Gemeinsames Kochen und Essen, Wolfsburg 1962 / Reportagefotografie © bpk-Bildagentur, Fotograf: Benno Wundshammer

Ausstellung wird bis 3. November in der Städtischen Galerie Wolfsburg gezeigt
Wolfsburg (WB/Stadt Wolfsburg) - Die Städtische Galerie Wolfsburg zeigt zusammen mit dem Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation und den Kooperationspartnern bpk-Bildagentur sowie der Italienischen Konsularagentur Wolfsburg eine Ausstellung mit Fotografien des Pressefotografen Benno Wundshammer.

Die Ausstellung läuft bis zum 3. November. Die Schau beschäftigt sich mit einer Reportage über die ersten italienischen Arbeitskräfte in Wolfsburg, die Benno Wundshammer im Jahr 1962 in Wolfsburg erarbeitet hat. Der Titel lautete: "Brauchen wir denn wirklich diese Italiener?" Die Reportage wird begleitet von einer Vielzahl aussagekräftiger Fotografien, die die eigenwillige Diktion des Textes illustrieren, der aus zahlreichen Zitaten von Wolfsburger Bürgerinnen und Bürgern collagiert ist.

Punti di Vista Baracken bpkbildagentur BennoWundshammer

"Die Ausstellung führt uns mitten hinein in die Anfänge der Internationalisierung Wolfsburgs. Benno Wundshammer hat sich nicht nur mit der sich neu entwickelnden italienischen Lebenswelt in unserer Stadt auseinandergesetzt, sondern auch mit dem Miteinander zwischen Ankommenden und Aufnehmenden. Die Reportage, aber insbesondere auch die Fotografien aus dem Nachlass Wundshammers zu den Italienern in Wolfsburg, können als Blaupause für den Umgang mit später hinzugekommenen Migrantengruppen gelesen werden. Das macht sie auch heute noch so aktuell", erklärt Kulturdezernent Dennis Weilmann.

Scan aus der ReportageBrauen wie denn wirklich diese ItalienervonBennoWundshammerQuickNr26von1962

 

Der Fotograf Benno Wundshammer (1913 bis 1986), der seine Karriere als Sportfotograf begonnen hatte, war während der NS-Zeit einer der wichtigsten Fotografen und stieg gegen Ende des Zweiten Weltkrieges zum stellvertretenden Chefredakteur der Propagandazeitschrift SIGNAL auf. Nach dem Krieg gelang ihm ein fast nahtloser Übergang. Als Reporter und späterer Chefredakteur der REVUE wurde Wundshammer in der Wirtschaftswunderzeit zu einem der bekanntesten und angesehensten Pressefotografen. Dies spiegelt sich auch in seinen Arbeiten, porträtierte er doch internationale Prominente wie Romy Schneider und Elvis Presley ebenso wie Bundeskanzler Konrad Adenauer.

Nachdem er 1957 zur Illustrierten QUICK gewechselt war – damals eine der auflagenstärksten Illustrierten – führte ihn im Frühjahr des Jahres 1962 ein Auftrag in die Volkswagenstadt. Denn nur wenige Monate, nachdem die ersten italienischen Arbeitskräfte im Januar 1962 in Wolfsburg ankamen, fotografierte Wundshammer sie für seine Reportage.

Gemeinsam führen die Projektpartner unter Beteiligung der Bürger Wolfsburgs sowie vor allem der italienischen Mitbürgerinnen und Mitbürger ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm mit Filmen, Performances, Künstlergesprächen und Diskussionen durch.

Scan aus der Reportage "Brauchen wir denn wirklich diese Italiener?" von Benno Wundshammer, Quick, Nr. 26 (1962) 

Ein Ausstellungsprojekt des Instituts für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation und der Städtischen Galerie Wolfsburg in Kooperation mit der bpk-Bildagentur und der Italienischen Konsularagentur Wolfsburg. Mit freundlicher Unterstützung des Lüneburgischen Landschaftsverbandes.
Als Begleitpublikation zur Ausstellung erscheint die Ausgabe #015 von Das Archiv. Zeitung für Wolfsburger Stadtgeschichte mit Texten von Dora Balistreri, Sebastian Kindler, Marcus Körber, Alexander Kraus, Katja Cutrone und Violetta Rudolf.
Weitere Infos unter: www.staedtische-galerie-wolfsburg.de.

Begleitprogramm:

3. September 2019 um 18.00 Uhr: Kuratorenführung durch die Ausstellung mit Susanne Pfleger (Direktorin Städtische Galerie Wolfsburg) und Alexander Kraus (Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation)
5. September 2019 um 12.30 Uhr: Kunstgespräch in der Mittagspause, Städtische Galerie Wolfsburg
10. September 2019 um 18.00 Uhr: Jan Plamper (Historiker und Professor für Geschichte am Goldsmiths College der University of London): "Das neue Wir. Warum Migration dazugehört: Eine andere Geschichte der Deutschen" Lesung und anschließende Diskussion, Moderation: Alexander Kraus (Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation), Städtische Galerie Wolfsburg
13. September 2019 von 10.00 bis 19.00 Uhr: Sonderöffnungszeit der Ausstellung in der Städtischen Galerie Wolfsburg, ab 19.30 Uhr Konzert der Italienischen Konsularagentur Wolfsburg im Gartensaal Schloss Wolfsburg
15. September 2019 von 14.00 bis 17.00 Uhr: Offenes Atelier – Malen, Zeichnen & vieles mehr im Schloss Wolfsburg
1. Oktober 2019 um 18.00 Uhr: "Fotografie im Dialog: Reportagefotografie zwischen Kunst und Geschichte." Andreas Beitin (Direktor Kunstmuseum Wolfsburg) im Gespräch mit Alexander Kraus (Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation)
4. Oktober 2019 von 10.00 bis 19.00 Uhr: Sonderöffnungszeit der Ausstellung in der Städtischen Galerie Wolfsburg, ab 19.30 Uhr Konzert der Italienischen Konsularagentur Wolfsburg im Gartensaal Schloss Wolfsburg
8. Oktober 2019 um 18.00 Uhr: "Fotografie im Dialog: Fotojournalismus als Spiegel der sozialen Wirklichkeit?" Barbara Hofmann-Johnson (Leiterin Museum für Photographie Braunschweig) im Gespräch mit Alexander Kraus (Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation), Städtische Galerie Wolfsburg
10. Oktober 2019 um 12.30 Uhr: Kunstgespräch in der Mittagspause, Städtische Galerie Wolfsburg
15. Oktober 2019 um 18.00 Uhr: Podiumsdiskussion "Das Bild des Italieners." Mit Daniela Cavallo (stellvertretende Betriebsratsvorsitzende bei der Volkswagen AG), Hans Karweik (Journalist), Marlies Ottimofiore (ehemalige Mitarbeiterin der Italienischen Konsularagentur), Eleonora Marrone (Geschäftsführerin des Vini D’Italia). Moderation: Dora Balistreri (Italienische Konsularagentur Wolfsburg) und Alexander Kraus (Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation), Städtische Galerie Wolfsburg
22. Oktober 2019 um 18.00 Uhr: Michael Siems: "Arbeiten, wohnen, mitbestimmen – Wandel migrantischen Lebens in Wolfsburg zwischen den 1960er und 1970er Jahren." Moderation: Alexander Kraus (Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation), Städtische Galerie Wolfsburg
29. Oktober 2019 um 18.00 Uhr: "Sei foto, sei punti di vista." In jeweils fünf bis zehn Minuten analysieren und diskutieren Italienerinnen, Italiener und Italienkenner eine Fotografie aus der Ausstellung. Mit Silvestro Gurrieri (Vorstandsvorsitzender des Kunstvereins creARTE e.V.), Paola Massei (Künstlerin und Angestellte bei der Volkswagen AG), Quinto Provenziani (Künstler), Fabio Schillaci (Stabstelle für Sonderplanungen und Projektsteuerung der Stadt Wolfsburg), Anke-Catrin Paulsen (Geschäftsführerin des Vereins Freunde und Förderer der italienischen Kultur in Wolfsburg e.V.), Anita Placenti-Grau (Leiterin Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation). Moderation: Dora Balistreri (Italienische Konsularagentur Wolfsburg) und Alexander Kraus (Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation), Städtische Galerie Wolfsburg