Kraftfahrzeuge mit Elektroantrieb / Foto: markus roider/Pixabay

Wolfsburg (WB/resch) - Auf deutschen Straßen fahren aktuell rund 83.000 Kraftfahrzeuge mit Elektroantrieb. Hierin enthalten sind sowohl Autos mit reinem Elektromotor, als auch die sogenannten Plug-In-Hybriden, welche zusätzlich mit einem kleinen Verbrennungsmotor ausgestattet sind. Seit 2011 wächst die Anzahl von Fahrzeugen mit diesen alternativen Antriebsarten stetig.

Wenn der Trend bestehen bleibt, wird es laut Statista bis Ende 2019 hierzulande über 100.000 zugelassene Elektrofahrzeuge geben. Dies allerdings wären immer noch weniger als 0,3% von den insgesamt 47 Millionen aktuell zugelassenen Pkw. Mit über 98% bleiben konventionelle Verbrennungsmotoren der Standard für deutsche Fahrzeughalter.

Dies will die Bundesregierung ändern, denn ab 2020 gelten schärfere EU-Vorschriften zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes. Der durchschnittliche CO2-Ausstoß aller neu zugelassener Pkw eines Herstellers darf dann nur noch bei maximal 95g CO2/km liegen. Diesen Zielwert erreichen aktuell keine der namhaften Hersteller und mit konventioneller Technologie wird das Ziel für 2020 nicht erreicht werden können, so der Verband der Automobilindustrie (VDA). Aus diesem Grund fördert die Regierung die Anschaffung insbesondere von Elektroautos, denn diesen wird ein Ausstoß von 0g CO2/km angerechnet. So erklärt sich auch die Verlängerung des Umweltbonus bis 2020.

Um ein mögliches politisches Verbot des Verbrennungsmotors und teuren Strafzahlungen an die EU zu vermeiden, sind die Hersteller nun im Zugzwang. Volkswagen setzt hierfür auf die I.D.-Serie, welche als leistungsstark und günstig vermarktet wird. Nebenbei startete der Konzern eine Kampagne zum Abbau von Vorurteilen gegen Elektroautos.

Konsequenzen für die deutsche Energiewirtschaft

Sollte es tatsächlich zu politischen Eingriffen in die Produktion und Nutzung von Verbrennungsmotoren kommen, hätte dies verheerende Auswirkungen auf die europäische Wirtschaft, so der VDA. Dadurch würde die finanzielle Basis für Investition in neue, emissionsärmere Technologien entzogen. Gleichzeitig wäre das geforderte Wirtschaftswachstum in Gefahr. Deutlich ist also, dass die richtige Lösung noch gefunden werden muss.
Auch die deutsche Energiewirtschaft muss sich auf die möglichen Folgen der 2020-Ziele einstellen. Ein wiederkehrender Gedanke ist der landesweite Einsatz eines Gleichstromnetzes gerade bei dem stetigen Ausbau erneuerbarer Energien. Schon 2012 zeigte ein Artikel der Welt die möglichen Vorteile dieser Art der Energieversorgung auf. Der von Kraftwerken produzierte Wechselstrom muss für den häuslichen Gebrauch in Gleichstrom umgewandelt werden, auch das Laden von Elektroautos an herkömmlichen Stationen funktioniert nach gleichem Prinzip, denn die eingesetzten Batterien nutzen Gleichstrom. Sollte dieser schon aus der Dose fließen, laden Autobatterien schneller. Die eigentlichen Servomotoren in Elektroautos, genau wie Bastler sie kennen, arbeiten jedoch mit sowohl Gleichstrom zur Erzeugung des Magnetfeldes im unbeweglichen Teil, als auch mit Wechselstrom zum Magnetisieren des Rotors.
Auch der von Windkraftanlagen und Solarzellen produzieren Gleichstrom, welcher sich ohne größere Verluste über weiter Strecken transportieren lässt. Nur so wäre eine Versorgung der südlichen Bundesländer mit erneuerbarer Energie von Offshore-Windkraftanlagen in der Nordsee wirtschaftlich möglich, jedoch fehlt es noch immer an rechtskräftigen Regulierungen.
Das Jahr 2020 rückt in greifbare Nähe und damit auch die vielen Ziele und Auflagen der Europäischen Union. Ob und wie nachjustiert werden muss, um der wirtschaftlichen Realität zu entsprechen, steht noch nicht fest.