Immacolata Glosemeyer (Zweite von links) im Kreise von SPD-Parteifreunden auf dem Biogut von Henning Bauck (rechts) in der Lüneburger Heide. / Foto: privat

Die SPD-Politikerin erhöht den Druck auf Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner (CDU)
Wolfsburg (WB/Immacolata Glosemeyer-MdL) -  Die Verbraucher dürfen nicht im Unklaren darüber gelassen werden, woher das Fleisch auf ihren Tellern stammt und ob das Tier zu Lebzeiten artgerecht gehalten wurde: Dies fordert die Wolfsburger Landtagsabgeordnete Immacolata Glosemeyer (SPD).

Dass das Bundeskabinett am Mittwoch dem Vorschlag von Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner (CDU) zur Einführung eines freiwilligen staatlichen Tierwohllabels zugestimmt hat, geht der verbraucherschutzpolitischen Sprecherin der niedersächsischen SPD-Landtagsfraktion und der Landesregierung Weil nicht weit genug. Gemeinsam mit der agrarpolitischen SPD-Sprecherin, Karin Logemann, kämpft Glosemeyer für die Einführung eines verpflichtenden Tierwohllabels.

„Mit Bedauern habe ich zur Kenntnis genommen, dass die Bundesregierung ein staatliches Tierwohllabel lediglich auf freiwilliger Basis einführen möchte. Wir stimmen mit der SPD-Bundestagsfraktion darin überein, ein Label ohne gesetzliche Verpflichtung abzulehnen“, erklärte Glosemeyer. „Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner empfehlen wir, sich ein Beispiel an ihren niedersächsischen CDU-Parteikollegen zu nehmen, die eingesehen haben, dass ein freiwilliges Tierwohllabel wirkungslos bleiben wird. Bei uns in Niedersachsen gibt es aber auch positive Beispiele für artgerechte Nutztierhaltung wie das Biogut Bauck, dem ich mit meinen Parteifreunden einen Besuch abgestattet habe.“

Niedersachsens große Koalition, die von den Sozialdemokraten angeführt wird, hatte bereits im Juni dieses Jahres eine Bundesratsinitiative zur Einführung eines verpflichtenden Tierwohllabels auf den Weg gebracht. Alle Konzepte, die auf der freiwilligen Mitwirkung der Agrarindustrie basierten, hätten nicht gefruchtet und seien stets vertagt worden, beklagte die Landesregierung unter Ministerpräsident Weil (SPD).

Als verbraucherschutzpolitische Sprecherin sieht Glosemeyer Handlungsbedarf und argumentierte: „Die Verbraucherinnen und Verbraucher haben ein großes Bedürfnis nach Informationen und Transparenz über Herkunft, Aufzucht, Haltung und Schlachtung der Nutztiere. Mit einem verpflichtenden Tierwohllabel wird diese Transparenz geschaffen und ein wichtiger Beitrag zu besseren Haltungsbedingungen geleistet.“