Vertreter der Einzelgewerkschaften des DGB und der IG Metall Wolfsburg rufen gemeinsam zur Kundgebung am 1. Mai in Wolfsburg auf. / Foto: resch

DGB-Maiaufruf 2019: Europa. Jetzt aber richtig!
Wolfsburg (WB/resch) - Im Maiaufruf des DGB ist es so formuliert: "Wenn es die Europäische Union nicht gäbe, müsste man sie erfinden. Die EU hat dafür gesorgt, dass wir in Europa seit Jahrzehnten in Frieden leben. Und sie hat für die Menschen in Deutschland und europaweit erhebliche Vorteile gebracht: Wir können frei in Europa reisen und arbeiten.

Bei Arbeitszeiten, Urlaub, Mutterschutz und in vielen anderen Bereichen der Arbeitswelt schützt und erweitert die EU die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Und auch wirtschaftlich profitiert Deutschland enorm von der Mitgliedschaft in der Europäischen Union.

Trotzdem erleben immer mehr Menschen, dass in der EU die Interessen der Märkte oft Vorrang haben vor sozialen Belangen. Und das, obwohl heute mehr denn je gilt: Nur eine gemeinsame und solidarische Politik für ganz Europa bringt uns weiter.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert deshalb: Europa. Jetzt aber richtig! Für uns heißt das: Dem Bekenntnis, Europa sozialer zu machen, müssen jetzt auch Taten folgen."

Michael Kleber, Regionsgeschäftsführer Region Südostniedersachsen sagt dazu, dass wir mehr Tarifbindung in ganz Europa brauchen. Die Menschen müssen im Mittelpunkt stehen. Ihre berechtigten Interessen müssen über denen der Unternehmen stehen. Es reicht nicht über europaweite Standards zu reden, sie müssen umgesetzt werden. Dazu gehören armutsfeste Löhne ebenso wie Investitionen in die Zukunft Europas. Globalisierung ist gut und unabdingbar, aber sie muss fair sein: Die Rechte derer, die mit ihrer Hände Arbeit Werte schaffen, soziale Komponenten, Umwelt und Verbraucherschutz sollten das Geschehen bestimmen, nicht die Interessen der Märkte.
Diese enormen Aufgaben lassen sich nur mit einer gemeinsamen, großen Anstrengung erreichen. Die Nationalisten und Rechtspopulisten bieten keine Lösungen an, sie verbreiten und schüren die Ängste der Menschen, ohne ein Konzept vorzulegen, wie Änderungen herbeigeführt werden können.

Hartwig Erb, Erster Bevollmächtigter und Geschäftsführer der IG Metall Wolfsburg dazu: "Europa bedient immer mehr die Interessen der Arbeitgeberseite. Die Interessen der Menschen müssen jedoch mindestens die gleiche Wichtigkeit haben, wie die der Arbeitgeber. Alle anstehenden Aufgaben brauchen Abstimmung und weitreichende Überlegungen wie eine gute Lösung aussehen muss. Nur Lösungen bringen uns weiter. Nur die können den Menschen die Sicherheit geben, die sie brauchen. In Europa gibt es 70 Millionen Junge Menschen die keine Arbeit haben, die brauchen eine Perspektive."

"Weiter in Frieden zu leben, barrierefrei zu arbeiten und zu reisen wünschen wir uns alle. Doch wenn das überall in Europa gilt, dann müssen wir ggf. auch bereit sein Komforteinbusen hinzunehmen", erinnert Ricarda Bier, die Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Wolfsburg und fordert ein Umdenken zu Gunsten derer, die noch nicht überall teilhaben können.

Das sind die Ziele für die es sich lohnt am 1. Mai auf die Straße zu gehen: Gemeinsam für gesellschaftlichen Zusammenhalt und sozialen Fortschritt zu kämpfen. Gutes Einkommen für gute Arbeit, gute Arbeitsbedingungen, mehr Tarifbindung und eine Rente die für ein gutes Leben reicht. Für diese Ziele müssen wir auch alle am 26. Mai an der Europawahl teilnehmen. Nur wer dabei ist, kann auch etwas ändern!

Hauptredner auf der Bühne des Rathausplatzes in diesem Jahr ist Michael Sommer, ehem. Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes.

Maiaufruf