Nur mit großer Polizeipräsenz im Bereich des sogenannten Nordkopfs beruhigte sich die Lage allmählich / Foto: resch

Wolfsburg (WB/Polizei Wolfsburg) - Erst mit dem konsequenten Einsatz von 37 Einsatzkräften der Polizei beruhigte sich am Samstagabend eine aufgeheizte Stimmung unter einer Gruppe von mehreren Dutzend Personen unterschiedlicher Nationalitäten in der Wolfsburger Innenstadt.

Ein Streit zwischen zunächst wenigen Passanten eskalierte zu einer kurzen Prügelei. Nach dem Eingreifen von mehreren Streifenbesatzungen beruhigte sich der Disput, wie sich später zeigte, nur vordergründig. Im Laufe des Nachmittags und des frühen Abends keimte die Schlägerei erneut wieder auf. Mit der deutlichen Polizeipräsenz im Bereich des sogenannten Nordkopfs der Porschestraße Einmündung Bahnhofspassage und zahlreichen Identitätsfeststellungen von Beteiligten wurden schließlich weitere Auseinandersetzungen unterbunden und Körperverletzungen aufgeklärt. Die Ursache der aggressiven Stimmung blieb jedoch unklar, die Ermittlungen dauern an.

Bereits zur Mittagszeit soll es nach Schilderungen von Zeugen um 12.45 Uhr zu einer körperlichen Auseinandersetzung von etwa 20 Passanten gekommen sein. Eine Polizeistreife hatte zunächst einen leicht verletzten 29 Jahre alten Marokkaner angetroffen, der von einem unbekannten Täter durch einen Faustschlag verletzt wurde. Da bei dem Opfer ein kleiner Beutel mit vermutlich Marihuana sichergestellt wurde, muss sich der 29-Jährige auch wegen Drogenbesitz verantworten. Den anderen Beteiligten wurden Platzverweise erteilt, denen sie jedoch erst nach mehrfacher Aufforderung folgten.

Im Laufe des Nachmittags gab es weitere Einsätze um 15.50 Uhr und eine Stunde später um 16.55 Uhr. Auch hier soll es jeweils körperliche Auseinandersetzungen zwischen einer zahlenmäßig noch größeren Gruppe unterschiedlicher Nationalitäten gegeben haben. Zeugen berichteten den Beamten vor Ort, dass sowohl Flaschen als auch Feuerlöscher von den Streitenden benutzt wurden. Der 29-jährige Marokkaner, der zunächst Opfer war, wurde nun beschuldigt, einen 26-jährigen aus Mali stammenden Wolfsburger mit einem Feuerlöscher angegriffen zu haben. Da der Beschuldigte sich äußerst aggressiv verhielt, wurde er zur Verhinderung weiterer Straftaten aus Gefahren abwehrenden Gründen in Gewahrsam genommen. Bei seiner Durchsuchung wurden mit Marihuana und Ecstasy erneut Drogen aufgefunden und sichergestellt. In der Polizeizelle beruhigte sich der 29-Jährige jedoch nicht, sondern blieb an stattdessen renitent und fügte sich selber Kopfverletzungen zu, in dem er mehrfach mit seinem Kopf gegen die Zellenwand stieß. Gemeinsam mit Vollzugsbeamten der Feuerwehr wurde der 29-Jährige schließlich in ein Psychiatriezentrum gebracht.

Bis 21 Uhr schritten die Einsatzkräfte konsequent ein und stellten insgesamt 15 Personalien von Beteiligten fest. Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Vorfälle dauern an.