Hilfreich, verlässlich und gut: Prof. Wolf Dieter Gogoll, Hartmuth Schulz und Dr. Thomas Jack / Foto: N. Basler

Hilfe zur Selbsthilfe
Königslutter (WB/resch) - Am Mittwochabend hatte der Präsident des Lions Clubs Königslutter - Kaiser Lothar, Holger Lustermann in den Festsaal des AWO Psychatriezentrums eingeladen. Aus berufenem Munde erfuhren die LionsFreunde dort, was tätige Hilfe zur Selbsthilfe für enorme Kräfte entwickeln kann.

Bei der schrecklichen Tsunami-Katastrophe am 26. Dezember 2004, mussten auch besonders viele Kinder sterben. Noch heute werden viele Menschen die schrecklichen Ereignisse erinnern und bei vielen sind diese mit Bildern der Verwüstung und unendlichem Leid verbunden. Besonders schlimm hatte es die Küste Sri Lankas getroffen. Außerordentlich dramatisch stellte sich in diesem Zusammenhang die Tatsache dar, dass es auf Sri Lanka keine medizinische Intensivversorgung für Kinder gab. Nachdem ein Hilferuf aus dem betroffenen Gebiet vom örtlichen Lions Club nach Deutschland gesandt wurde, ist dort vor Ort in Galle in enger Zusammenarbeit mit der Medizinischen Hochschule Hannover und den Lions Clubs ein ganz besonderes Projekt entstanden:
Paedriatic Intensive Care Unit (PICU) konnte bisher 740 Kinder durch intensiv-medizinische Hilfe retten!
Lions Clubs aus der Region Hannover starteten im Februar 2005 ein Benefizkonzert mit der Sängerin Angelika Milster. Den Erlös von 40.000 € verdoppelte SOLVAY Deutschland. Diese Einnahmen waren das Startkapital für das, was sich die Lions vorgenommen hatten: Kindern in Not zu helfen.

Der Weg zur Hilfe war einer der viele Unwägbarkeiten und Sackgassen bereit gehalten hat. Doch letztlich gelang es durch Vermittlung des Lions Clubs in Hikkaduwa ein nachhaltiges Projekt zu finden. Das Projekt hatte das Ziel eine pädiatrische Intensivstation zu errichten. Konkret sollte Aufbau und Entwicklung einer PICU im KTH Galle, im Südwesten Sri Lankas umgesetzt werden. Dort sollte selbständig pädiatrische Intensivmedizin durchgeführt und durch das Gesundheitssystems des Landes aufrecht erhalten werden.
Prof. Wolf Dieter Gogoll und Hartmuth Schulz wurden von den Sponsoren als Projektmanager gewonnen und man erarbeitete gemeinsam eine Realisierungsstrategie. Dr. Thomas Jack, Oberarzt Intensivmedizin an der Medizinischen Hochschule Hannover, der auch den Zuhörern vor Ort in Königslutter ein sehr plastisches und realistisches Bild der ganzen Hilfsaktion vermittelte, ist ebenfalls von Beginn an in die herausragende Aktion eingebunden. Er kennt das Projekt sehr genau und verarbeitet die vor Ort gewonnenen Erkenntisse und Erfahrungen mit Empathie und Augenmaß.

Im Oktober 2007 standen die ersten zwei Betten und die allgemeine Einrichtung.Die Entwicklungsstrategie ging in Richtung Hilfe zur Selbsthilfe. So viel intensiv-medizinische Technologie vor Ort, wie bewältigt werden konnte. Die ersten Schwestern und Ärzte wurden eingestellt – Fachärzte für Pädiatrie, Schwestern mit Berufserfahrung in Pädiatrie.

Seit 2007 gibt es diese segensreiche Einrichtung, die aus kleinen Anfängen immer weiter, Jahr für Jahr gewachsen ist.

Die erreichten Ergebnisse sind phänomenal! Die Warteliste von PICU wird mit dem wachsenden Ruf im ganzen Land immer länger. Sehr komplizierte Fälle auch aus dem Lady Ridgeway Hospital in Colombo, dem führenden Kinderkrankenhaus des Landes, wurden bereits nach Galle verlegt – Ein "Ritterschlag" für die Einrichtung!

Eltern, deren Kinder durch die Arbeit des PICU überlebt hatten, luden die Mitarbeiter zu Dankeschön-Feiern ein. Die Kinder tanzten und sangen, rezitierten Gedichte, und alle Mitarbeiter machten mit. Wer die tiefe Dankbarkeit vor Ort erleben durfte, schöpft daraus ganz viel Kraft immer weiter zu machen. Diese Einschätzung teilen alle, denen sie vor Ort zuteil wurde.
Immer wieder reisten Ärzte und Krankenschwestern nach Galle, um ihre Kollegen zu unterstützen.
Inzwischen bietet die PICU im Auftrag der Gallischen Medizinischen Vereinigung Fortbildung an: Regelmäßig finden Workshops in der PICU statt.

Neben dem Bau, der Beschaffung von Medizintechnik und der Schulung der Mitarbeiter gab es eine Entwicklungsinitiative für junge Studenten, die im Hintergrund lief: Erstes wunderbares Ergebnis - Dr. Udara, einer der Teilnehmer des Foster-Programms des Hikkaduwa Lions Club, arbeitet jetzt als vollständig geprüfter Registrar in PICU. Er hatte seine ersten 5 Wochen Training an der Medizinischen Hochschule Hannover.

Mittlerweile gibt es einen festen und stabilen Rahmen für Unterstützer rund um das PICU-Projekt und die Arbeit der Hannover Medical School, die von hochrangigen regionalen Politikern nicht nur akzeptiert, sondern auch gefördert wird. Ein solches Projekt kann nur gelingen, wenn neben dem notwendigen finanziellen Mitteln auch viele Menschen ihr ganzes Wissen, ihr Know-how,und ihre anhaltende tätige Mithilfe investieren.

PICU1 Basler

Dr. Thomas Jack, Oberarzt Intensivmedizin an der Medizinischen Hochschule Hannover / Foto: N. Basler

Leitidee für MHH Interventionen war es  –  immer nur so viel Technologie aufzubauen, wie im Karapitiya Hospital bewältigt werden konnte und die Sri Lankischen Kollegen ihre eigenen Erfahrungen machen zu lassen. Der Kompetenzzuwachs im spezifischen Gebiet der pädiatrischen Intensivmedizin zeigt, dass dieses Konzept richtig ist.
Die an der Ursprungsinitiative beteiligten Lions Clubs der Region Hannover haben sich entschieden, auch diese jetzt geplante Fertigstellungsstufe des „Leuchtturm-Projekts PICU Galle“ finanziell nachhaltig so zu unterstützen, damit keine Investitionsruine entsteht und das Ziel einer selbständig betriebenen Intensivbehandlung in Galle möglich wird.  Der Lions District NH 111 entschied, das PICU Projekt zu seinem dritten internationalen Gemeinschaftsprojekt zu machen und die internationale Stiftung der Lions, LCIF, hinzu zu ziehen.

Spontan entschied sich der Lions Club Königslutter die an diesem Abend gesammelten Spenden auf die stolze Summe von 1000 Euro aufzustocken und direkt an PICU Sri Lanka zu spenden. Sollen auch Sie dieses tolle, nachhaltige und fortdauernde Projekt unterstützen wollen, können Sie eine Spende an

Förderverein PICU

Konto: 9100 38090 BLZ: 250 501 80

IBAN: DE65250501800910038090

BIC-/SWIFT-Code: SPKHDE2HXXX

(Sparkasse Hannover)

Betreff „Sri Lanka“

leisten.

Die Lions Clubs tun vor allem in der Region aus der sie kommen Gutes und unterstützen die, die Hilfe dringend brauchen. Doch auch international - wie in diesem besonders anspruchsvollem Fall - wird von den Lions Hilfe zur Selbsthilfe geleistet. "Ganz nebenbei" hat das PICU Projekt Sri Lanka mehr als 65 hochqualifizierte Arbeitsplätze geschaffen und in Sri Lanka das Karapitiya Teaching Hospital  Galle zu einem Kompetenzzentrum der Kinder Intensivmedizin gemacht.