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Wolfsburg hat Sonderstellung dank der kommunalen NEULAND
Wolfsburg (WB/nld) - Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Bezirk Niedersachsen – Bremen – Sachsen-Anhalt hat eine Broschüre zur Wohnungsnot veröffentlicht. Unter dem Titel „Bezahlbarer Wohnraum für alle, Schritte aus der Wohnungskrise in Niedersachsen“ zeigt das Dokument auf, wie wichtig kommunale Wohnungsunternehmen sind. Die NEULAND Wohnungsgesellschaft mbH sorgt dafür, dass die Stadt Wolfsburg eine Sonderstellung einnimmt:

Keine Stadt in Niedersachsen hat einen höheren Anteil an kommunalen Wohnungen und kann deshalb Wohnungen in einem breiten Preisspektrum anbieten. „Wohnen wird in ganz Deutschland immer teurer und für viele Menschen zur finanziellen und sozialen Belastung. Als kommunales Wohnungsunternehmen haben wir eine gesellschaftliche Verantwortung und engagieren uns nicht zuletzt aus diesem Grund im ‚Bündnis für bezahlbares Wohnen‘“, erklärt Hans-Dieter Brand, Geschäftsführer der NEULAND. 60 Prozent des Mietwohnungsmarktes seien in Wolfsburg in der Hand von drei Wohnungsbaugesellschaften. „In diesem Gesamtbestand von fast 20.000 Wohnungen – davon halten wir 12.000 – liegt die Miete unter dem Landesfördersatz von 6,50 Euro pro Quadratmeter“, so Brand weiter. Die Forderungen des DGB nach mehr bezahlbarem Wohnraum unterstützt er: „Wir erleben auch in Wolfsburg täglich ein wahres Pendlerchaos – das ist weder gut für die Umwelt, die Mitarbeiter noch für die Wirtschaft. Ursache dafür ist, dass es in der Stadt grundsätzlich zu wenig Wohnraum gibt. Und bezahlbaren noch weniger.

Mit der städtischen Wohnbauoffensive tut sich seit ein paar Jahren auf dem Neubausektor richtig was. Alleine wir als NEULAND bauen rund 1.000 neue Wohnungen. Wenn die geplanten 6.000 bis 10.000 Wohneinheiten in ein paar Jahren fertig sind, hoffen wir auf eine Entspannung.“ Fördermittel des Landes seien hier enorm wichtig, um auch bei steigenden Baupreisen sozialen Wohnraum bauen zu können.

Niedersachsen mit wenig öffentlichem Wohnraumbesitz
Doch die Situation sieht im gesamten Bundesland grundsätzlich anders aus: Seit 2005 gibt es in Niedersachsen keine Landeswohnbaugesellschaft mehr. Hier wurde der komplette Bestand von rund 30.000 Wohnungen an einen privaten Investor veräußert. Deshalb lastet nun der Erwartungsdruck auf den kommunalen Unternehmen. Die Anteile in den Städten sind verschwindend gering, wie die Broschüre zeigt. Bis auf Wolfsburg, hier liegt der Anteil kommunaler Mietwohnungen dank der NEULAND deutlich höher.

Immacolata Glosemeyer ist als Aufsichtsratsvorsitzende der NEULAND von dem Konzept überzeugt: „Im Durchschnitt lag unsere Miete am 31. Dezember 2018 bei 5,92 Euro pro Quadratmeter. Wir haben eine Preisspanne von 2,80 bis 12,50 Euro. Das ist auch unser Grundverständnis: Jede Zielgruppe findet nach ihrem Geldbeutel, ihren Vorstellungen und Bedürfnissen eine Wohnung.“ Dies sei so in anderen wachsenden Großstädten nicht möglich. In 2018 wurden bei der NEULAND rund 1.300 Mietverträge neu abgeschlossen – mit einer durchschnittlichen Miete von 6,43 Euro in Neubauten und teilweise kernsanierten Objekten.

Bei Beratungen und Tagungen wird dennoch zunehmend die Forderung laut, dass die Landesregierung aus dem Jahresüberschuss 2018 einen nicht unerheblichen Millionenbetrag für den sozialen Wohnungsbau zur Verfügung stellt. „Diese Mittel würden der Stadt und der NEULAND helfen, weitere Wohnungen zu bezahlbaren Preisen zu schaffen“, so Glosemeyer.

10 Schritte aus der Wohnungskrise
Der DGB fasst in seiner Broschüre auf rund 30 Seiten Argumente, Positionen und Vorschläge für eine nachhaltige und soziale Wohnungspolitik zusammen. Sie finden das Dokument unter https://niedersachsen.dgb.de/presse/++co++0a7e00ae-22d4-11e9-aa86-52540088cada.