Vertreter der Betreiber und der gemeinnützigen Organisationen in der Senioren-Pflege-WG im Neuland-Neubau „Wohnhof“ / Foto: resch

In den Hellwinkel-Terrassen ziehen erste Bewohner in die zweite Senioren-Pflege-WG Wolfsburgs ein
Wolfsburg/Hellwinkel (WB/resch) – Zehn Zimmer für maximal zwölf Personen. So viele Plätze bietet die von Bettina Harms GmbH geleitete Senioren-Pflege-WG im Neuland-Neubau „Wohnhof“.

Außer den Zimmern für die Bewohner gibt es auch ein „Gästezimmer“ für das Pflegepersonal, das Nachts vor Ort ist.  Und natürlich gehören großzügige, hell und freundlich eingerichtete Gemeinschaftsräume dazu. Die Zimmer verfügen in der Mehrzahl über einen Balkon und die Badezimmer sind behindertengerecht gestaltet.

Die Ausstattung der Räumlichkeiten war eine große Herausforderung. Gleich drei gemeinnützige Organisationen haben sich zusammengetan um die Gemeinschaftsbereiche auszustatten: Die Bürgerstiftung Wolfsburg ist mit 15.000 Euro Unterstützung der Hauptsponsor, die Werker-Stiftung hat 4 000 Euro beigetragen und aus der Neuland Stiftung flossen 2 000 Euro in die Ausstattung und Möblierung der Gemeinschaftsräume in der Senioren-Pflege-Wohngemeinschaft. Ihnen allen wurde bei einer Führung durch die Räumlichkeiten am Mittwoch offiziell gedankt.

Im Neubaugebiet Hellwinkel beschreitet man einen Weg, auf dem einiges anders läuft: Es ist erst die zweite Einrichtung dieser Art in Wolfsburg. Die Betreiberfirma, - Bettina Harms GmbH - hat allerdings mit dem Konzept der Senioren-Pflege-WG in Detmerode und mit weiteren Wohngemeinschaftsprojekten in der Region bereits viele gute Erfahrungen gemacht. Die eben entstehende Wohngemeinschaft in dem neuen Wolfsburger Stadtquartier Hellwinkel Terrassen wird durch das Pflegeunternehmen betrieben. Geschäftsführerin Bettina Tews-Harms erklärt, dass das erste Projekt schon vor zwölf Jahren entstand und sich das Konzept immer wieder bewährt hat und Zuspruch erhielt. Die Versorgung kleinerer Gruppen bietet im Gegensatz zu Heimen ganz andere Möglichkeiten die individuellen Bedürfnisse der Bewohner zu berücksichtigen. Ein wesentlicher Punkt besonders für an Demenz erkrankte Menschen. In der WG wohnen Demente und nicht an Demenz Erkrankte zusammen. Das ganz bewusst offen zu halten, statt die Demenzkranken zu isolieren, ist der integrative Ansatz“, so Tews-Harms. „Die Bewohner kümmern sich umeinander und Demenzkranke aktivieren im Zusammenleben oft erhebliche Fähigkeiten “ erklärt sie weiter.
Die Bewohner sollen ihr Leben größtenteils ganz normal, wie zu Hause führen – auch die Erledigung verschiedener Aufgaben im Haus gehören zum Tagesablauf in der Wohngemeinschaft. Pflegepersonal ist 24 Stunden vor Ort. Doch ihre Aufgabe ist eher die eines Managers, sie achten darauf, dass alles reibungslos funktioniert. Bei Bedarf sind sie da und leisten Hilfe und Unterstützung. Die Pflegeleistungen orientieren sich am aktuellen Bedarf der einzelnen Bewohner. Der Wunsch auf ein würdevolles Leben in häuslicher Atmosphäre wird in ambulant betreuten Wohngemeinschaften gut umgesetzt. Den Betroffenen wird eine selbstbestimmte Lebensführung und parallel dazu ganz individuelle Betreuung und Pflege zuteil. Die Wünsche und Bedürfnisse der BewohnerInnen bestimmen die erforderlichen Hilfsleistungen. Angehörige sind ein wesentlicher Bestandteil des Betreuungskonzeptes. Die Senioren, ihre Angehörigen bzw. gesetzlichen Vertreter und das Pflegepersonal beraten gemeinsam über den Tagesablauf und die Freizeitgestaltung. Alles was passiert, ist auf die Bedürfnisse der Bewohner ausgerichtet und soll natürlich von ihnen selbst mitbestimmt werden.

Für einen Platz im Wohnhof können sich Senioren anmelden, wenn ein Pflegegrad festgestellt ist. Die Finanzierung erfolgt über die Sozialkassen und einen Eigenanteil, der ggf. durch Sozialhilfeträger ergänzt wird. Aktuell sind leider keine freien Plätze verfügbar.

Wie schon erwähnt, gibt es bereits gute Erfahrungen mit dieser Art von Pflegeeinrichtung in Detmerode – auch dort funktioniert es in Kooperation mit Bettina Harms und dem Verein WIN, erklärt Silvia Mohnhaupt, Leiterin für Soziales bei der Neuland.
Im Hellwinkel wird ebenfalls ein Quartierskonzept mit mehreren sozialen Partnern angestrebt. Von der Lebenshilfe wird nebenan Appartement-Wohnen für behinderte Menschen angeboten. Ein weiterer sozialer Partner wird sich um Menschen in besonderen Lebenslagen kümmern und die Quartiersentwicklung damit  erweitern und vervollständigen.