Internationale Jugendbegegnungsstätte Oswiemcim/Auschwitz: Heiko Maas trifft Berufsschüler und Volkswagen Auszubildende. / Foto: Volkswagen

Bundesaußenminister besucht KZ-Gedenkstätte Auschwitz und trifft Nachwuchskräfte von Volkswagen in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Oświęcim/Auschwitz
Auszubildende aus Deutschland und Polen informieren über einzigartiges Projekt „30 Jahre Gedenkstättenarbeit in Auschwitz“ mit dem Internationalen Auschwitz Komitee
Wolfsburg / Oświęcim (Polen (WB/Volkswagen) -Bundesaußenminister Heiko Maas hat sich heute in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Oświęcim/Auschwitz mit Auszubildenden von Volkswagen aus Deutschland und Polen getroffen.

Die Nachwuchskräfte Anna-Ida Heuer (19) aus Wolfsburg, Niklas Henk (21) aus Salzgitter und Dogay Kilic (23) aus Braunschweig schilderten dabei persönliche Eindrücke und Erlebnisse bei der Gedenkstättenarbeit in Auschwitz und berichteten von prägenden Begegnungen mit Auschwitz-Überlebenden wie Marian Turski.

Anlass war der Besuch von Außenminister in der KZ-Gedenkstätte Auschwitz. Maas legte im Gedenken an die Verfolgten und Ermordeten an der Todesmauer des ehemaligen NS-Stammlagers Auschwitz einen Kranz nieder und zündete Kerzen an. Maas sprach in der Jugendbegegnungsstätte außerdem mit dem Zeitzeugen Marian Turski (Warschau), Christoph Heubner (Berlin), IAK-Vizepräsident, und Ines Doberanzke-Milnikel (Wolfsburg), Koordinatorin Gedenkstättenarbeit beim Volkswagen Konzern.

Maas Gedenkstaettenarbeit

Bundesaußenminister Heiko Maas diskutiert mit Auszubildenden von Volkswagen (von rechts) Anna-Ida Heuer, Dogay Kilic und Niklas Henk. / Foto: Volkswagen

Maas sagte: „Ich bin dankbar für das Engagement der jungen Menschen in der Gedenkstätte Auschwitz und ich bin dankbar für die heutige Begegnung mit ihnen. Ihr Engagement ist für unsere Gesellschaft sehr wichtig. Sie erwarten zu Recht viel von der Politik, aber ich bitte auch Sie darum, sich vor allem im Internet gegen die rechtsextreme Hetze zu wehren und aktiv Stellung zu beziehen. Die kleine Minderheit der rechten Szene kann nur deshalb so laut sein, weil die Mehrheit so leise ist. In diesem Sinne erwarte ich viel von Ihnen."

Vor seiner Abreise nach Polen hatte Maas dazu aufgerufen, die Erinnerung an die Gräueltaten der Nationalsozialisten für nachfolgende Generationen wachzuhalten. „Für mich ist Auschwitz die immerwährende Mahnung, für die unantastbare Würde des Menschen weltweit einzustehen – persönlich wie politisch“, sagte der Chef-Diplomat der Bundesrepublik Deutschland.

Das gemeinsame Projekt „Auschwitz – Erinnern und Zukunft“ des Internationalen Auschwitz Komitees (IAK) und des Volkswagen Konzerns hat in den vergangenen 30 Jahren mehr als 3.000 deutsche und polnische Auszubildende und Berufsschüler sowie Meisterinnen, Meister und weitere Führungskräfte aus dem Unternehmen in den KZ-Gedenkstätten zusammengeführt.

IAK-Vizepräsident Heubner sagte: „Die jungen Frauen und Männer helfen mit ihrem beruflichen Können und persönlichen Wissen die KZ-Gedenkstätten Auschwitz und Auschwitz-Birkenau zu pflegen. Sie tragen damit maßgeblich dazu bei, diese Erinnerungsorte für nachfolgende Generationen zu erhalten.“ Die Auszubildenden und Berufsschüler legen überwachsene Wege wieder frei, reparieren Stacheldrahtzäune, restaurieren Emaille-Geschirr von Häftlingen, konservieren Schuhe der Ermordeten, und sie sprechen mit Zeitzeugen, die das KZ Auschwitz und das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau überlebt haben. Die Gedenkstätte gehört zum UNESCO-Welterbe.

Das IAK wurde 1952 von Überlebenden gegründet, damit Auschwitz nicht vergessen wird. Im IAK sind Organisationen, Stiftungen und Holocaust-Überlebende aus 19 Ländern vereinigt. Das Komitee informiert auf Deutsch, Englisch, Französisch und Polnisch unter www.auschwitz.info. Rund 1,5 Millionen Menschen wurden im KZ Auschwitz und im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau durch das NS-Regime ermordet, am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee die wenigen Überlebenden.