Barmer Gesundheitsreport 2018 / Foto: Barmer

Wolfsburger 17 Tage krankgeschrieben: Immer wieder der Rücken!
Wolfsburg (WB/Barmer) – Nach den Auswertungen des BARMER Gesundheitsreports meldeten sich im Jahr 2017 in Niedersachsen Erwerbstätige durchschnittlich 17,7 Tage arbeitsunfähig, in Bremen kamen 16,4 Krankheitstage zusammen – der bundesdeutsche Schnitt lag bei 17,6 Arbeitsunfähigkeitstagen (AU).

Für Wolfsburg lässt sich sagen, dass im vergangenen Jahr jeder Erwerbstätige statistisch betrachtet insgesamt 16,8 Tage krankgeschrieben war - 2016 waren es noch 17,2 Krankheitstage. „Das heißt, die Berufstätigen bei uns hatten wieder etwas weniger Fehlzeiten als im Bundesdurchschnitt“, so Regionalgeschäftsführer Stefan Lorenz. Dennoch sorgten vor allem Muskel-Skelett-Probleme, also oftmals Rückenschmerzen, bei den Beschäftigten für längere Abwesenheiten vom Arbeitsplatz. Zum Vergleich: Die Spannbreite der ermittelten Fehlzeiten in Niedersachsen reicht von 13,9 Tagen im Kreis Vechta bis 21,6 AU-Tagen in Wilhelmshaven.

Auswertung der ärztlichen Diagnosen (ICD10)
Beim Blick auf die vier ärztlichen Hauptdiagnosen für Arbeitsunfähigkeiten (AU) entsteht folgendes Bild:
Psychische und Verhaltensstörungen gab es in Wolfsburg 0,1 Prozent weniger als im Bund, was insgesamt 3,4 AU-Tagen je erwerbstätigem Versicherten entsprach.
Krankheiten des Atmungssystems wurden in Wolfsburg 11,4 Prozent mehr als im Bund diagnostiziert, insgesamt 2,7 AU-Tage.
Bei Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems lag Wolfsburg vier Prozent übe dem Bundesdurchschnitt, insgesamt kamen 4,0 AU-Tage zusammen.
Bei Verletzungen, Vergiftungen und bestimmten anderen Folgen äußerer Umstände Wolfsburg um 29,5 Prozent geringer als im Bund, insgesamt 1,5 AU-Tage.

Interpretation vielschichtig
Bei Statistiken zu Arbeitsunfähigkeiten ist die Interpretation der Ergebnisse keinesfalls einfach. Bei der Interpretation sind viele Einflüsse zu bedenken.
Das Alter spielt eine große Rolle. Bei Erwerbspersonen mit Hinweisen auf einen geringeren sozioökonomischen Status können häufigere gesundheitliche Probleme und Einschränkungen auftreten, als bei Personen mit höheren Schul- und Ausbildungsabschlüssen sowie mit größeren finanziellen Ressourcen. Wichtig erscheint auch der Hinweis, dass gesundheitliche Einschränkungen erst ab einer bestimmten Schwelle zu einer Arbeitsunfähigkeit mit Fernbleiben vom Arbeitsplatz führen. „Ein Arbeitnehmer kann beispielsweise durchaus schon lange unter leichteren Kopfschmerzen gelitten haben, ehe er sich wegen zunehmender Beschwerden krankschreiben lässt“, betont Lorenz. Aber auch das Klima am Arbeitsplatz dürfte unterschiedliche Auswirkungen haben. Höhere Krankenstände können Folge eines schlechten Betriebsklimas oder allgemein hoher Belastungen am Arbeitsplatz sein. Zählt man Angst um den Erhalt des Arbeitsplatzes als einen Aspekt des Betriebsklimas, kann ein negatives Betriebsklima jedoch auch zur Vermeidung von berechtigten Fehlzeiten führen.

Durch ein umfangreiches Präventionsangebot unterstützt die Barmer ihre Versicherten, für die eigene Gesundheit aktiv zu werden. Sie fördert Gesundheitskurse zu den Themen Stressbewältigung/Entspannung, Bewegung, Ernährung und Suchtmittelkonsum. Volkshochschulen, Bildungsstätten oder Vereine bieten vielfach Gesundheitskurse an. Unter www.barmer.de/a000052 gibt es die Möglichkeit, bundesweit nach förderfähigen Gesundheitskursen zu suchen, die von der Zentralen Prüfstelle Prävention zertifiziert worden sind.