Dora Balistreri, Birgit Vahldiek, Evelyn Kumpf-Wilke, Conny Neumann und Monika Müller / Foto: SoVD WOB

Wolfsburg (WB/SoVD) - Die Frauensprecherinnen des SoVD Wolfsburg haben zu -100 Jahre Frauen im SoVD- eingeladen. Gut 70 Männer und Frauen, ja es waren wirklich einige Männer anwesend, waren bei der gelungenen Veranstaltung im Föhrenkrug.

Evelyn Kumpf-Wilke, Kreisfrauensprecherin des SoVD Wolfsburg, konnte die Landtagsabgeordnete Immacolata Glosemeyer, den Bundestagsabgeordneten Falko Mohrs, die Sozialdezernentin der Stadt Wolfsburg, Monika Müller, die Gleichstellungsbeauftragte Beate Ebeling, Heike Busse von der Geschäftsstelle Soziales und Gesundheit, Vertreter des BBR Wolfsburg e. V., des EUTB Büros und viele weitere Gäste begrüßen.

Immacolata Glosemeyer gab einen historischen Rückblick „Sozialpolitik unter dem Blickwinkel Frauenförderung“ und zeigte dann auf, was zukünftig noch zu leistet ist. Monika Müller zeigte in ihren Grußworten noch offene Baustellen zum Thema Gleichstellung auf. „Hier wurde in den vergangenen Jahrzehnten viel bewegt, und viele Themen gilt es, weiter gemeinsam zu bewegen. Beim Thema Ehrenamt muss die Anerkennung der Leistung von Frauen, neben Familie, Kindern und Beruf mehr wertgeschätzt werden. Daran müssen wir gemeinsam weiter arbeiten.

Der SoVD zeigte im Anschluß den Jubiläumsfilm -100 Jahre Frauen im SoVD-. Die Kreisfrauensprecherin Evelyn Kumpf-Wilke hatte dazu Birgit Vahldiek, verantwortlich für Sozialpolitik im SoVD Landesverband Niedersachsen, eingeladen. Sie gab einen Abriss der Geschichte des SoVD, besonders interessant, das Engagement früherer aktiver Frauen des SoVD.

Unter dem Namen „Reichsbund der Kriegsopfer“ nahm der SoVD ab 15. Januar 1919 Kriegswitwen und Kriegswaisen in die Organisation auf. Rund 533 000 versorgungspflichtige Kriegswitwen und etwa 1,2 Millionen Kriegswaisen war die bedrückende Bilanz des Ersten Weltkriegs zu der Zeit.

„Ein Schwerpunkt der ersten politischen Initiativen der Frauen im SoVD war es, mehr Gehör bei der Kriegsopferentschädigung zu finden. Zudem übten sie massiven politischen Druck auf die Politik aus, Arbeitsplätze für die Kriegswitwen und Kriegswaisen zu schaffen“, so Birgit Vahldiek.

„Die Frauen im SoVD setzten sich seit ihrer Gründung vor 100 Jahren von Anfang an für die Versorgung von Angehörigen der Kriegsopfer ein. Vor diesem Hintergrund werden die Frauen im SoVD auch im aktuell diskutierten Gesetzgebungsverfahren zur Regelung des Sozialen Entschädigungsrechts dafür streiten, dass die Versorgung der Hinterbliebenen nicht beschnitten wird“, sagt Birgit Vahldiek.

Bereits 1917 als Kriegsopferverband gegründet, gehört der SoVD zu den größten, langjährigsten und ursprünglichen Sozialverbänden in Deutschland.

Zwei Weltkriege, Unterdrückung und die NS-Diktatur – zeigen auf, dass soziale Gerechtigkeit, Demokratie und Frieden einander bedingen.
Der SoVD unterhält in den Landesverbänden ein Netz von Beratungszentren und -büros sowie von Geschäftsstellen, die für die Beratung der anspruchsberechtigten Mitglieder (287 000 nur in Niedersachsen) in allen sozialrechtlichen Angelegenheiten und die Vertretung vor den Sozialgerichten zuständig sind.

Dora Balistreri von der italienischen Konsularagentur befragt über ihren Bezug zu Frauenrechten und ihren persönlichen Apell, sprach über ihre persönlichen Erfahrungen als junge Frau und wie wichtig es ist, die junge Generation in das Ringen um die Frauenrechte direkt einzubeziehen.

Conny Neumann von der Lebenshilfe berichtete über die Entwicklung in den Werkstätten und den Möglichkeiten, Frauenrechte als Frau mit Behinderung zu leben.

Evelyn Kumpf-Wilke: “Frauenrechte sind Menschenrechte! Frauenrechte sind kein für immer verbrieftes Recht. Sie sind nicht selbstverständlich. Unser Ziel muss sein, dieses Bewusstsein an die junge Generation weiterzutragen. Das Thema „Frauenrechte“ birgt eine Aufforderung an uns alle, starke Netzwerke aufzubauen, um das nötige Bewusstsein zu bilden für den Wert dieses Gedankengutes und des Erreichten. Nur so haben wir eine solide Grundlage gute Rechte zu bewahren und neue zu schaffen. Ich bin stolz auf das bisher Erreichte und werde mit meinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern auch weiterhin alles geben.“