Wolfsburg (WB/resch) - Klaus Mohrs bleibt Oberbürgermeister der Stadt Wolfsburg. Wie bereits berichtet stimmte der Rat in seiner Sitzung gestern Abend mehrheitlich für die Verlängerung seiner Amtszeit bis Ende  Oktober 2021. Die Aussetzung einer regulären Wahl ist möglich geworden, weil der Rat zuvor die Wiederaufnahme der Fusionsverhandlungen mit dem Landkreis Helmstedt beschlossen hatte.

Ist diese Voraussetzung erfüllt, sieht der Gesetzgeber die Möglichkeit der Amtszeitverlängerung vor. Nur so kann dann der amtierende OB eben diese Fusionsgespräche führen.

Der Zusammenschluss mit Helmstedt sei deshalb so wichtig, weil Wolfsburgs Reserven an Gewerbeflächen erschöpft seien, so argumentiert SPD-Fraktionschef Hans-Georg Bachmann. Als weiterer Pluspunkt wurde angeführt, dass die Gesamt-Verkehrsinfrastruktur nur gemeinsam verbessert werden könne. Derzeit endet Wolfsburgs Einfluss mit Hehlingen am Stadtrand. Durch die nun geschaffene Tatsache der Amtszeitverlängerung könne auch die OB-Wahl mit der Kommunalwahl im Herbst 2021 zusammen stattfinden, erläutert Bachmann weiter.

Auch Angelika Jahns (CDU), sieht Vorteile: Beide Kommunen seien heute in einer anderen Situation als bei den damaligen Verhandlungen im Jahr 2013 – heute könne man sich auf Augenhöhe begegnen, sagt die CDU-Frau.

Marco Meiners erinnert daran, dass die FDP schon seit Jahren Befürworter der Fusion sei. Es scheiterte ja nicht daran, dass die Beteiligten den Deal nicht wollten, sondern Sachzwänge verhinderten letztlich eine Einigung.

Komplett anders sieht die PUG die Situation : „Die Vorlage zur Wiederaufnahme der Fusionsgespräche mit Helmstedt diene nur dazu die Amtszeit von Mohrs ohne Wahl zu verlängern“, ist sich Sandra Straube von den Unabhängigen sicher. Und von der AfD kommt der Einwand, dass sich die SPD mittlerweile so sehr vor dem Bürgerwillen fürchte, dass sie derzeit einfach keine Wahl will.

Die geschaffenen Tatsachen sind Fakt. Die kommende Zeit wird uns lehren, ob es eine Fusion geben wird und ob die dann auch beiden Partnern wirkliche Vorteile beschert. Nur im Falle einer gelungenen Fusion, mit Verhältnissen, die für alle Beteiligten nützlich und Gewinn bringend sind, wäre allen geholfen. Das setzt allerdings guten Willen und auch das Wollen einer Lösung bei allen Verhandlungspartnern voraus.