Herfried Wichern und Markus Wassermann von der EDAG Engineering GmbH, Eberhard Kittler, Vorstand der Stiftung AutoMuseum Volkswagen sowie Christian Bartsch von Volkswagen Pro Ehrenamt präsentieren den Leichtbau CC1.

Der Prototyp des Audi A2 wurde in der Volkswagen Forschung entwickelt
20 Jahre später erfolgt die erstmalige öffentliche Präsentation im AutoMuseum
Detailgetreue Restauration durch die EDAG GmbH in Gifhorn
Wolfsburg (WB/Volkswagen) - Mit dem Launch des Audi A2 im Jahr 1999 stieg die Marke mit den vier Ringen in den Bereich der treibstoffarmen Kleinwagen ein.

Bis heute unbekannt und noch nie öffentlich gezeigt, basiert dieses Modell auf der Studie CC1. Der Mitte der 1990er Jahre von der Volkswagen Forschung entwickelte Prototyp ist vom Versuchsteam der EDAG Engineering GmbH frisch restauriert worden und ging heute offiziell ans AutoMuseum Volkswagen über.

Der CC1 wurde Mitte der 1990er Jahre in der Volkswagen Forschung geboren, gelangte jedoch nie an das Licht der Öffentlichkeit. Nach über 20 Jahren haben sich die Mitarbeiter des Versuchs der EDAG Engineering GmbH in Gifhorn unter der Leitung von Herfried Wichern des mittlerweile in die Jahre gekommenen Prototypen angenommen und ihn liebevoll und detailgetreu restauriert. Maßgeblich mitgewirkt haben Markus Wassermann, Fertigungsleiter Prototypen / Serienbau EDAG, und Christian Bartsch, früherer Mitarbeiter der Volkswagen Forschung.

Im Lastenheft des Prototyps waren zwei hauptsächliche Zielvorgaben aufgelistet: 1. Verbrauch von unter zwei Litern auf 100 Stundenkilometern – entsprechend dem Europäischen Fahrzyklus für Emissions- und Verbrauchsmessungen auf Rollenprüfständen (MVEG). 2. Höchste Anforderungen an die aktive und passive Sicherheit gemäß dem European New Car Assessment Programme (NCAP).

Der Motor des CC1 ist ein Drei-Zylinder-Saugdiesel mit 26 kW / 35 PS und 898 ccm Hubraum, jedoch eine spezielle Entwicklung für diesen Prototyp. In Serie gingen später beim A2 Motoren ab 45 kW / 55 PS (Diesel) und ab 55 kW / 75 PS (Benziner). Auch das verbaute Doppelkupplungsgetriebe (DSG) mit Schwungnutzautomatik war damals noch ein Vorläufer und trug – heute in Serie erhältlich – zur Kraftstoffreduzierung bei.

Das Design, dem das spätere Serienmodell in vielen Merkmalen gleicht, ist zum einen auf Leichtbau, zum anderen auf einen niedrigen Luftwiderstandswert ausgelegt. So bieten die zugleich stylisch wirkenden abgedeckten Hinterräder und die in die Fronthaube bzw. den Stoßfängern integrierten Leuchten dem Wind minimale Angriffspunkte. Der cw-Wert liegt bei 0,2.

Das Gewicht von 440 Kilogramm ist auf den Karbonfaserkunststoff als Material für die Karosserie und Aluminium für den Crashrahmen zurückzuführen. Damit wiegt der CC1 halb so viel wie der spätere A2. Auch in seinen Abmessungen ist er, wenn auch eher minimalistisch, etwas kleiner ausgefallen, bietet aber vier Sitzplätze.

Parallel zum futuristischen CC1 entstand versuchsweise 1995 ein Polo mit Vollaluminium-Karosserie, der allerdings nicht erhalten geblieben ist. Die Erkenntnisse, die anhand der beiden Fahrzeuge gewonnen wurden, halfen dann maßgeblich bei der Entwicklung des Audi A2.

Foto: Volkswagen