Babyfreundlich steht für Qualität in der Geburtshilfe“, sagt Prof. Dr. Karl Ulrich Petry, Chefarzt der Frauenklinik (li.) / Foto: Klinikum

Babyfreundlich ist eine Initiative von WHO und UNICEF
Wolfsburg (WB/Klinikum Wolfsburg) -  Das Klinikum Wolfsburg erhält das renommierte Qualitätssiegel „Babyfreundliches“ Krankenhaus. Der Auszeichnung geht ein fünfjähriger Vorbereitungszeitraum mit vielen Schulungen und einer erfolgreich abgeschlossenen Zertifizierung voraus. Dr. Detlev Katzwinkel, Schatzmeister der WHO Initiative Babyfreundlich, überreicht Chefarzt Prof. Dr. Karl Ulrich Petry am Freitag die Auszeichnung.

Geburtskliniken mit dieser Auszeichnung verwirklichen die B.E.St.-Kriterien, die auf den internationalen Vorgaben von WHO und UNICEF beruhen. B.E.St. steht für Bindung, Entwicklung und Stillen.

„Diese Kriterien sind wissenschaftlich fundiert und ermöglichen die effektive Förderung der Bindung zwischen Mutter und Kind, des Stillens und der Entwicklung unserer Neugeborenen. „Die Auszeichnung als erste Babyfreundliche Geburtsklinik in der Region würdigt die hervorragende Betreuungsqualität für Eltern und Neugeborene. Zugleich leben wir dieses Siegel als Auftrag, auch zukünftig jede Geburt als besonderes Ereignis bestmöglich zu begleiten.“, erklärt Klinikumsdezernentin Monika Müller. Das Klinikum Wolfsburg gehört jetzt zu den rund 100 Babyfreundlichen Geburts- und Kinderkliniken bundesweit und ist die einzige zertifizierte Klinik in der Region. Insgesamt gibt es bundesweit mehr als 800 Geburtskliniken.

Stillen fördert die Gesundheit von Mutter und Kind
„Es ist eine große Ehre für uns diese Anerkennung zu erhalten, mit der die besonderen Leistungen unserer babyfreundlichen Geburtshilfe gewürdigt werden. Wir legen seit vielen Jahren Wert auf eine intensive Betreuung unserer Mütter und Kinder beim Thema Stillen und auch die sogenannte Känguru-Methode, bei der besonders viel Nähe durch Hautkontakt zwischen Eltern und Kind erreicht wird, praktizieren wir seit Jahren sehr erfolgreich. Wir haben mit riesigem Aufwand unsere Abläufe in allen Bereichen geändert. Es war beispielsweise ein echter Kraftakt bis wir es geschafft haben, dass auch beim Kaiserschnitt die Mütter direkt ihr Neugeborenes angelegt bekommen. Aber es zahlt sich aus, weil viel weniger Kinder wegen Anpassungsstörungen in die Kinderklinik verlegt werden müssen. Das Stillen verbessert die kindliche Gesundheit auf vielfache Weise, fördert aber auch die Gesundheit der Mütter, die z.B. deutlich seltener Brustkrebs bekommen als Frauen, die nicht gestillt haben“, sagt Prof. Dr. Petry.

Erfolgreiche Stillstatistik
Die positive Stillstatistik des Hauses zeigt, wie erfolgreich sich das Team der Vermittlung der Inhalte der Initiative Babyfreundlich angenommen hat. „Im Monatsdurchschnitt werden 92 Prozent der Neugeborenen bei der Entlassung ausschließlich gestillt und benötigen keine andere Babynahrung“, berichtet Nele Liebrich, Stillberaterin im Klinikum Wolfsburg.

Erfüllung der B.E.St. Kriterien
Die WHO/UNICEF-Initiative setzt sich für die Verbreitung des Qualitätssiegels Babyfreundlich in Deutschland ein und zertifiziert Geburts- und Kinderkliniken. Grundlage der Zertifizierung sind die B.E.St.®-Kriterien. Wenn Kliniken diese Kriterien nachweislich in ihrer Routine umgesetzt haben, erhalten sie das Qualitätssiegel Babyfreundlich. Babyfreundliche Einrichtungen sind auch an der Auszeichnungsurkunde von WHO und UNICEF mit dem Picasso Motiv „Maternité“ zu erkennen. Für werdende Eltern ist dies eine wertvolle Orientierungshilfe bei der Auswahl einer geeigneten Klinik.