Volkswagen wird seine Transformation noch schneller vorantreiben. Das kündigten Unternehmensvertreter bei einer Pressekonferenz in Wolfsburg an. / Foto: Volkswagen AG

Wolfsburg (WB/Volkswagen AG) - Bei Volkswagen wird die Transformation mit noch mehr Tempo vorangetrieben. Das hat Chief Operating Officer (COO) Ralf Brandstätter angekündigt. Die operative Rendite soll schon 2022 bei mindestens sechs Prozent liegen.


Volkswagen will seine Ertragslage in den kommenden Jahren weiter deutlich verbessern, um Investitionen in Zukunftstechnologien aus eigener Kraft finanzieren zu können. Dazu wird das Modellportfolio gestrafft und die Anzahl von Varianten reduziert.Zugleich soll die Produktivität in den Werken gesteigert werden. Bei den Fahrzeugen wird die Plattformorientierung ausgeweitet. Die Optimierung der Materialkosten soll einen signifikanten Beitrag zum Erreichen der Zielrendite leisten – ohne die Produktsubstanz zu schwächen. Die Verwaltungsprozesse werden weiter verschlankt. „Wir müssen unser Transformationstempo erhöhen: effizienter und agiler werdenhttp://wiwob.de/administrator/index.php?option=com_content&task=article.edit&id=75245240. Wir dürfen nicht nachlassen und müssen uns weiter deutlich verbessern. Das bislang Erreichte reicht noch nicht aus“, sagte Ralf Brandstätter, der das Tagesgeschäft der Marke leitet, bei einem Pressegespräch in Wolfsburg.

Neun Milliarden Euro für E-Mobilität

Von 2019 bis 2023 will sollen bei Volkswagen insgesamt mehr als elf Milliarden Euro in E-Mobilität, Digitalisierung, autonomes Fahren und Mobilitätsdienste investiert werden. Über neun Milliarden Euro davon fließen in die Elektrifizierungsoffensive.

Aktuell hat die Marke zwei reine E-Autos im Programm. Bis 2025 wird ihre Zahl auf rund 20 wachsen, bei einer erwarteten Stückzahl von mehr als einer Million E-Fahrzeugen pro Jahr. Der Umbau des Werkes Zwickau zur reinen E-Auto-Fabrik läuft bereits, zusätzlich werden die Werke in Emden und Hannover ab 2022 auf die Produktion von Elektrofahrzeugen umgestellt. Gemeinsam werden diese drei Standorte zum größten E-Produktionsverbund Europas.

Auch in China entstehen in Anting und Foshan gerade zwei E-Werke, die 2020 die Produktion aufnehmen werden. Über den Standort eines Werks für E-Fahrzeuge in Nordamerika wird in Kürze entschieden.

„New Volkswagen“ wird greifbar

Mit dem in Zwickau gebauten vollelektrischen ID.*, für den es erstmals die Möglichkeit der Vorab-Bestellung geben wird, bringt Volkswagen eine neue Fahrzeuggeneration auf die Straße, die bei Digitalisierung und Vernetzung Standards setzt. „Mit dem ID. wird unser Aufbruch in das Zeitalter der Elektromobilität und die Vernetzung unserer Marke auch für unsere Kunden greifbar. Er wird als erstes vollvernetztes und vollelektrisches Fahrzeug für ‚New Volkswagen‘ stehen“, so Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann.

Auch in die Digitalisierung wird Volkswagen stark investieren. Die gemeinsam mit Partnern aufgebaute Volkswagen Automotive Cloud schafft die Voraussetzung, ein wachsendes Angebot digitaler Dienstleistungen in die vollvernetzten Fahrzeuge zu bringen. Ziel ist die Schaffung des weltgrößten automobilen Ökosystems.

Kosten sinken noch stärker

Um die gewaltigen Zukunftsinvestitionen zu finanzieren, sollen die Kosten noch stärker gesenkt werden, als bisher geplant. „Deshalb haben wir ein Bündel von Maßnahmen definiert, welches die vollständige Umsetzung des Zukunftspakts absichert, diesen Pakt jedoch thematisch ergänzt und die Weichen Richtung 2025 stellt“, erklärte Chief Financial Officer (CFO) Dr. Arno Antlitz. 

 

Der Zukunftspakt wird bis Ende 2018 Kostenentlastungen von gut 2,2 Milliarden Euro bringen. Damit ist ein Großteil der bis 2020 geplanten Einsparungen von rund drei Milliarden Euro bereits erreicht. Massive weitere Einsparungen soll unter anderem die starke Ausweitung des Plattformmodells bringen. Derzeit basieren etwa 60 Prozent der konventionellen Modelle auf dem Modularen Querbaukasten (MQB), 2020 sollen es bereits ca. 80 Prozent sein.

30 Prozent mehr Produktivität der Werke

Ein weiterer Hebel ist die geplante Steigerung der Produktivität in den Werken um durchschnittlich 30 Prozent bis zum Jahr 2025. Gleichzeitig soll die Komplexität im Modellportfolio massiv reduziert werden.

Auf den europäischen Märkten werden im kommenden Modelljahr 25 Prozent der Motor-Getriebevarianten, die von Kunden weniger nachgefragt werden, aus dem Programm gestrichen. Ziel ist hier, Produktion und Lieferketten zu vereinfachen. Diese und weitere Maßnahmen, wie beispielsweise die Optimierung der Materialkosten, sollen dazu beitragen, die Rendite schneller zu steigern als bisher vorgesehen. „Wir sind zuversichtlich, dass wir unser Ziel einer operativen Rendite von mindestens sechs Prozent bereits im Jahr 2022 erreichen, drei Jahre früher als bisher geplant“, so Finanzvorstand Antlitz.