Der mit verflüssigtem Erdgas (LNG) angetriebene Scania Lkw fährt mit deutlich weniger CO2 und nahezu keinen Emissionen an Stickoxid (Nox) und Feinstaub. / Foto: Volkswagen

Flüssig-Erdgas (LNG)-Lkw: Weniger Ausstoß von CO2, Stickoxiden und Feinstaub als konventionelle Antriebe
Volkswagen Konzernlogistik, Scania, Spediteure, Gasanbieter, Politik und Verbände setzen sich beim LNG-Truck Day in Wolfsburg für alternativen Antrieb ein
Ziele: Umweltfreundliche Logistik, mehr als 100 Scania LNG-Lkw in Norddeutschland, Unterstützung für Spediteure, neue Tankstellen
Wolfsburg (WB/Volkswagen) - Mit verflüssigtem Erdgas (LNG) angetriebene Lkw emittieren deutlich weniger CO2 und Stickoxide (Nox), verursachen nahezu keinen Feinstaub und sind leiser unterwegs als herkömmliche Lkw.

Die Volkswagen Konzernlogistik setzt sich daher zusammen mit Scania, einer Marke der Volkswagen Truck & Bus Gruppe, und Spediteuren des Konzerns für den Lkw-Verkehr mit LNG-Antrieb ein. Bundesministerien (BMVI, BMWI) und Verbände unterstützen dieses Engagement ebenso wie Gasanbieter. Beim gestrigen LNG-Truck Day in Wolfsburg machten sich die Beteiligten für ein gemeinsames Ziel stark: Sie wollen die Transporte des Volkswagen Konzerns umweltschonender machen. Konkret sollen künftig mehr als 100 Scania LNG-Lkw auf den Straßen Norddeutschlands rollen, dazu werden Spediteure bei deren Anschaffung unterstützt und neue LNG-Tankstellen errichtet.

Thomas Zernechel, Leiter Volkswagen Konzernlogistik, sagt: „Emissionsärmere Lkw sind ein wichtiger Teil unserer Green Logistics Nachhaltigkeits-Initiative. Mit dem LNG-Truck Day haben wir gestern Schwung in den Einsatz alternativ angetriebener Lkw gebracht. Das schaffen wir aber nur mit starken Partnern – mit einem gemeinsamen Engagement sind wir daher auf dem richtigen Weg."

Volkswagen Konzernlogistik, Scania, die teilnehmenden Gasanbieter sowie 18 regionale Spediteure setzen sich zusammen für eine nachhaltige Logistik ein. Mehr als 100 Scania LNG-Lkw sollen im Norden Deutschlands für Spediteure des Konzerns zur Verfügung gestellt werden. Dabei unterstützt das Bundesministerium die Spediteure bei der Lkw-Anschaffung mit einem Förderpaket, Gasbetreiber werden LNG-Tankstellen in der Region einrichten.

Um die Umsetzung dieser Vorhaben voranzutreiben, trafen sich die Beteiligten beim LNG-Truck Day in Wolfsburg. So sollten Vorbehalte und Hemmnisse gegenüber der neuen Technologie abgebaut und der Ausbau des LNG-Tankstellennetzes in Deutschland aktiv unterstützt werden.

Denn LNG ist als Kraftstoff deutlich umweltfreundlicher als konventionelle Antriebe: Scania Lkw mit LNG-Antrieb stoßen bis zu 20 Prozent weniger CO2 gegenüber vergleichbaren Modellen mit Dieselmotor aus. Bei Betrieb mit regionalem und lokalem Biogas sinkt der CO2-Ausstoß sogar um bis zu 90 Prozent. Neben der besseren CO2-Bilanz werden zudem 95 Prozent weniger Stickoxide (NOx) freigesetzt. Auch die rußärmere Verbrennung ist vorteilhaft: Die Feinstaub-Emission wird nahezu komplett vermieden (-95 Prozent). Das Verbrennungsgeräusch wird im Vergleich zu Diesel-betriebenen Lkw um etwa 50 Prozent (-3 db) reduziert.

Frank Bonaldo, Sprecher des BMWI unterstreicht die Relevanz des LNG-Antriebs: „Länder wie Spanien, die Niederlande oder Frankreich sind bei der Bereitstellung von LNG für den Verkehr deutlich besser aufgestellt. Deutschland muss hier dringend nachziehen, um die Umweltziele zur Minderung der Treibhausgasemissionen bis 2030 zu erreichen: Minus 55 Prozent über alle Verbrauchssektoren, minus 40 Prozent im Verkehr gegenüber 1990. Daher unterstützen das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), das Ministerium für Wirtschaft und Energie (BMWI) sowie der Verband „Zukunft Erdgas" dieses Engagement. Das BMVI hat angekündigt, Hersteller mit öffentlicher Förderung dabei zu unterstützen, Anschaffungspreise für LNG-Lkw zu wettbewerbsfähigen Konditionen anbieten zu können."

Peter Hornig, Geschäftsführer Scania Deutschland und Österreich, erläutert: „CNG, Compressed Natural Gas, ist heute die gängigste Antriebsform im Erdgassektor. LNG, Liquified Natural Gas, ist besonders im Fernverkehr auf dem Vormarsch." Stefan Ziegert, Produktmanager für alternative Transportlösungen bei Scania, ergänzt: „LNG ist deswegen für Fernverkehrs-Lkw von Interesse, da es eine größere Reichweite je Tankfüllung durch technischen Fortschritt ermöglicht und die nahezu sauberste Verbrennung aller fossilen Kraftstoffe bietet. Mit heutiger LNG-Technik kann ein Lkw bis zu 1.600 km fahren."

Das Engagement für den Einsatz von LNG-Lkw ist Teil der Green Logistics Initiative der Volkswagen Konzernlogistik. Diese basiert auf der „TOGETHER – Strategie 2025", in der sich der Volkswagen Konzern einem verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt und der kontinuierlichen Reduzierung von Emissionen verschrieben hat. Ziel der Green Logistics Initiative ist eine nachhaltige Logistik im Volkswagen Konzern. Dazu werden laufend Material- ebenso wie Fahrzeugtransporte mit Blick auf eine ideale Auslastung und das Vermeiden von Leerfahrten optimiert. Für die Reduktion von Emissionen spielt die Verlagerung von Transporten auf umweltverträglichere Verkehrsträger eine wichtige Rolle. Zudem werden die Antriebstechniken der aktuellen Verkehrsträger verbessert, neue Antriebsarten werden auf ihre Einsatzmöglichkeiten geprüft. So sollen ab 2019 zwei LNG-Schiffe die Fahrzeuge des Volkswagen Konzerns zwischen Europa und Nordamerika transportieren. Das Engagement für LNG-Lkw bei Spediteuren des Volkswagens Konzern ist ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zum Einsatz alternativer Antriebe in der Logistik.

Foto: Volkswagen