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Althusmann: Konstruktiver Austausch zwischen niedersächsischen Unternehmen des Agrar- und Lebensmittelsektors mit der Bundesregierung
Hannover (WB/Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung) - Auf Einladung von Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann hat am Dienstag in Hannover der Runde Tisch zur Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit der niedersächsischen Ernährungswirtschaft stattgefunden.

Gemeinsam mit Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und dem Staatssekretär im niedersächsischen Landwirtschaftsministerium, Rainer Beckedorf, haben Vertreter der Ernährungswirtschaft sowie Vertreter einiger für Niedersachsen bedeutsamer Industrieunternehmen aus diesem Sektor aktuelle Herausforderungen und Umbrüche in der Branche diskutiert.
„Nach meiner Wahrnehmung befürchten die Unternehmen der Landwirtschaft und Ernährungsindustrie einen Strukturwandel, der sie durch die zahlreichen aktuell parallel auftretenden Herausforderungen vor große Schwierigkeiten stellen könnte. Als Folge könnten Tierhaltung und Pflanzenbau einschließlich der vor- bzw. nachgelagerten industriellen Futter- und Lebensmittelproduktion unter Druck geraten“, sagte Althusmann. „Niedersachsen als Agrarland Nummer 1 in Deutschland würde das besonders hart treffen. Als Wirtschaftsminister eines Bundeslandes, dessen zweitgrößter Wirtschaftssektor die Ernährungswirtschaft ist, war es mir daher ein großes Anliegen, dass ein direkter Austausch mit Frau Klöckner möglich war. Mein Eindruck ist, dass dieser konstruktiv war.“

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner: „Die gesellschaftlichen Erwartungen an Erzeuger und Erzeugung sind gestiegen - es geht um Fragen der Tierhaltung und der Pflan-zenproduktion. Die Verbraucher sind kritischer geworden mit Blick auf den Umwelt- und Klimaschutz, auf die Ressourcenschonung, auf den Verbraucher- und den Tierschutz. Die Branche nehme ich hier in die Pflicht, gerade auch Niedersachsen als großes Agrarland trägt Verantwortung, den Wirtschaftssektor weiter zu entwickeln. Dabei unterstützen wir. Etwa mit unserer Nutztierstrategie. Denn um Nutztierhaltung in Deutschland weiter erfolgreich zu betreiben, braucht sie breite gesellschaftliche Zustimmung. Gleichzeitig müssen unsere Betriebe
wirtschaftlich gut aufgestellt und wettbewerbsfähig sein, wenn wir heimische Produktion halten wollen. Gleiches gilt für den Pflanzenbau. Verantwortung hierfür tragen auch die Verbraucher. Sie haben es in der Hand, welche Wirtschaftsweise sie mit ihrem Konsum und Geldschein unterstützten. Ihren Forderungen und Erwartungen sollten sie eigene Taten folgen lassen. Daher ist etwa die schnelle Einführung unseres staatlichen Tierwohlkennzeichens, das jene Erzeuger positiv auszeichnet, die mehr für das Tierwohl tun als gesetzlich vorgeschrieben, so wichtig. Hierzu waren wir heute konstruktiv im Gespräch.“

Staatssekretär Beckedorf: „Dass wir in Niedersachsen die landwirtschaftliche Nutztierhaltung wieder in die Mitte der Gesellschaft rücken wollen, haben wir mit unserer ‚Niedersächsischen
Nutztierstrategie - Tierschutzplan 4.0‘ eindrücklich gezeigt. Lösungsmöglichkeiten in diesem Bereich müssen jedoch vielfach auf Bundesebene gefunden werden. Nicht zuletzt bedarf
eine zukunftsfähige Nutztierhaltung in Deutschland eines bedeutenden staatlichen Finanzierungsanteils.“
Niedersachsen ist deutschlandweit durch Hightech und digitale Methoden bei der Produktion hochwertiger, sicherer Lebensmittel führend. Die Ernährungswirtschaft ist der zweitwichtigste
Wirtschaftszweig des Landes und hat somit eine herausragende Bedeutung für die wirtschaftliche Struktur und den Arbeitsmarkt. 2017 waren in Niedersachsen im sogenannten
„Cluster Agribusiness“ rund 392.000 Menschen beschäftigt. Dieses Cluster umfasst eine eng verflochtene Wertschöpfungskette: Sie reicht von den der Landwirtschaft vorgelagerten Bereichen, über die Land- und der Ernährungswirtschaft mit den industriellen Lebensmittelherstellern bis hin zum Agri-Handel. Zahlreiche mittelständische Unternehmen sind Teil dieses
Clusters.
Allein die rund 700 Lebensmittel- und Futtermittel herstellenden Unternehmen haben in Niedersachen insgesamt etwa 78.000 Beschäftige und erwirtschaften einen Umsatz rund 33 Milliarden
Euro. Rund 22 Prozent der in Niedersachsen produzierten Lebensmittel werden exportiert, 82 Prozent davon innerhalb Europas. Insgesamt liegt der Auslandsumsatz bei elf Milliarden Euro.