Foto: Konstituierende Sitzung des Bundestages am 24.10.2017 (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus hat deutlich gemacht, dass mit der Wahl des neuen CDU-Vorsitzenden keine Vorentscheidung über die nächste Kanzlerkandidatur der Union fällt. "Ich sehe da keinen Automatismus. Jetzt steht allein die Wahl

des Parteivorsitzenden auf der Tagesordnung", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagausgaben). Die Trennung von Kanzlerschaft und Parteivorsitz "kann gut funktionieren, wenn Fraktion, der oder die Parteivorsitzende und die Kanzlerin konstruktiv und vertrauensvoll zusammenarbeiten", betonte Brinkhaus. "Ich gehe davon aus, dass jeder Kandidat den Willen zur Zusammenarbeit hat. Moderne Politik ist Teamarbeit – die Zeit der Alpha-Typen ist vorbei."

Auf die Frage, ob er sich selbst für den Parteivorsitz oder die nächste Kanzlerkandidatur interessiere, sagte Brinkhaus: "Ich bin gerade erst Fraktionsvorsitzender geworden. Die ersten Wochen liefen sehr gut – wir haben eine gute Aufbruchstimmung und viel Teamgeist in der Fraktion." Er konzentriere sich voll darauf, dass das so weitergehe.

Ihm sei "momentan vor allem das Profil eines CDU-Parteivorsitzenden wichtig", sagte er. "An der Spitze einer Volkspartei muss ein Brückenbauer stehen. Einer, der die unterschiedlichen Gruppen in der CDU zusammenführt und ausgleicht."

Für den neuen Parteivorsitzenden gehe es "nicht um eine Verschiebung des Koordinatensystems nach links oder rechts", mahnte Brinkhaus. "Dieses Schubladendenken bringt uns nicht weiter." Bei der Landtagswahl in Hessen habe die CDU an die Grünen und auch an die AfD verloren. "Unser Anspruch muss sein, diese Wähler zurückzugewinnen", sagte er. "Die CDU muss Volkspartei bleiben." Der Fraktionschef reagierte skeptisch auf Forderungen, die Parteimitglieder über den nächsten CDU-Vorsitzenden entscheiden zu lassen. Der Parteitag, bei dem die gesamte Parteispitze neu gewählt werde, sei bereits Anfang Dezember. "Es wäre organisatorisch sehr anspruchsvoll, bis dahin eine Mitgliederbefragung durchzuführen", sagte Brinkhaus. "Aktuell halte ich eine Mitgliederbefragung daher für sehr schwierig."

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