Digitale Qualifizierung mittels VR-Brille / Foto: Gero Gerewitz

Wolfsburg (WB/resch) - Bereits Ende 2015 gab es erste Meldungen, dass bei Volkswagen in der Logistik Virtual-Reality-Brillen erfolgreich eingesetzt werden. Sie leisten Unterstützung bei der Zusammenstellung von Einzelteilen und Waren. Heute hat sich der Wirkungskreis deutlich verändert: Zu Beginn waren es virtuelle Einblendungen, mittels dieser Brille, die Informationen für den Nutzer bereit stellten.

Außerdem gab es z. B. Rückmeldungen, ob das entnommene Teil korrekt war. Heute hat man ein sehr viel breiteres Anwendungsspektrum erschlossen.

mitfahrplattform Olaf Peters reschDaniel Spielmann demonstriert, wie die Mitfahrplattform (MFP) in der Praxis funktioniert und welche Vorteile sie bringt  Foto: resch

Mittels Virtual-Reality-Brille (VR) können in der Logistik in Wolfsburg Qualifizierungsmaßnahmen in digitalisierter Form angeboten werden. Das Stammwerk Wolfsburg ist Erstanwender! Damit sind Schulungsmaßnahmen, ergänzend zu herkömmlichen Formaten, mittels VR-Brille z. B. bereits vor Fahrzeug-Neuanläufen vorhanden und können sozusagen im Vorfeld der praktischen Anwendung in der Fertigung trainiert werden. Jeder notwendige Arbeitsschritt (der vorab digitalisiert wurde) ist bis ins Detail abgebildet und im digitalen Training können sich die Anwender auf die neuen Aufgaben vorbereiten.
Digital, realitätsnah, auf kleinstem Raum und nahezu überall anwendbar.
Mittels dieser Brille wird die Arbeitsumgebung virtuell nachgebildet und die einzelnen Arbeitsschritte können so getestet und erlernt werden.
Übrigens: Videospiele standen Pate für die eingesetzte Technik!

Reinhard de Vries, Leiter der Markenlogistik Volkswagen verweist darauf, dass die Logistik  im Unternehmen eines der wichtigsten Standbeine und zentraler Bestandteil des Unternehmenserfolgs sei. Top-Trends zu erkennen und immer ganz vorn dabei zu sein ist deshalb unabdingbar.

Abmeier Dennis reschRalf Appel, Leiter der Werklogistik erklärt, wie immens wichtig die immer bessere und intensivere Vernetzung von Konzern und Marke ist. Die Schulung der Mitarbeiter erfolgt beständig und gewinnt an Effizienz. Darüber hinaus kann sie in räumlich völliger Unabhängigkeit erfolgen. Die notwendige Technik benötigt wenig Platz (sie ist in einem Koffer unterzubringen) und ohne Aufwand wird in kürzester Zeit eine echte Szenerie bereitgestellt.

Ein weiterer Vorteil ist die spielerische Anmutung. Diese sogenannte Gamifikation (die Übertragung von spieltypischen Elementen und Vorgängen in spielfremde Zusammenhänge mit dem Ziel der Verhaltensänderung und Motivationssteigerung) erleichtert den Einstieg in die digitale Welt und macht auch noch Spaß.
Den „Spaßfaktor“ haben alle eingeladenen Journalisten, die sich selbst mittels VR-Brille ein Bild machen konnten, übereinstimmend bestätigt. Alles ist intuitiv erfassbar und benötigt keine aufwändige Erklärung.

Allerdings muss man unbedingt darauf verweisen, dass diese Leichtigkeit nicht von ungefähr kommt. Menschen aus unterschiedlichen „Gewerken“ IT, Elektronik, natürlich die Logistiker selbst aber auch die Experten der Digitalen Bilderfabrik haben sich an einen Tisch gesetzt und ihr theoretisches Wissen, ihr Knowhow „zusammen geworfen“ und es so lange wieder und wieder optimiert und aufeinander abgestimmt, bis letztlich die virtuelle Logistikschulung daraus entstand.

Clemens Baron - Operative Logistik Nord, der Elektrotechnik studierte und Projektverantwortlicher für die Logistik im Projekt ist erklärte dazu, man musste die einzelnen Fachkompetenzen erst einmal miteinander verbinden, sie mussten lernen die gleiche Sprache zu sprechen, um sich problemlos zu verstehen. Jeder bringt Fachausdrücke, spezielles Wissen, Erfahrungen ein, die völlig unterschiedlich sind. Jeder hat andere Schwerpunkte in seinem Fach. Das alles muss Eingang finden, es darf nichts verloren gehen und doch muss sich alles dem Ziel unterordnen eine große, realitätsnahe, digitale Welt zu bauen, die „wie im richtigen Leben“ funktioniert.

Der Einsatz der VR-Brille für die Schulung von Mitarbeitern ist ein markenübergreifendes Logistikprojekt im Volkswagen Konzern. Auch in der Logistik der Marken Audi, Seat und Skoda gibt es Pilotprojekte.
Die VR-Plattform, die eine Entwicklung von Konzernlogistik und Konzern IT ist, bildet die besten Logistikprozesse und virtuelle Trainings ab. Momentan prüft man konzernweit die Einsatzmöglichkeiten der VR-Brille für virtuelle Trainings und optimale Verfahren.

Digitalisierung zeigt an diesem Beispiel, wie viele Möglichkeiten und Facetten sie hat. Voraussetzung dafür sind kluge, gut ausgebildete Mitarbeiter, die über ihren unmittelbaren Fachbereich hinaus schauen und so helfen, Visionen in die Wirklichkeit zu holen.

Fotos. Gero Gerewitz / resch