Leitende Werkärztin Dr. Hannlore Zeugner, Dennis Senne aus dem Ergonomieteam des Gesundheitswesens, Betriebsrat Gerardo Scarpino und Auszubildende Kim Beuth bei der Übergabe des Ergonomie-Turms. / Foto: Volkswagen

Volkswagen Auszubildende konstruierte Ergonomie-Turm als Abschlussarbeit
Wolfsburg (WB/Volkswagen) - Das Thema Ergonomie hat in der heutigen Arbeitswelt einen hohen Stellenwert. Im Volkswagen Stammwerk Wolfsburg sind darin unterschiedliche Fachbereiche involviert. Ein Expertenteam aus dem Gesundheitswesen, bestehend aus Ärzten und dem Ergonomieteam mit Sandra Braune und Dennis Senne, ist in das Thema eingebunden.


Ein wichtiges Ziel dieses Teams ist es, Mitarbeitern des Unternehmens das Thema Ergonomie näherzubringen und sie entsprechend zu schulen. Um das Thema transparent zu gestalten, hat das Volkswagen Gesundheitswesen Wolfsburg den Bau eines sogenannten Ergonomie-Turms in Auftrag gegeben. Nach einer Idee aus dem Standort Hannover und nach ausführlichen Diskussionen im Ergonomieteam, wurde ein Anforderungskatalog für das Projekt erstellt. Die Planung und bauliche Umsetzung erfolgte im Rahmen einer Abschlussarbeit durch die Auszubildende Kim Beuth. Die junge Frau, die zur Industriemechanikerin ausgebildet wurde und später ein Studium zur Wirtschaftsingenieurin anstrebt, hat das Projekt vom ersten Bleistiftstrich auf dem Papier bis zur Übergabe an den Auftraggeber in Eigenregie durchgeführt.

Betreut wurde sie durch Ausbilder Marek Pederak aus der Projektwerkstatt im Metall Service Center. „Kim hat binnen sechs Wochen für ihre Abschlussprüfung den Prozess einmal komplett selbständig durchgeführt, von der Bestellung des Kunden über Kalkulation, Konstruktion bis hin zur Auslieferung“, so Pederak.
Dennis Senne aus dem Ergonomieteam erklärt: „Bei dem Turm geht es um das Begreifen ergonomisch günstiger und ungünstiger Bedingungen für den Bewegungsapparat. An ihm können verschiedene, schwierige Situationen dargestellt und nachempfunden werden.“
„Mit dem Ergonomie-Turm schaffen wir es, Ergonomie begreifbar zu machen und die Menschen für das Thema weiter zu sensibilisieren. Darüber hinaus können die verschiedenen Kraftaufwendungen und ihre Auswirkungen getestet werden“, macht die Leitende Werkärztin am Standort Wolfsburg, Dr. Hannelore Zeugner, deutlich. „Es ist ein nachhaltiges Projekt, das von Kim Beuth bestens umgesetzt wurde.“

Betriebsrat Gerardo Scarpino, Vorsitzender des Bildungsausschusses, sagt: „Das wichtige Thema Ergonomie ist leider nur schwierig zu veranschaulichen. Aber mit dem Ergonomie-Turm haben wir jetzt ein großartiges Mittel, um problematische Situationen ganz praktisch zu zeigen und so die Kolleginnen und Kollegen für mögliche Lösungen zu sensibilisieren. Darüber hinaus zeigt das Projekt aber auch generell, wie wertvoll der Einsatz unserer Auszubildenden ist und wie sehr ihre Leistungen den Arbeitsalltag bereichern können, wenn sie richtig eingebunden werden.“
Die engagierte Industriemechanikerin konnte übrigens ihre Ausbildungszeit um ein halbes Jahr verkürzen und hatte sichtlich Spaß an ihrer Arbeit: „Ich konnte mich zwar an ITEM-Zeichnungen aus Hannover orientieren, aber selbst konstruieren, selbst zeichnen und dann bauen, das macht wirklich sehr viel Freude“, sagt sie.
Der Turm wird künftig vom Ergonomieteam vielfältig eingesetzt: Bei Präsentationen, Gesundheitstagen, bei Unterweisungen kann er ebenso genutzt werden wie für andere Fachbereiche oder direkt vor Ort an der Montagelinie.