Fanartikel: Regenschirm mit Sommerbühnen-Logo / Foto: Stadtmuseum / Meike Netzbandt

Neues "Bandbreite"-Museumsstück
Wolfsburg (WB/Stadt Wolfsburg) - Unter den weit über 10.000 Objekten der Sammlung des Stadtmuseums findet sich auch ein Werbe-Regenschirm mit einem frühen Logo der Internationalen Sommerbühne. Nun wurde er von Museumsleiterin Monika Kiekenap-Wilhelm und Sammlungskurator Dr. Arne Steinert aus dem Depot ans Licht geholt und zunächst auf einer Veranstaltung am 4. Juni präsentiert.

Den ganzen Monat, in dem in unmittelbarer Nachbarschaft die Internationale Sommerbühne zum 29. Mal stattfindet, bleibt er unter dem Motto "Bandbreite" in einer Vitrine im Museumsfoyer zu sehen.

Zwar sind Bühne und Zuschauerraum im Innenhof von Schloss Wolfsburg zur Sommerbühne überdacht, doch ein Regenschirm hat in hiesigen Sommern schon gute Dienste geleistet. Beim dezenten Werbe-Aufdruck dieses Exemplars fällt die strahlende Sonne ins Auge, die das "O" des Schriftzugs "Sommerbühne" bildet. Genaue Betrachtung verdient aber das eigentliche Logo der Veranstaltung. Sein Schöpfer war der aus Polen stammende Grafiker Gabriel Ryl. Er gestaltete das Logo 1990/91 für die zweite Auflage des Festivals, bei dem es zum ersten Mal den Namen Internationale Sommerbühne trug. Die Premiere hatte – initiiert durch Wolfsburgs damaligen Kulturdezernenten Dr. Wolfgang Guthardt – im Jahr 1990 stattgefunden. Damals lautete der Titel "Grenzgänge – Internationales Festival für Musik, Theater, Stimme und mehr". Im Jahr nach dem Mauerfall war die Überwindung von Grenzen beherrschendes Thema und passendes Motto.

Gabriel Ryl hatte ein Grafik-Design-Studium an der Braunschweiger Hochschule für Bildende Künste absolviert und arbeitete noch nicht lange für die Wolfsburger Werbeagentur Cebra, als sich sein Entwurf beim Kulturamt durchsetzte. Sein Sommerbühnen-Logo zeigt alle Elemente, die für den Schauplatz und die Angebote des Festivals wichtig sind: Dachhaube und Giebel stammen unverkennbar vom Schloss, eine Maske steht für Theater und Kleinkunst und eine Gitarre symbolisiert das Musikprogramm. Und ist im Gitarrenkorpus vielleicht auch ein Ohr zu entdecken?

Mit handwerklicher Kunstfertigkeit gelang es Ryl, dem als Zeichnung und noch nicht am Computer ausgeführten Motiv die raue Anmutung eines Holzschnitts zu verleihen. Weggefährtinnen aus den Anfangsjahren der Sommerbühne erinnern sich daran, dass er sehr stolz darauf war, mit seinem Entwurf diesen neuen Veranstaltungs-Höhepunkt im Wolfsburger Kulturleben unterstützen zu können. Auch als die Sommerbühnen-Werbung ab 1993 in die Hände einer größeren Agentur gelegt wurde, behielt man Ryls Logo für viele Jahre bei. Und noch heute wird es vom Freundeskreis der Internationalen Sommerbühne verwendet. Mit finanzieller Unterstützung und unübertroffenem Catering tragen die Ehrenamtlichen seit dem Jahr 2000 zum Erfolg des stimmungsvollen Sommerfestivals im Schloss Wolfsburg bei.