Nicht nur ein leckeres Frühstück, auch viele wichtige Informationen für die Gäste wurden im Gewerkschaftshaus bereit gehalten / Foto: IGM WOB

Weltarmutstag
Wohnen ist Menschenrecht für Alle!
Wolfsburg (WB/IGM WOB) Das Erwerbslosenfrühstück der IG Metall! „Seit nunmehr sieben Jahren laden wir zweimal im Jahr zu diesem Frühstück ein", berichtet die Gewerkschaftssekretärin der IG Metall Wolfsburg, Alina Roß. „Mehr als 50 Besucher waren diesmal der Einladung gefolgt.“

Das Erwerbslosenfrühstück fand im Rahmen des Weltarmutstages (17.10.2018) statt.

„Rund 1,24 Millionen Menschen in Niedersachsen waren 2017 von Armut bedroht, laut dem statistischen Landesamt in Hannover 12.000 weniger als im Jahr zuvor. „Nach dem Höchststand von 16 Prozent im Vorjahr, sank die Armutsgefährdungsquote auf 15,8 Prozent und bewegt sich damit exakt auf Bundesdurchschnitt“, sagt Dieter Pfeiffer stellvertretender Sprecher des Arbeitskreises. „Besonders betroffen von Armut mit steigender Tendenz sind Erwerbslose, gefolgt von Alleinerziehenden und kinderreichen Familien. Laut dem Deutschen Kinderschutzbund sind es in Wolfsburg 2.912 Kinder, die von der Einkommensarmut der Eltern betroffen sind. Dies entspricht einem Anteil von 14,7 %“, so Dieter Pfeiffer weiter.

Immer mehr Menschen können sich das Wohnen nicht mehr leisten. Es fehlt massenhaft preiswerter, bezahlbarer Wohnraum. Das betrifft nicht nur, aber im besonderen Maße, die 7,9 Millionen Empfänger*innen von Hartz IV und Sozialhilfe (Stand Ende 2016). Zur Folge hat dies ein Leben unterhalb des Existenzminimums wegen nicht übernommener Wohnkosten.

Die Jobcenter und Sozialämter übernehmen die Miete nur bis zu einer regelmäßig zu niedrig bemessenen Obergrenze. 2016 haben alleine Arbeitslosengeld-II-Berechtigte 594 Millionen Euro aus dem Regelsatz, der ohnehin vorne und hinten nicht reicht und noch nicht mal das Existenzminimum abdecken soll, fürs Wohnen dazuzahlen müssen.

Lag im Jahre 2015 die Anzahl der Sozialwohnungen am Geschosswohnungsbestand in Wolfsburg zwischen 4 % und 6 %, muss davon ausgegangen werden, dass diese Anzahl weiter zurückgehen wird, da die Mietbindung nach 20 Jahren endet.
„Daher fordert der Arbeitskreis „ANW“ die Bundesregierung auf, die Sicherung der Unterkunftskosten von Menschen, die auf Leistungen zum Lebensunterhalt angewiesen sind, endlich bedarfsdeckend und menschenwürdig auszugestalten sowie die tatsächlichen Haushaltsenergiekosten zu übernehmen“, so Dieter Pfeiffer.

Die Tische im Gewerkschaftshaus waren wieder reichlich gedeckt. Doch nicht nur ein üppiges Frühstück, auch viele wichtige Informationen werden den Gästen geboten: "Wir möchten den Leuten eine Plattform geben, ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen", sagt Elke Zitzke, ehrenamtliches Mitglied des Arbeitskreises. „Ob es nun um den Umgang mit Ämtern oder aber einem sinnvollen Energieverbrauch geht - der ANW hilft.“
"Es war und ist eine interessante und vor allem sehr wichtige Arbeit, sich für Sozialschwache einzusetzen und ihre Sorgen und Probleme in die Öffentlichkeit zu bringen", sagt Alina Roß, Politische Sekretärin der IG Metall Wolfsburg.