Grafik: IHK / nh

IHK-Konjunkturumfrage: 93 Prozent mit Wirtschaftslage zufrieden
Erstmalig gibt es auch einen Konjunkturbericht für Braunschweig-Wolfsburg
Wolfsburg (WB/Zeinert-IHK Lüneburg/Wolfsburg) - Allen aktuellen Widrigkeiten zum Trotz hat sich das Konjunkturklima im Wirtschaftsraum Braunschweig-Wolfsburg im vierten Quartal nur geringfügig abgeschwächt. Das zeigt der erste gemeinsame Konjunkturbericht der Industrie- und Handelskammer (IHK) Braunschweig und der IHK Lüneburg-Wolfsburg für Braunschweig-Wolfsburg.

Der Konjunkturklimaindikator gab zwar um drei Punkte nach – mit 118 Punkten liegt er aber immer noch acht Punkte über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Die klare Mehrheit der regionalen Unternehmen ist mit ihrer Geschäftslage zufrieden: 41 Prozent der Betriebe beurteilen ihre Geschäftslage als gut, etwas mehr als die Hälfte sieht sie als befriedigend an, lediglich sieben Prozent als schlecht. Ähnlich waren die Relationen auch im Vorquartal. Negativ beeinflusst wurde der Klimaindikator somit nicht durch die aktuellen Lagebewertungen der Unternehmen, sondern allein durch die Geschäftserwartungen, die sich zum Jahreswechsel merklich eingetrübt haben.

„Die regionale Wirtschaft zeigt sich weiterhin kraftvoll und widerstandsfähig. Dabei wirken derzeit zahlreiche ungünstige Umstände auf sie ein. Insbesondere das internationale Umfeld bereitet erhebliche Sorgen. Die allgemeine weltwirtschaftliche Abkühlung, der zunehmende Protektionismus, die weiter um sich greifenden Handelskonflikte, Embargomaßnahmen, der chaotisch anmutende Brexit und die instabile Verfassung der Europäischen Union beunruhigen vor allem die Exportwirtschaft“, sagt Dr. Bernd Meier, Hauptgeschäftsführer der IHK Braunschweig: „Die rückläufigen Geschäftserwartungen lassen befürchten, dass die Unternehmen diese Belastungen künftig nicht mehr so einfach wegstecken werden.“

Auch Michael Zeinert, Hauptgeschäftsführer der IHK Lüneburg-Wolfsburg, rechnet damit, dass der derzeit noch flotte Konjunkturzug an Fahrt verlieren wird: „Auf Dauer wird sich die regionale Wirtschaft den negativen Einflüssen auf das Auslandsgeschäft kaum entziehen können, zumal hausgemachte Belastungen hinzukommen. Vor allem der Fachkräftemangel, aber auch steigende Energie- und Rohstoffkosten sowie Infrastrukturdefizite bremsen das Wachstum. Es sind also zahlreiche Hausaufgaben zu erledigen, damit die Unternehmen im Wirtschaftsraum Braunschweig-Wolfsburg ihre Dynamik auch künftig so entfalten können, wie es momentan noch der Fall ist.“

Am besten läuft die Konjunktur im Dienstleistungssektor und in der Industrie. Klimaindikator und Geschäftslage reichen zwar nicht mehr an die Rekordwerte der letzten Jahre heran, dennoch bleibt die Stimmung weitgehend freundlich. Mit einem gewissen Abstand folgen der Großhandel und der Einzelhandel. Doch in beiden Branchen bewertet eine knappe Mehrheit der Unternehmen die geschäftliche Lage noch als positiv. In Relation zum Vorquartal hat sich die Geschäftslage lediglich im Einzelhandel nennenswert verschlechtert. Bei den Geschäftserwartungen fällt der Vorquartalsvergleich hingegen über alle Branchen hinweg negativ aus.

Für die Konjunkturumfrage haben im Dezember 2018 rund 200 Betriebe aus Braunschweig, Wolfsburg und dem Landkreis Gifhorn ihre aktuelle und künftige Wirtschaftslage eingeschätzt. Neben dem gemeinsamen Konjunkturbericht mit der IHK Braunschweig bietet die IHK Lüneburg-Wolfsburg zusätzlich auch einen Konjunkturbericht für Nordostniedersachsen an, der die Landkreise Harburg, Heidekreis, Lüneburg, Lüchow-Dannenberg, Uelzen und Celle abdeckt. Die IHK-Konjunkturumfrage findet alle drei Monate statt, interessierte Unternehmen können sich unter www.ihk-lueneburg.de/umfrage-teilnehmer registrieren.

Die IHK Lüneburg-Wolfsburg bündelt die Interessen von 65.000 gewerblichen Unternehmen gegenüber Politik und Verwaltung. Sie berät zu zahlreichen Themen des Betriebsalltags und bildet heutige und künftige Mitarbeiter der Unternehmen aus und weiter. Rund 130 IHK-Mitarbeiter arbeiten gemeinsam mit rund 2.500 ehrenamtlich in der IHK Engagierten für die Zukunftsfähigkeit unserer Region.