Gewerkschaftshaus / Foto: IGM WOB

Der Arbeitskreis „Arbeitslos Nicht Wehrlos“ der IG Metall Wolfsburg lädt im Rahmen des Weltarmutstages (17.10.2018) zum Erwerbslosenfrühstück am 20.10.2018 ein.
Wolfsburg (WB/IGM WOB) - Die Zahl der Menschen in Armut in Niedersachsen ist leicht gesunken. Eine echte Trendwende ist jedoch nicht in Sicht. Betroffen sind vor allem Familien, Alte und Migranten.

Rund 1,24 Millionen Menschen waren 2017 von Armut bedroht, laut dem statistischen Landesamt in Hannover waren dies 12.000 weniger als im Jahr zuvor. Nach dem Höchststand im Vorjahr sank die Armutsgefährdungsquote von 16 auf 15,8 Prozent und bewegt sich damit exakt auf Bundesdurchschnitt. Besonders betroffen von Armut mit steigender Tendenz sind Erwerbslose, gefolgt von Alleinerziehenden und kinderreichen Familien.

Als armutsgefährdet gelten Menschen mit einem monatlichen Nettoeinkommen von weniger als 60 Prozent des regionalen Durchschnitts. In Niedersachsen lag 2017 die Armutsgefährdungsschwelle für einen Einpersonenhaushalt bei 980 Euro, für einen Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren bei 2.059 Euro. In den von Alleinerziehenden mit einem Kind unter 14 Jahren geführten Haushalten waren es 1.275 Euro.

Erschwerend kommt hinzu, dass es niedersachsenweit immer weniger Sozialwohnungen gibt. Ihre Zahl sank von knapp 97.000 im Jahr 2012 auf 86.000 im Jahr 2016. In den kommenden Jahren wird sich der Rückgang noch beschleunigen, da bei vielen Wohnungen die Sozialbindung ausläuft.

In den Jahren 2016 bis 2020 werden rund 31.100 Wohnungen aus der Bindung fallen, in den darauf folgenden fünf Jahren weitere 21.000. Gerade bei diesen Wohnungen ist mit Mietsteigerungen zu rechnen.

Diese und andere Themen sollen mit den Betroffenen auf unserem Erwerbslosenfrühstück am 20.10.2018 in der Zeit von 09:30 bis 12 Uhr im Gewerkschaftshaus Siegried-Ehlers-Str. 2 „Mala-Zimetbaum-Raum“ in Wolfsburg diskutiert werden.