Eine Karikatur von Kostas Koufogiorgos aus dem Jahr 2013, noch bis Sonntag in der Ausstellung „Oh, eine Dummel! Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit in Karikatur und Satire“ zu sehen / Foto: CD Kaserne gGmbH

Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit in Karikatur und Satire
Wolfsburg (WB/Stadt Wolfsburg) - Seit 2016 tourt die Wanderausstellung „Oh, eine Dummel! Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit in Karikatur und Satire“ mit großem Erfolg durch Niedersachsen. Für sieben Wochen war die Ausstellung nun im Hoffmann-von-Fallersleben-Museum zu sehen.

Zur Finissage am kommenden Sonntag, 9. Juli, laden Museumsleiterin Dr. Bettina Greffrath und die Braunschweiger Künstlerin Anna-Maria Meyer um 15 Uhr zu einem abschließenden Ausstellungsrundgang ins Schloss Fallersleben ein. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.

Die Präsentation von gut 60 Karikaturen, von satirischen TV-Beiträgen und Modeartikeln des Satire-Labels „Storch Heinar“ wurde vom Fachdienst Jugendarbeit der Stadt Celle und vom Celler Kulturzentrum CD Kaserne realisiert. In Wolfsburg wird sie präsentiert von den Kooperationspartnern Hoffmann-von-Fallersleben-Museum und Stadtjugendring.

Anlässlich des Ausstellungsendes sprechen Museumsleiterin Bettina Greffrath und die Braunschweiger Künstlerin Anna-Maria Meyer, die das vielfältige Wolfsburger Begleitprogramm für Schulklassen mitgestaltete, zur Kunst der Karikatur. Bei ihrem Rundgang betrachten sie einzelne Karikaturen im Detail. Dabei kommen auch einige der Karikaturisten selbst zu Wort, die sich vorab in einem Interview des Museumsteams zu ihrer Arbeit und ihren Zeichnungen äußerten. Zugleich werden die in der Ausstellung dargestellten aktuellen Themen Flucht, Migration und Integration, Diskriminierung und Alltagsrassismus sowie Rechtsextremismus in Bezug zur politischen Geschichte sowie dem Leben und Werk Hoffmanns von Fallersleben im 19. Jahrhundert diskutiert: Denn Hoffmann von Fallersleben erlebte einst als politischer Flüchtling mehrfach die Ausweisung aus vielen der damaligen deutschen Einzelstaaten, weil er in seinen Liedtexten Kritik an den herrschenden autoritären Gesellschaften übte und ein einiges Deutschland mit Rechtsgleichheit und persönlichen Freiheitsrechten forderte.
Die Niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt übernahm die Schirmherrschaft über die Ausstellung „Oh, eine Dummel! Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit in Karikatur und Satire“. Diese wurde zudem gefördert vom Niedersächsischen Kultusministerium, der Stiftung Niedersachsen, der Klosterkammer Hannover, der Nord/LB Kulturstiftung, dem Lüneburgischen Landschaftsverband und im Rahmen des Bundesprogrammes „Demokratie leben!“, mit dessen Unterstützung darüber hinaus in Wolfsburg mehrere Workshops sowie ein Zeitzeugengespräch mit einem Aussteiger aus der rechtsextremen Szene für Jugendliche und Schüler angeboten werden konnten.

Foto: CD Kaserne gGmbH