Bertrandt-Vorstand Hans-Gerd Claus (Mitte), Sven Neumann (links) und Michael Schulz (rechts), beide beide Geschäftsführer, beim Spatenstich für das Fahrzeug-Emissions-Prüfzentrum in Tappenbeck. / Foto: Bertrandt

Spatenstich für Fahrzeug-Emissions-Prüfzentrum
Ehningen/Tappenbeck ( WB/Bertandt) - Vor wenigen Tagen erfolgte der Spatenstich für das Fahrzeug-Emissions-Prüfzentrum von Bertrandt in Tappenbeck bei Wolfsburg. Im September soll der Rohbau fertig sein. Die Inbetriebnahme mit anschließendem Produktivstart ist für Sommer 2020 vorgesehen. Für das Prüfzentrum investiert der Konzern rund 40 Millionen Euro.

Mit dem Bau des Prüfzentrums legt Bertrandt den Grundstein für die Absicherung von Antriebskonzepten der Zukunft. Neben konventionellen Antrieben mit unterschiedlichen Kraftstoffen können künftig auch alternative Antriebskonzepte wie Hybrid- oder Elektroantriebe nach den neuesten gesetzlichen Vorgaben getestet und abgesichert werden.
Die Schwerpunkte des Prüfzentrums liegen auf Zertifizierung, Homologation, Real-Drive-Emissions-Entwicklungen sowie weiteren Entwicklungsumfängen.
Mit dem Bau reagiert Bertrandt auf den immer höher und komplexer werdenden Entwicklungs- und Prüfaufwand in der Automobilindustrie, der zum einen durch die verschärfteren gesetzlichen Rahmenbedingungen und zum anderen durch die zunehmende Antriebsvielfalt entsteht. „Wir erweitern damit unser Leistungsspektrum und können den Bedarf unserer Kunden optimal decken“, so Matthias Rühl, Fachbereichsleiter Powertrain/Fahrwerk bei Bertrandt.

Bereits im September soll der Rohbau des rund 5.500 m² großen Prüfzentrums fertig gestellt sein. Die Integration der speziellen Technik erfolgt bis zum ersten Quartal 2020, die Inbetriebnahme ist für Sommer 2020 vorgesehen. Anschließend startet die Produktivsetzung.

Parallel zum Bau in Tappenbeck entsteht ein zweites Fahrzeug-Emissions-Prüfzentrum in Freising bei München. In dieses werden ebenfalls rund 40 Millionen Euro investiert. Die beiden Gebäude sind konzeptgleich. Im ersten Bauabschnitt gibt es an jedem Standort drei Allrad-Klima-Rollenprüfstände mit einer Systemleistung von 360 kW je Prüfstand. Alle Kammern können einen Temperaturbereich von -7 °C bis +35 °C abdecken und Geschwindigkeiten bis zu 250 km/h abbilden. Beide Prüfzentren verfügen über 80 Stellplätze im Inneren des Gebäudes, die auf Temperaturen zwischen -25 °C und +23 °C konditionierbar sind. Die Fahrzeuge können somit schon vorab auf dasspätere Prüfverfahren vorbereitet werden.

Eine Besonderheit an beiden Standorten ist der Rollenprüfstand mit Höhenkammer. In dieser speziellen Kammer können Höhen von bis zu 4.200 m simuliert werden. Zusätzlich verfügt diese über eine Sonnensimulation, welche unterschiedliche Sonneneinstrahlungen abbilden kann. Diese Prüfzelle ist als Hochleistungssystem mit 550 kW Nennleistung und einer maximalen Geschwindigkeit von bis zu 300 km/h ausgelegt. Damit ist es möglich, besondere Fahrsituationen zu simulieren, z. B. Bergfahrten oder Heißland-Tests. Das bedeutet, Automobilhersteller müssen nicht mehr für jeden einzelnen Test in die spezifischen Länder fahren, sondern können diese vor Ort durchführen. Das ist ein wichtiger Schritt in Richtung Effizienz, aber auch Nachhaltigkeit und Umweltschutz in diesem Bereich.