Ausstellung mit Marian Turski und Sigmar Gabriel eröffnet. / Foto: Volkswagen

Ausstellung „Eine deutliche Spur" im DRIVE. Volkswagen Group Forum in Berlin eröffnet
Vorstandsvorsitzender Matthias Müller: „Wir müssen als Gesellschaft, aber auch als Unternehmen, unsere Verantwortung für Freiheit und Demokratie ernst- und wahrnehmen"
Auschwitz-Überlebender Marian Turski würdigt Engagement junger Deutscher und Polen für Erhalt der Gedenkstätte, Völkerverständigung, Toleranz und Demokratie
Wolfsburg/Berlin/Oświęcim (Polen) (WB/Volkswagen) - Der Volkswagen Konzern und das Internationale Auschwitz Komitee (IAK) engagieren sich seit 30 Jahren gemeinsam für die Erhaltung der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau.

Aus diesem Anlass ist in Berlin jetzt die öffentlich zugängliche Ausstellung „Eine deutliche Spur" (bis 8. Dezember) im DRIVE. Volkswagen Group Forum zu sehen. Der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen Aktiengesellschaft, Matthias Müller, hat die Foto-Ausstellung am Mittwochabend zusammen mit dem Konzern- und Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Bernd Osterloh im Rahmen einer Feierstunde mit rund 150 geladenen Gästen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft eröffnet.

Matthias Müller sagte: „Wir als Gesellschaft, aber auch wir als Unternehmen, müssen unsere Verantwortung für Freiheit und Demokratie ernst- und wahrnehmen! Das sage ich umso entschlossener in einer Zeit, in der Populismus und nationalistisches Denken am Fundament eines vereinten Europa rütteln. Volkswagen wird deshalb auch künftig dazu beitragen, die Erinnerung wachzuhalten, und die Gedenkstättenarbeit mit dem Internationalen Auschwitz Komitee fortsetzen."

Bernd Osterloh betonte: „An der Welle der Vernichtung, die damals von Deutschland aus Europa überzog, hatte auch Volkswagen seinen Anteil. Es ist eine große Leistung, dass die Anerkennung dieser historischen Wahrheit heute zum Selbstverständnis von Volkswagen gehört und gelebt wird. Das wird im Engagement unserer Auszubildenden und der Beteiligung von Meistern und Führungsnachwuchskräften bei Projekten mit dem Internationalen Auschwitz Komitee immer wieder deutlich."

Der Auschwitz-Überlebende Marian Turski aus Warschau sagte: „Als Überlebende von Auschwitz empfinden wir heute große Anerkennung. 30 Jahre Gedenkstättenarbeit sind ein historisches Ereignis, wohl auch einzigartig in der deutschen Gesellschaft und bedeutsam nicht nur für den deutsch-polnischen Dialog in politisch brisanter Zeit. Gerade deshalb sind wir dankbar für viele Begegnungen und Gespräche mit deutschen Auszubildenden und polnischen Berufsschülern. Diese jungen Menschen sind unsere Botschafter geworden. Sie engagieren sich für Völkerverständigung, Toleranz und Demokratie. Sie tragen unsere Geschichte weiter. Sie erhalten kommenden Generationen unsere Gedenkstätte, die wie kein anderer Ort heute Mahnmal ist für den Irrsinn des Antisemitismus und Rassenwahns, für unermessliches menschliches Leid und Massenmord."

An der Ausstellungseröffnung nahmen zahlreiche geladene Gäste teil. Zu ihnen zählten Vizekanzler und Bundesaußenminister Sigmar Gabriel, IAK-Vizepräsident Christoph Heubner, Repräsentanten der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau und der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim/Auschwitz sowie Auszubildende aus dem Volkswagen Konzern. Die Ausstellung „Eine deutliche Spur" zeichnet 30 Jahre Gedenkstättenarbeit in großformatigen Fototafeln nach. Neben historischen Aufnahmen zeigt sie Auszubildende bei Erhaltungsarbeiten im NS-Vernichtungs­lager Birkenau, bei Begegnungen mit Auschwitz-Überlebenden, im Gespräch mit Zeitzeugen und internationalen Gästen. Die Aufnahmen entstanden in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau und in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim/Auschwitz.

Auszubildende aus dem Volkswagen Konzern und Berufsschüler aus Polen spielten bei der Gedenkstättenarbeit von Beginn an eine zentrale Rolle. Was im Dezember 1987 mit einem Seminar mit Wolfsburger Auszubildenden in Auschwitz begann, hat in 30 Jahren mehr als 3.000 junge Deutsche und Polen zu Jugendbegegnungen in Oświęcim (Polen) zusammengeführt. Gemeinsam helfen die jungen Frauen und Männer aus beiden Ländern, die Gedenkstätte Auschwitz zu erhalten. Sie legen überwachsene Wege wieder frei, reparieren Stacheldrahtzäune, konservieren Schuhe der Ermordeten und sprechen mit Zeitzeugen, die das KZ Auschwitz und das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau überlebt haben. Die Gedenkstätte gehört zum UNESCO-Welterbe.

Der Volkswagen Konzern spendet dem Internationalen Auschwitz Komitee einen Volkswagen Transporter. Das Fahrzeug mit Doppelkabine und Ladefläche wird in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau bei Restaurierungsarbeiten an ehemaligen Häftlingsbaracken zum Einsatz kommen und im neuen Jahr ausgeliefert.

Das Internationale Auschwitz Komitee (IAK) wurde 1952 von Überlebenden gegründet, damit Auschwitz nicht vergessen wird. Im IAK sind Organisationen, Stiftungen und Holocaust-Überlebende aus 19 Ländern vereinigt. Das Komitee informiert auf Deutsch, Englisch, Französisch und Polnisch im Internet unter www.auschwitz.info.

Rund 1,5 Millionen Menschen wurden im KZ Auschwitz und im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau durch das NS-Regime ermordet, am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee die wenigen Überlebenden.

Die Ausstellung „Eine deutliche Spur" ist bis einschließlich Freitag, 8. Dezember 2017, im DRIVE. Volkswagen Group Forum in Berlin, Unter der Linden 21a, zu sehen. Die Ausstellung ist Montag bis Sonntag jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.