Wolfsburg (WB/resch) - Ab August 2020 wird das Scharoun-Theater einen neuen Intendanten und Geschäftsführer haben: Dirk Lattemann. Vielen Wolfsburgern wird Lattemann am ehesten als Schauspieler etwas sagen. Er wirkte in vielen Folgen der „Lindenstraße“, „Verbotene Liebe“, „Der Fahnder“ oder „Soko Köln“ mit.

Seine Zeit als Schaupieler sieht er selbst allerdings als vergangen an: " Dieser Prozess ist beendet" resümiert er selbst diese Zeit.  Sein Schwerpunkt liegt heute im Veranstaltungsmanagement. Theater-Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Thomas Steg und Kulturdezernent Dennis Weilmann sehen in dem 44-jährigen Wahl-Freiburger und geborenem Niedersachsen (1975 in Wolfenbüttel) genau die Fähigkeiten vereint, die ihn als Intendanten für das Wolfsburger Scharoun Theater so geeignet machen.

WeilmannLattemannDrSteg resch

Theater-Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Thomas Steg (re) und Kulturdezernent Dennis Weilmann (li) begrüßen den neuen Intendanten des Sharoun Theaters Wolfsburg/ Foto: resch

Zum Jahresbeginn entschloss man sich die Stelle des Intendanten und Geschäftsführers des Scharoun Theaters Wolfsburg auszuschreiben. Mit offenbar sehr großer Resonanz in der Branche. Schließlich ist das Haus ein sehr großes Bespiel- oder Tourneetheater, genießt als solches einen exzellenten Ruf und gilt darüber hinaus als „Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung“.  Hans Scharoun, der unter anderem durch den Bau der Berliner Philharmonie bekannt wurde, ist der Architekt des einmaligen Hauses.

Aus 29 sehr hochkarätigen Bewerbungen kristallisierten sich in mehreren Auswahlrunden letztlich drei Bewerber, die die besten und treffendsten Voraussetzungen für das Amt mitbrachten. Dirk Lattemann – Schauspieler und heute routinierter Chefdisponent einer Konzertdirektion war der, der diese Runde ganz eindeutig für sich entschied.
Lattemann ist ein versierter wie leidenschaftlicher Theatermann und mit den Besonderheiten die die Verpflichtung von Gastspielen mit sich bringt bestens vertraut. Ein gut ausgebautes Netzwerk, ausgewiesene Theatererfahrung und die Erfahrung aus großen Unterhaltungsproduktionen sprechen für ihn. Lattemann ist nicht nur in Wolfenbüttel geboren und aufgewachsen, auch durch seine Arbeit in der Konzertdirektion ist er mit Wolfsburg verbunden geblieben und auch Intendant Rainer Steinkamp ist ihm aus der Zusammenarbeit mit der Konzertdirektion gut bekannt.
Er selbst freut sich auf die Aufgabe. Ist sie doch eine herausfordernde Mischung künstlerischer und wirtschaftlicher Aufgabenstellungen. Lattemann weiß, dass es eine große Aufgabe ist, spielt doch das Scharoun Theater in der Riege der Bespieltheater absolut in der 1. Liga, so die Einschätzung des Fachmannes. Das Haus kann ebenfalls auf eine sehr gute Auslastung verweisen.

Lattemann hat große Pläne, will sich aber – verständlicherweise – noch nicht festlegen: so kann er sich durchaus englischsprachige Aufführungen vorstellen, sieht im Publikum zwischen 20 und 40 eine Zielgruppe die ihn besonders reizt, dort sieht der Intendant in spe Spielraum bezüglich digitaler Vernetzung. Er möchte sehr gerne mit anderen Häusern zusammen arbeiten. Theater versteht er nicht nur als Unterhaltung. „Theater darf durchaus polarisieren und so zum Austausch anregen.“ Lattemann lobt die sehr gute Arbeit die in Wolfsburg im Kinder- und Jugentheaterbereich geleistet wurde. „Die Kinder sind unser Publikum von morgen,“ das ist von eminenter Wichtigkeit, bestätigt er die beeindruckende Arbeit.

Zur wirtschaftlichen Situation befragt, erklärt der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Thomas Steg und Kulturdezernent Dennis Weilmann unisono, dass das Theater auf einer wirtschaftlich gesunden Basis steht und trotz der Sparzwänge, die heute allgegenwärtig sind, in eine gesicherte Zukunft geht.
Wir dürfen uns also auf eine neue Spielzeit, einen neuen Spielplan freuen, in der Lattemann bereits erste „Spuren“ hinterlassen wird. Denn auch wenn seine Verpflichtung erst im kommenden Jahr beginnt, wird der „Neue“ die Zusammenarbeit mit Steinkamp sicher schon jetzt suchen. Bis dahin hat Wolfsburg mit Rainer Steinkamp einen Intendanten, der das Theater zu dem gemacht hat, was es heute ist: Ein großes, offenes Haus, das aus der Stadt nicht wegzudenken ist und in der Kulturlandschaft der Region einen festen Platz hat.