Volkswagen Werk Wolfsburg: Kranzniederlegung am Sonntag, 27. Januar, zum Gedenken an die NS-Opfer. Das Foto zeigt auf der linken Seite (v.l.) Werkleiter Dr. Stefan Loth, Dieter Landenberger, Leiter Volkswagen Heritage, und Betriebsrat Ulf Günther. / Foto: Volkswagen

→ Kranz­niederlegung am Gedenkstein für Zwangsarbeiter im Volkswagen Werk Wolfsburg
→ Filmvorführung von „Bei uns nichts Neues“ im Forum des Konzernarchivs
→ Autor und Regisseurin diskutieren mit Gästen der Gedenkveranstaltung
Wolfsburg (WB/Volkswagen AG) – Volkswagen hat am Internationalen Holocaust-Gedenktag im Werk Wolfsburg der Opfer in der Zeit des Nationalsozialismus gedacht. Stellvertretend für die Unternehmensleitung, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Arbeitnehmervertretung legten Werkleiter Dr. Stefan Loth, Vertreter des Betriebsrates sowie eine Delegation der IG Metall Vertrauenskörperleitung Wolfsburg Kränze am Gedenkstein für die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter nieder.

Der Gedenkstein an der Südstraße am Eingang 2 erinnert seit 1991 an die Zwangs­arbeiterinnen und Zwangsarbeiter auf dem Gelände des Volkswagenwerks von 1940 bis 1945.

Im Forum des Konzernarchivs wurde anschließend in Gegenwart von Autor Shimon Lev und Regisseurin Astrid Vehstedt der Film „Bei uns nichts Neues“ gezeigt. Der israelische Künstler und die deutsche Produzentin diskutierten anschließend mit den mehr als 100 Teilnehmern der Gedenk-Veranstaltung.

Der Film „Bei uns nichts Neues“

In dem Film von 2014 lesen heutige Bewohner des Hauses in der Berliner Thomasius­straße 11 aus Briefen und Postkarten der jüdischen Familie Löw vor, die zwischen 1940 und 1943 von dort aus an den Sohn Willy gingen. Willy Löw, der Vater von Filmautor Shimon Lev, überlebte als Einziger seiner Familie den Holocaust in Großbritannien, wohin seine Eltern den 16-Jährigen mit einem Kindertransport geschickt hatten. Die sich immer weiter zuspitzende Situation der jüdischen Familie wird in den Briefen und Postkarten deutlich. Willys Eltern und seine Schwester Liane, sie schrieb die meisten der Briefe, wurden im Mai 1943 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Die Briefe sind erschütternde und verstörende Zeugnisse. Genau wie der Film und die Stolpersteine vor dem Haus halten sie die Erinnerung an die Familie Löw wach.

Filmvorfhrung von Bei uns nichts Neues

Regisseurin Astrid Vehstedt (l.) und Autor Shimon Lev diskutieren mit Gästen über den Film „Bei uns nichts Neues“ im Forum des Volkswagen Konzernarchivs. Foto: Volkswagen

Der Internationale Holocaust-Gedenktag

Am Sonntag, 27. Januar 2019, jährt sich die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau vor 74 Jahren durch die sowjetische Rote Armee. Auf Beschluss der Vereinten Nationen wird dieser Tag seit 2005 weltweit als Holocaust-Gedenktag begangen.