Der erkämpfte Tarifvertrag gilt nicht nur für Wolfsburg, sondern für die Holding über ganz Deutschland / Foto: IGM WOB

Wolfsburg (WB/IGM WOB) - Hartwig Erb, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Wolfsburg: „Das Tarifergebnis ist ein Schritt in die richtige Richtung. Schließlich hatte die Geschäftsführung von Valmet (vorher: Semcon) alle bestehenden Tarifverträge auch die für Auszubildende, Leiharbeiter und den für den Mantel vor rund drei Jahren einseitig gekündigt.

Mit dem Engagement der Valmet-Belegschaft und durch unsere örtlichen Warnstreiks ist es uns nun gelungen, einen ersten Tarifvertrag nicht nur für Wolfsburg, sondern für die Holding über ganz Deutschland hinweg zu erzielen. Genau solche Aktionen verdeutlichen immer wieder, warum es so wichtig ist, dass Arbeitskämpfe solidarisch und zeitgleich an mehreren Standorten erfolgen.“

Katrin Bergien

Katrin Bergien, Betriebsratsvorsitzende am Standort Wolfsburg und Torsten Felgentreu, IGM Wolfsburg / Foto: IGM WOB

Katrin Bergien, Betriebsratsvorsitzende am Standort Wolfsburg: „Durch den Verkauf von Anteilen der Semcon-Beteiligungs-GmbH an den finnischen Automobilzulieferer Valmet Automotive Engineering hat die Geschäftsführung versucht Mitspracherechte des Betriebsrats zu umgehen. Für die rund 200 Beschäftigten in Wolfsburg war bis heute unklar, wie die Zukunft für sie aussehen würde. Das der Entgelttarifvertrag eine kurze Laufzeit hat, ist grundsätzlich als positiv zu bewerten, um in einen geordneten Verhandlungsrhythmus zu kommen. Der Entgelttarifvertrag war aber nur „Ein erster Teil“. Zukünftig muss nicht nur darum gekämpft werden, dass sich die Entgelte weiterentwickeln, sondern es müssen auch die anderen noch ausstehenden Tarifverträge Schritt für Schritt wieder eingeführt und modernisiert werden. Für uns Beschäftigte bei Valmet bedeutet dies, dass wir einerseits nur eine kurze Verschnaufpause haben. Wir sind zufrieden mit dem was wir erreicht haben und blicken positiv in die Zukunft.