazitäten von Diesel zu Otto, noch effizientere Verbrennungsmotoren und mehr Produktivität: Beim Symposium der Volkswagen Konzern Komponente am Donnerstag in Salzgitter zeigten Mitarbeiter und Führungskräfte mit zahlreichen Produkt- und Prozessinnovationen, wie der Standort seine tiefgreifende Transformation vom Motorenwerk zum E-Pionier gestaltet und dabei immer wirtschaftlicher wird.

Bei einem Rundgang informierten sich Vorstand, Werkmanagement und Betriebsrat unter anderem über die begonnene Vorserienfertigung von Stator und Rotor für den MEB, die Aktivitäten des Center of Excellence Batteriezelle und den Entwicklungsstand bei elektrisch angetriebenen Nebenaggregaten für den Brennstoffzellenantrieb. Schwerpunkte lagen zudem auf dem Anlauf der neuesten Otto- und Dieselmotorengeneration und der Qualifizierung von Mitarbeitern.

Gezeigt wurde bei dem Rundgang auch, wie das Werk mit Effizienzmaßnahmen und konsequenter Fokussierung auf zukunftsfähige Produkte seine Transformation finanziell absichert. So wurden 2018 mit mehr als 800 kleinen und großen Maßnahmen rund 32 Millionen Euro eingespart. Für das laufende Jahr sind bereits mehr als 400 Effizienzmaßnahmen definiert.

Eine Station des Rundgangs bildete die angelaufene Vorserienfertigung des Stators für den E-Antrieb im MEB. Im Stator sorgt die neuartige Hairpin-Technologie für verbesserte Leistungsdaten und eine geringere Fertigungszeit. Für die Statorfertigung bedeutet die neue Technologie völlig neue Produktionsprozesse. Zwei davon – die Hairpin-Herstellung und das Schweißen der Hairpins – wurden beim Symposium vorgestellt. Bis zu 2.000 Statoren und Rotoren täglich sollen in Salzgitter künftig gefertigt werden.

Das Center of Excellence Batteriezelle (CoE) gab Einblicke in geplante Labore und Prüfstände für die Entwicklung, Analyse und Bewertung von Batteriezellen für den gesamten Konzern. Gezeigt wurde auch die vor der Inbetriebnahme stehende Pilotlinie für die Zellfertigung. Hier stehen neben der Industrialisierung von Fertigungsprozessen vor allem Wirtschaftlichkeit und Qualität im Mittelpunkt.

An der 1.5 TSI Motormontage-Linie, einer von acht Motormontage-Linien im Werk, wurden Effizienzmaßnahmen vorgestellt, die beispielsweise die Taktzeit weiter verbessert haben. Insgesamt gelang an dieser Linie im vergangenen Jahr eine Produktivitätssteigerung um 22 Prozent. Bei der Fertigung des EA211 Evo Motors kommen in Salzgitter entwickelte und gefertigte Bauteile wie die Zylinderabschaltung und innovative Prozesse wie die Plasmabeschichtung zum Einsatz.

Berichtet wurde den Teilnehmern des Symposiums auch über den Stand des ThinkBlue.Factory-Programms. Über 700 Maßnahmen hat der Standort zwischen 2010 und 2018 zur Emissionsreduzierung umgesetzt. Dazu zählt zum Beispiel eine Abwasserrecyclinganlage, die das Ablaufwasser der biologischen Kläranlage als Brauchwasser aufbereitet und für einen Kühlturm nutzbar macht. Das spart bislang knapp zehn Prozent Frischwasser ein. Am Beispiel der Waschtechnik in der Produktion sowie den Kreisläufen von Kühl- und Kaltwasser im Werk wurde auch gezeigt, wie durch optimal eingestellte Produktionsanlagen und effiziente Regelungstechnik noch mehr Energie eingespart und der CO2-Ausstoß reduziert werden soll.

Der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen Konzern Komponente Thomas Schmall sagte: „Das Werk der Konzern Komponente in Salzgitter befindet sich in einem tiefgreifenden Transformationsprozess zur E-Mobilität. Zudem wird am Standort Batteriezellen-Know-how – von der Entwicklung über die Fertigung bis zum Recycling – aufgebaut. Das Engagement der Belegschaft und die zahlreichen Effizienzmaßnahmen unterstützen diesen Prozess nicht nur maßgeblich, sondern tragen außerdem erheblich zu mehr Produktivität bei.“

Werkleiter Christian Bleiel führte aus: „Unsere Belegschaft beweist seit langem, dass es große Stückzahlen und komplexe Prozesse beherrscht. Diese Kompetenz und die enorme Innovationserfahrung des Standortes fließen jetzt auch in die Großserienfertigung von Bauteilen für den E-Antrieb ein. Wie bei den konventionellen Motoren geht es bei der E-Mobilität darum, Produkte durch optimierte Prozesse und in hoher Qualität kostengünstig und marktfähig zu machen.

Betriebsratsvorsitzender Dirk Windmüller betonte: „Alle Akteure haben heute wieder auf den Punkt dargestellt, was die Mannschaft hier jeden Tag leistet.“ Zur Standort- und Beschäftigungssicherung seien die Investitionen in die neueste Technologie der konventionellen Motoren ebenso wichtig wie die Erweiterung der Kapazitäten. Salzgitter sei bei der Transformation zur E-Mobilität gut unterwegs und biete sich mit vielen guten Gründen auch für einen nächsten Schritt in Richtung Batteriezellenfertigung an. „Wir leisten Pionierarbeit und bauen in unserer Pilotanlage wertvolles Know-how für den Konzern auf, Salzgitter hat optimale Verkehrswege und liegt im Herzen der E-Mobilität von Volkswagen.“