Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide (3. v. r.), Michael Peter (4. v. r.) von der Architektenkammer Niedersachsen und Vertreter der Architekturbüros stellten in der Paulus-Kita das Programm zum Tag der Architektur in Wolfsburg vor. / Foto: Stadt Wolfsburg/Lars Landmann

Beim Tag der Architektur gibt es in Wolfsburg viel zu sehen
WolfsburgStadt WolfsburgAm letzten Sonntag im Juni ist es wieder so weit: In ganz Niedersachsen und Bremen öffnen zum Tag der Architektur am 30. Juni frisch fertig gestellte Bauprojekte für die interessierte Öffentlichkeit ihre Türen. Die Architekten und Landschaftsarchitekten stellen ihre Projekte in Führungen vor. Der Veranstalter, die Architektenkammer Niedersachsen, hat in Wolfsburg sieben Projekte für das Event ausgewählt.

Spannend ist in diesem Jahr das breite . Der Tag der Architektur bietet so eine gute Gelegenheit sich einen breiten Überblick über die vielfältige Bautätigkeit in Wolfsburg zu verschaffen. "Dass wieder so viele Bauten vom Auswahlgremium der Architektenkammer in Wolfsburg ausgewählt wurde, spiegelt nicht nur die Quantität, sondern vor allem die Qualität der Bautätigkeit in unserer Stadt. Damit ist Wolfsburg in Niedersachsen wieder neben Hannover führend", sagt Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide.

Kita Paulus dohlelohseArchitekten

Das Paulus Kinder- und Familienzentrum von Dohle+Lohse Architekten./ Foto: Dohle+Lohse Architekten

Eine der besonders wichtigen Bauaufgaben war in Wolfsburg in den letzten Jahren der Bildungsbau. Die rege Bautätigkeit auf diesem Gebiet spiegelt sich auch in den Projekten, die für den Tag der Architektur ausgewählt wurden. Von zentraler Bedeutung ist insbesondere die Schaffung neuer Kita-Plätze. Das Paulus Kinder- und Familienzentrum von Dohle+Lohse Architekten aus Braunschweig ist der bisher größte Kita-Neubau in Wolfsburg. Hier sind Räume und Freiflächen für rund 140 Kinder in zwei Krippen- und fünf Kindergartengruppen sowie Veranstaltungsräume für das Familienzentrum entstanden. Eine Besonderheit ist die unmittelbare Nachbarschaft zur denkmalgeschützten Pauluskirche. Der Bau ist gegenüber der Kirche als eigenständiger Baukörper konzipiert, nimmt sich jedoch durch den Standort auf dem Grundstück und die Eingeschossigkeit gegenüber dem Baudenkmal zurück. Durch das Gefälle des Geländes ist zudem ein spannendes Zusammenspiel von Gebäude und Außenanlagen entstanden.

SchulzentrumFallersleben LarsLandmann

Neue, helle Aufenthaltsbereiche sind im Schulzentrum Fallersleben entstanden. / Foto: Stadt Wolfsburg/Lars Landmann

Neben dem KiTa-Bau ist die Erweiterung und Ertüchtigung von Schulgebäuden eine zentrale Bauaufgabe. In Fallersleben wird das Büro bof Architekten aus Hamburg die Erweiterung des Schulzentrums vorstellen. Die Architekten standen hier vor der Aufgabe, das bestehende Ensemble aus verschiedenartigen Gebäuden um weitere Bauten für Mensa, Ganztagesbetrieb, Bibliothek und andere Funktionen zu ergänzen. Die neuen auffällig grünen und organisch geschwungenen Baukörper setzen ganz bewusst einen Kontrast zu den kubischen Bestandsbauten. An verschiedenen Verbindungs- und Gelenkpunkten schaffen sie Übergänge und binden die bisher lose Gebäudegruppe zu einer geschlossenen Anlage zusammen. Im Innern sind neue offene und helle Räume mit raumhohen Fenstern und Holzelementen entstanden.
Im Bereich der Bildungsbauten spielt neben den Gebäuden selbst auch die Gestaltung der Freiräume eine wichtige Rolle.

Regenbogenschule AliAltschaffel

An der Regenbogenschule in Westhagen ist eine bespielbare Meereswelle entstanden./ Foto: Stadt Wolfsburg/Ali Altschaffel

Ein besonders sehenswertes Projekt hat das Berliner Büro Pro Garten auf dem Hof der Regenbogenschule in Westhagen umgesetzt. Die zwei auf unterschiedlichen Höhenniveaus liegenden Pausenhofflächen wurden durch eine bespielbare wellenförmige Hanganlage verbunden. Durch die leuchtend blaue Farbe wird die Anlage zu einem bewegten Wellenmeer, aus dem die begehbare Spielskulptur mit Netzen und Seilen wie ein Meeresungeheuer auftaucht. Aus der seitlichen Treppenanlage schieben sich Sitzstufen wie wellenbrechende Dämme in das künstliche Meer.

Psychosomatik khsarchitekten

Klinikum Wolfsburg, Neubau der Psychosomatik / Foto: khs.architekten

Ebenfalls in Bereich Bauten für Kinder und Jugendliche fällt der Neubau der psychosomatischen Kinder- und Jugendstation des Klinikum Wolfsburg. Das vom Wolfsburger Büro Koller Heitmann Schütz geplante Gebäude mit zwei Wohngruppen samt Therapieräumen ermöglicht die Behandlung junger Patienten in möglichst wohnlicher Atmosphäre. Das Erdgeschoss beherbergt im Foyer neben der Anmeldung unter anderem die Gruppen- und Therapieräume sowie Bereiche für Unterricht und Gespräche. Die Wohngruppen liegen im Obergeschoss.
Bei allen vier Projekten handelt es sich um städtische oder städtisch finanzierte Objekte.

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt der Bautätigkeit ist bundesweit der Wohnungsbau, der ebenfalls mit zwei Projekten vertreten ist. In Detmerode kann das Wohngruppenprojekt an der Theodor-Heuss-Straße von Partner und Partner Architekten aus Berlin besichtigt werden. Neben der Aufgabe der stimmigen Nachverdichtung stand hier die Umsetzung neuer, innovativer Wohnkonzepte im Fokus. Unter dem Motto »Individuell Wohnen – Gemeinsam Leben« sind hier für die Neuland Wohnungsgesellschaft zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 25 Wohnungen entstanden. Die Schaffung eines gemeinschaftlichen Wohnumfeldes war dabei von Anfang an Teil der Planung. Die Mieter haben sich bereits vorab kennengelernt, so dass schon vor Einzug eine Hausgemeinschaft entstehen konnte. Neben den familiengerechten sowie barrierefreien und seniorengerechten individuellen Wohnungen steht allen Mietern auch eine Gemeinschaftswohnung für gemeinsame Aktivitäten zur Verfügung.
Das zweite ausgewählte Wohnungsbauprojekt liegt im neu entstehenden Stadtquartier "Steimker Gärten". Das Büro Brederlau Holik aus Braunschweig hat hier das Gebäudeensemble "Am Weidenplan" für Volkswagen Immobilien geplant. Die beiden viergeschossigen Gebäude mit insgesamt 31 Mietwohnungen liegen nördlich der zentralen Promenade und grenzen direkt an einen zukünftig öffentlichen Grünbereich. Die begrünten Flachdächer der Gebäude werden mit Photovoltaikmodulen versehen.

Alle Projekte sind am Tag der Architektur von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Neben den Führungen durch die Architekten bietet das Forum Architektur der Stadt Wolfsburg in diesem Jahr ein besonderes Angebot für Familien an. In einer geführten Radtour werden ausgewählte Projekte angefahren und erläutert. Für die Kinder wird es ein Quiz mit spannenden Fragen und Aufgaben geben, die vor Ort zu lösen sind.
Das ausführliche Programm mit allen Führungen und Begleitangeboten kann online unter www.aknds.de eingesehen werden und liegt unter anderem in der Kulturinfo im Alvar-Aalto-Kulturhaus aus.